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Thema: Jobverlust - Das betrifft mich nicht

  1. #1
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    Standard Jobverlust - Das betrifft mich nicht

    Im Grunde handelt es sich um eine Abwärtsspirale, die sich immer schneller dreht.

    Es beginnt mit der Arbeitslosigkeit und dem zunächst umumstößlichen Glauben an sich selbst und seine eigene Kraft... man wird schon einen Job finden, so denkt man...

    Betroffene mit der "frischen" Kündigung in der Tasche - die noch im Job sind, kennen die Mutlosigkeit zunächst nicht, die Entmutigung, die dann von Bewerbung zu Bewerbung immer weiter zunimmt - es ist noch Schwung drin, gerade weil man noch in Arbeit steht, mit der täglichen Praxis konfrontiert ist, Aufgaben hat, die man routiniert, ja bestens bewältigt.... Nichts kann einem passieren.

    Und so bewirbt man sich... bei Hinz und bei Kunz, bringt sein kleines Netzwerk in Schwung, lässt Verbindungen spielen, sitzt stundenlang über einem einzelnen Satz, den es in einer Bewerbung noch auszuformulieren gilt, geht frohen Mutes einfach so in Unternehmen und stellt sich vor...

    Anfangs hat man dafür auch noch Geld... die Bewerbungsmappen sind demzufolge die etwas Besseren... das Papier auf dem die Zeugnisse kopiert sind, ist glatter und die Fotos sind besser... kleine Spielereien mit Deckblatt und Co runden das Gesamtbild ab...

    Dann steht der zweite Gang zur AA bevor - nach Eintritt der tatsächlichen Arbeitslosigkeit, der Antrag auf ALG, den ersten Besuch bezüglich Arbeitssuchendmeldung hat man noch forsch hinter sich gebracht... aber nun... 4 Wochen sind um, das letzte Gehalt überwisen und kein neuer Job ist in Sicht...

    .... die ersten "Rückläufer" hat man auch schon aus dem Briefkasten gezerrt... meistens kann man die Mappen nicht einmal für eine weitere Bewerbung nutzen...

    ... bei einigen Absagen hat man vielleicht sogar ein Wenig geweint... nach außen oder nach ganz tief drinnen, bloß den Kopf hochhalten... weitermachen...

    Mittlerweile ist auch der Bescheid auf Arbeitslosengeld eingetrudelt, gerade rechtzeitig zur nächsten Mietzahlung, man setzt sich hin und rechnet...

    Da man vorweg ein ganz anderes Leben geführt hat, stehen einige Kündigungen ins Haus... das Zeitschriftenabo... man watschelt zur Bank und bespricht, wie man den Dispo ratenweise zurückführen kann, der Handyvertrag ist kündbar in einem Monat, ist also in 4 Monaten vom Tisch - gottseidank - , wo könnte man noch sparen?

    Das ist der Moment, in dem man anfängt sich einzurichten - wenn das erste ALG auf dem Konto eintrudelt und man feststellt - jup... es reicht... und eigentlich gibt man auch weniger aus als vorher... kein Mittagessen in der Firma, keine teuren Frühstücksbrötchen mehr, Auto muss nicht mehr ständig betankt werden und der Kauf von Büro- oder Arbeitskleidung entfällt auch.

    Meistens übersieht man, dass man Zuhause deutlich höhere Kosten produziert, es brennt mehr Licht und die Heizung läuft öfter, aber zunächst ist alles ok. Ja, man stellt sogar fest... es ist Zeit da.. Zeit für die Kinder, Zeit für sich... endlich kann man den Keller aufräumen, sich mit Freunden treffen, ohne auf die Uhr zu schauen, die CD- oder Fotosammlung neu sortieren, den Werkzeugschrank ausmisten....

    Dumm dabei.... irgendwann ist das alles fertig und dann stellt man fest... die Freunde schauen auf die Uhr, wenn man sich trifft und letzten Endes, man hat das Geld nicht mehr für das Gläschen Wein nach dem Kino... man ist 4 Monate arbeitslos, hat etwa 100 Absagen gesammelt - Zuhause ist alles vom Feinsten aufgeräumt und....

    .... man darf nun nicht mehr sein vorheriges Gehalt fordern, wenn man sich bewirbt... noch 2 Monate... und man arbeitet in Höhe seines Arbeitslosengeldes... Inzwischen gab es zahlreiche, hoffnungsvolle Vorstellungsgepräche, man hat sich durch Basis-Assessments "gewühlt" und Absagen kassiert... inzwischen ist man schon abgestumpft, wenn man den Briefkasten aufschließt... Selbstschutz halt.

    Einige schaffen es nach dieser Zeit.. nicht wenige zu deutlich abgespeckten Lohn oder Gehalt wieder einen Job zu erhalten...

    Der "Rest" und bei 6 Mio Erwerbslosen und 1,5 Mio offenen Stellen, muss es einen "Rest" geben, stellt Antrag auf ALG II... Aus... vorbei... ausgemustert... versagt...

    Die Eingestellten beten, dass sie ihren Job wenigstens so lange behalten, das sie wieder neuen Anspruch auf ALG haben werden... ok, es wird nicht mehr so hoch sein, wie bei der letzten Arbeitslosigkeit, eigentlich reicht es nicht mehr zum Leben aber irgendwie schafft man es, Dispo ist fast runter, Handy ist auf Prepaid umgeschaltet... Eigentlich hat man sein Vertrauen bereits verloren - das Vertrauen in sich selbst, es zu schaffen, etwas zu wagen, zu leben?

    Der Lebenslauf wird mit der Zeit bunter - Vorstellungsgespräche finden immer öfter nicht statt und wenn man die Zeitung am Samstag aufschlägt, findet man fast nur noch Stellenanzeigen von Zeitarbeitsfirmen... Moment mal... hat der Chef nicht neulich angedeutet, er müsste Stellen reduzieren, einige Kollegen haben bereits eine Änderungskündigung vorgelegt bekommen...

    Und so dreht sie sich immer weiter - die Abwärtsspirale... wann war man das letzte Mal beim Friseur? Muss der Wagen nicht eigentlich zum TÜV? Die Eltern wollen etwas schenken - wie wäre es mit einem Gutschein von O**o für die nächste Waschmaschine?

    Und bei der übernächsten arbeitslosen Phase muss man erg. Leistungen bei der ArGe beantragen - der erste Rentenankündigungsbescheid flattert ins Haus, man braucht nicht nachzurechnen um die Lücken zu erkennen... private Vorsorge... die wurde angerechnet, weil sie sich nicht umwandeln ließ... die Kinder bräuchten mal etwas Neues zum Anziehen, wollte man nicht mit ihnen zu den Verwandten fahren?

    Der Lebenslauf passt noch mit Müh und Not auf eine Seite - bei Bewerbungen legt man nicht mehr alle Zeugnisse in die Mappe - den Zuschussrahmen für Bewerbungskosten hat man im August bereits ausgeschöpft...

    ... und wer besonders viel "Glück" hat findet sich sogar in seiner alten Firma wieder - eingestellt über ein vorgeschaltetes Zeitarbeitsunternehmen... zur Hälfte des früheren Gehaltes "beschäftigt" - aber mit doppelter Arbeitszeit, die auf ein imaginäres "Zeitkonto" wandert, an dem sich die ZAF bedient.

    Man mag meine Erzählung für überzeichnet halten und sicherlich ist es noch nicht so weit - aber es wird so weit kommen und zwar für ganz viele Menschen, die dies jetzt noch nicht einmal ahnen.
    Liebe Grüße Kristin

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    Wichtig: einige Informationen und Nachrichten - auch aus wenig populären oder gar fragwürdigen Quellen - stellen wir hier ein, auch wenn wir anderslautender Meinung sind - soll heißen, wir identifizieren uns nicht immer mit den Quellen und/oder Aussagen, finden aber die Information oder auch Anti-Information diskussionswürdig.

    Es ist schwer das Glück bei sich zu finden und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.

  2. #2
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    Zitat Zitat von Nefertari
    Man mag meine Erzählung für überzeichnet halten und sicherlich ist es noch nicht so weit - aber es wird so weit kommen und zwar für ganz viele Menschen, die dies jetzt noch nicht einmal ahnen.
    Und sie ahnen es so lange noch nicht, so lang der "Wirtschaftsboom" noch anhält. Der Scheitelpunkt ist zwar überschritten, doch vor Erreichen des neuen Tiefpunktes im Abwärtszyklus dürften erfahrungsgemäß um die 3 Jahre vergehen. Erst dann ist eine erneute hinreichende öffentliche Thematisierung dieser ganzen Geschichte überhaupt möglich. Alles, was zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt, verhallt wirkungslos, weil das öffentliche Interesse nicht da ist. Zahlreiche Dinge wurden nur dann zum Erfolgsschlager, weil sie exakt zum richtigen Zeitpunkt präsentiert wurden.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Bauer Harms Beitrag anzeigen
    Und sie ahnen es so lange noch nicht, so lang der "Wirtschaftsboom" noch anhält. Der Scheitelpunkt ist zwar überschritten, doch vor Erreichen des neuen Tiefpunktes im Abwärtszyklus dürften erfahrungsgemäß um die 3 Jahre vergehen. Erst dann ist eine erneute hinreichende öffentliche Thematisierung dieser ganzen Geschichte überhaupt möglich. Alles, was zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt, verhallt wirkungslos, weil das öffentliche Interesse nicht da ist. Zahlreiche Dinge wurden nur dann zum Erfolgsschlager, weil sie exakt zum richtigen Zeitpunkt präsentiert wurden.
    .... doch, ich denke... ahnen werden es einige Arbeitnehmer.

    Warum ich das denke? Nun, es ist doch erkennbar, dass "mehr" im Sinne von "weniger" von nicht wenigen Arbeitnehmern hingenommen wird...

    Änderungskündigungen werden nicht hinterfragt, sondern unterschrieben, Versetzungen in andere Filialen werden akzeptiert.. Urlaub... wird seltener genommen aus Angst vor Papierbergen, die mangels Vertretung niemand abarbeitet, Überstunden werden nicht abgefeiert - eine Auszahlung wird nicht eingefordert... und wenn das Gehalt später überwiesen wird knurrt man doch eher den Bankangestellten an als seinen Chef. Wen wundert es - "draußen" stehen eben mindestens 4,5 Mio. Erwerbslose, die den Job genauso gut machen würden, vielleicht sogar besser und... für noch weniger Geld, weil sie es ja müssen!

    Woran es noch zu merken ist?

    Der Konsum geht noch weiter zurück, das ist nicht allein den knappen Kassen von zu vielen Erwerbslosen geschuldet... man spart (eine Gesellschaft zu Tode...)...

    Warum?

    Damit man das Auto irgendwie durch den TÜV bringt... und um vorzusorgen... für magere Zeiten...

    Unterbewusst ist es doch bei allen angekommen (das war doch eines der Ziele der Hartz-Gesetze!) - jetzt muss es nur noch in´s Bewusstsein vordringen und ich halte es nicht für verfrüht, dabei jetzt schon zu helfen!

    Ein Stückweit ist die Geschichte übrigens meine eigene....und als ich mein Auto nicht durch einen regulären Tüv brachte, weil ich dann auch neue Reifen und Bremsbeläge benötigt hätte... da habe ich gearbeitet... Der Lohn kam häufig 10 Tage nach dem Ersten und mein Chef hat eben seinerzeit gesagt: "wenn euch das nicht passt, dann sucht euch doch einen anderen Job".

    PS. Der TÜV über den Bekannten eines Bekannten eines Werkstattbesitzers, der gut mit dem TÜV-Prüfer konnte ("Plakette her, den Rest machen wir noch") hat mich übrigens auf regennasser, belaubter Straße fast mein Leben gekostet... auf dem Heimweg von der Arbeit... die Reifen waren nicht mehr ok - aber ich hatte eine frische TÜV-Plakette für eine Woche.
    Liebe Grüße Kristin

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  4. #4
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    So, oder eben so änlich sehen viele Geschichten aus die ich in letzter Zeit höre. Was ich persönlich am schlimmsten finde, ist dass viele panische Angst haben ihren mies bezahlten Job bei den diversen Zeitarbeitsfirmen zu verlieren.
    Erst letzte Woche eine junge Frau, arbeitete über eine Zeitarbeitsfirma bei einem sehr bekannten Textildiscounter. Nach dem sie einen Zusammenbruch hatte und mehrere Tage in einer Klinik verbringen musste flatterte zuerst die Freistellung und 2 Tage später die Kündigung ins Haus.
    Folge: Sollte sie wieder nen Job bekommen geht die Frau ganz sicher nicht zum Arzt oder in eine Klinik
    Die Realität ist die Illusion von Alpträumen die enden
    http://www.casa-animale.de

  5. #5
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    Per Email von Günter

    Die taeglich zu bewaeltigende Abwaertspirale ...

    Die Wohnungen werden immer kleiner ...

    Buecher - das Geld fuer sie, durch Verzicht auf vieles anderes, muehsam zusammengespart ...

    Wohin mit ihnen?

    "Wegschmeissen!"
    "Papiercontainer!"
    "Verbrennen!"

    Dafuer waren sie eigentlich nicht gedacht.

    Aber einen Menschen, der mir etwas geistreicheres vorschlaegt, habe ich noch nicht kennengelernt ....

    Guenter
    Torsten Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz.
    Umzug mit ALG II -*- FAQ Schulden
    „Reicher Mann und armer Mann ,standen da und sahn sich an.
    Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich.“ (Bertolt Brecht)

  6. #6
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    Per Mail von Günter

    Die taeglich zu bewaeltigende Abwaertsspirale:

    Meine Bewerbung wird freundlich abgelehnt.
    Mit Begruendung.

    Dieses Verhalten eines "Arbeitgebers" ermoeglicht eine intersubjektive Kommunikation auf gleicher Ebene - von Subjekt zu Subjekt. Es motiviert zu neuen Bewerbungs-Versuchen ...


    Meine Bewerbung wird freundlich abgelehnt.
    Ohne Begruendung.

    Dieses Verhalten eines "Arbeitgebers" bewirkt ein Gefuehl der Erniedrigung. Ich werde zwar freundlich behandelt, aber wie ein Objekt, dem eine Begruendung nicht mehr mitgeteilt wird. Ein neuer Bewerbungs-Versuch kostet schon sehr viel Ueberwindungskraft ...


    Meine Bewerbung wird abgelehnt.
    Ohne Begruendung.

    Dieses Verhalten eines "Arbeitgebers" frustriert. Weitere Bewerbungs-Versuche sind nur noch der seit Jahren ueberstrapazierten Frustrationstoleranz zu verdanken ...


    Meine Bewerbung wird ignoriert.

    Dieses Verhalten eines "Arbeitgebers" bewirkt ein erst hoffnungsvolles, dann apathisches Warten auf eine Antwort ...


    Heute nun - ein bisher noch nicht erlebtes Verhalten eines "Arbeitgebers":

    Meine Bewerbung vom 22. 11. 07 an eine Buchhandlung (mit einer Erinnerung an meine ignorierte Bewerbung vom 10. 05. 07), erhielt ich per Post zurueck - mit dem Aufkleber:"Annahme verweigert." ...

    Guenter
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  7. #7

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    Standard

    Meine Bewerbung vom 22. 11. 07 an eine Buchhandlung (mit einer Erinnerung an meine ignorierte Bewerbung vom 10. 05. 07), erhielt ich per Post zurueck - mit dem Aufkleber:"Annahme verweigert." ...
    Hallo Günter!

    Das ist wirklich mehr als deprimierend, wenn sogar schon die Annahme verweigert wird

    Und keinerlei Reaktion auf eine Bewerbung zu bekommen ebenso.

    Und dann wundern sich die Jobcenter/Gesetzgeber/die Gesellschaft, das Transferleistungsempfänger irgendwann völlig demotiviert sind oder sich völlig aufgeben??


    Viele Grüße
    Tanja

    P.S.
    Sind Firmen nicht gesetzlich dazu verpflichtet, Bewerbungsunterlagen zurück zuschicken??

  8. #8
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    Zitat Zitat von dragonflyer Beitrag anzeigen
    Sind Firmen nicht gesetzlich dazu verpflichtet, Bewerbungsunterlagen zurück zuschicken??
    Meines Wissens nach nicht... übrigens sind die ganzen, von ArGen und Arbeitsagenturen aufdoktruierten "Blindbewerbungszwänge" ein echter Kostenfaktor für kleine Unternehmen - es sind ja nicht nur die Rücksendungen, die dann oftmals aus Kostengründen nicht mehr vorgenommen werden - es bindet auch Arbeitskapazitäten. Das gleiche gilt für Stellenanzeigen in Zeitungen... wenn sich quasi per Gewalt darauf beworben wird, nur um die Anzahl erforderlicher Bewerbungen für den Monat zu erreichen.

    Nichts gegen Eigenbemühungen - aber realistisch sollten sie schon noch sein = eigene Qualifikation im Großen und Ganzen zutreffend auf die ausgeschriebene Stelle - der Rest ist reine Beschäftigungstherapie für Bewerber und arme Sekretärinnen
    Liebe Grüße Kristin

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  9. #9

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    Zitat Zitat von Nefertari1968 Beitrag anzeigen
    Nichts gegen Eigenbemühungen - aber realistisch sollten sie schon noch sein = eigene Qualifikation im Großen und Ganzen zutreffend auf die ausgeschriebene Stelle - der Rest ist reine Beschäftigungstherapie für Bewerber und arme Sekretärinnen
    Die Sinnigkeit von dieser Bewerbungsflut dank SGB II in Deutschland interessiert den Gesetzgeber und deren Vollzieher leider absolut nicht.
    Als Firmeninhaber wäre ich wahrscheinlich auch schon genervt, wenn andauernd nutzlose Quotenbewerbungen eintrudeln würden.

    *Achtung Ironie*
    Das wäre eine Geschäftslücke, Sekretärinnen/Bürokräfte nur zum Abackern dieser Quotenerfüllungsbewerbungen.
    Wir sollten uns vllt mit dieser Stellenbeschreibung bei genervten Firmen bewerben
    *Ironie Off*

  10. #10
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    Per Email von Günter

    Hallo dragonflyer,

    Du schreibst: "Das ist wirklich mehr als deprimierend, wenn sogar schon die Annahme verweigert wird.
    Und keinerlei Reaktion auf eine Bewerbung zu bekommen ebenso."

    Ja, diese Erfahrungen sind "wirklich mehr als deprimierend".

    Viele Gruesse
    Guenter

    P.S. zu Deinem P.S.: Das wuesste ich auch gern ...
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  11. #11

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    Ich denke,bei beigefügtem Freiumschlag müssen Firmen Unterlagen zurücksenden.

  12. #12
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    selbst bei adressierten und frankierten Rückumschlag kommen die Dokumente selten zurück, was eine Verpflichtung betrifft, müßte nur der Lebenslauf zurück geschickt werden ...

    zumal aus meiner Sicht ein frankierter Rückumschlag schon bedeuten könnte "ich will den Job eh nicht"
    Beiträge bilden keine rechtsgültige Aussage

  13. #13
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    Deshalb sage ich immer:

    Bewerben stets online! Vor allem da, wo es nicht telefonisch geht bzw. persönlich wegen Ortsferne. Wer keinen Internetanschluß hat, sollte sich tunlichst einen zulegen. Auch wenn die Kosten dafür im Regelsatz nicht drin sind (was mal wieder beweist, wie rückständig in der Politik gedacht und gearbeitet wird - fern von jeglicher Lebenswirklichkeit). Ohne Internet heute zu leben und zu arbeiten ist wie ohne Telefon. Die Kosten sind auch nicht mehr die, die es mal waren. Schon allein die Kosten für schriftliche Bewerbungen jeden Monat inklusive Porto können die Kosten für den Internetanschluß aufwiegen, von den darüber hinaus gehenden Vorteilen ganz abgesehen.

  14. #14
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    Nun ja, noch hat ja nur jeder zweite Haushalt in Deutschland einen Internetzugang. Dazu kommt auch noch das nicht jeder einen PC besitzt. Also muss unter Umständen auch noch ein PC, Monitor, Scanner und Drucker her. Für einen ALG IIer kein Pappenstiel...
    Torsten Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz.
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  15. #15

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    Auch werden Onlinebewerbungen nicht überall gerne gesehen,bzw. ist es gar nicht möglich,sich Online zu bewerben.

    Man denke nur mal an die vielen kleinen Handwerksbetriebe,die meist nichtmal einen Webauftritt haben.

    Ich kenne da genug,die Bewerbungsunterlagen lieber Schwarz auf Weiß haben möchten.

    Da muß man auch mal über seinen eigenen Tellerrand hinausschauen.

  16. #16
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    Bei Handwerksbetrieben ist Anruf und persönliche Vorsprache eh gängige Praxis. Oft wird da nicht mal ein Zeugnis oder Lebenslauf verlangt.
    Torsten Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz.
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  17. #17
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    Zitat Zitat von noname Beitrag anzeigen
    Auch werden Onlinebewerbungen nicht überall gerne gesehen,bzw. ist es gar nicht möglich,sich Online zu bewerben.

    Man denke nur mal an die vielen kleinen Handwerksbetriebe,die meist nichtmal einen Webauftritt haben.

    Ich kenne da genug,die Bewerbungsunterlagen lieber Schwarz auf Weiß haben möchten.

    Da muß man auch mal über seinen eigenen Tellerrand hinausschauen.
    Deswegen habe ich doch ausdrücklich geschrieben:

    Zitat Zitat von Bauer Harms
    Vor allem da, wo es nicht telefonisch geht bzw. persönlich wegen Ortsferne.
    Im übrigen gibt es zahlreiche Gegenbeispiele. Die Firmen, an die ich mich wende, wollen praktisch nur noch Online-Bewerbungen haben, schon alleine wegen des geringeren Arbeits- und Kostenaufwands. Und dieser Trend setzt sich immer weiter durch.


    Zitat Zitat von Gaston
    Nun ja, noch hat ja nur jeder zweite Haushalt in Deutschland einen Internetzugang. Dazu kommt auch noch das nicht jeder einen PC besitzt. Also muss unter Umständen auch noch ein PC, Monitor, Scanner und Drucker her.
    Ja, das ist richtig. Auf der anderen Seite ist zu bedenken:

    1. Der PC ist eine Einmal-Anschaffung.

    2. Die Preise sind heute nicht mehr so super-dramatisch. Ein nicht näher bezeichneter ALG-II-Empfänger meinte sogar mal, daß er sich alle zwei Jahre von seinem Regelsatz einen neuen Notebook leisten könnte...
    Scanner bekommt man auch für 50 €. Und wie gesagt: muß nicht alle zwei Jahre ein neuer sein. Meine Mühle leistet schon seit sieben Jahren treue Dienste ohne schwerwiegende Reparaturen oder Upgrades.

    Wer heutzutage kein Internet hat, ist meiner Meinung nach von einem erheblichen Teil des täglichen Daseins abgeschnitten.

  18. #18
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    Stimmt schon. Was mich daran erinnert, dass mein Notebook schon ein Jahr alt ist....

    Meiner Meinung nach gehört Internet zur Grundversorgung, die der Staat den Bürgern kostenlos zur Verfügung stellen muss.
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  19. #19

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    Zitat Zitat von Gaston Beitrag anzeigen
    Stimmt schon. Was mich daran erinnert, dass mein Notebook schon ein Jahr alt ist....
    Doch schon so alt?

    Meiner ist jetzt 2 1/2 Jahre alt und läuft hoffentlich noch lange *auf Holz klopf*

    Meiner Meinung nach gehört Internet zur Grundversorgung, die der Staat den Bürgern kostenlos zur Verfügung stellen muss.
    DAS wäre ne gute Maßnahme, dürfte leider wohl nur ein Traum bleiben

  20. #20

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    Wenn mich nicht alles täuscht,ist es in der Ukraine oder Litauen tatsächlich so.

  21. #21
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    Selbst Indien

    will es wagen und investiert damit auch in die Bildung.
    Wenn man bedenkt das Indien als Dritteweltstaat auch noch Gelder von uns bekommt....

    Aber wir sind vom Thema weg...

    Ich denke, es spielt kaum noch eine Rolle wie eine Bewerbung aussieht oder in welcher Form sie vorliegt. Bei der Masse an Bewerbern ist es pures Glück, wenn man mal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird.
    Torsten Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz.
    Umzug mit ALG II -*- FAQ Schulden
    „Reicher Mann und armer Mann ,standen da und sahn sich an.
    Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich.“ (Bertolt Brecht)

  22. #22

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    Blinzeln

    ich hab den Papierkrieg den kampf angesagt verschicke meine Bewerbungen großenteils online als pdf oder als presentation wobei ich den pdf den vorzug gebe ein Reader hat ja mittlerweile fast jeder aber ihr wert lachen ich habe bei meinen Onlinebewerbungen immer ein feedback erhalten aber wie so immer "leider..........


    bis bald

  23. #23

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    Tja, und die meisten finden glaube ich nur noch einen Job durch Zufall oder Vitamin B.

    Wäre mal ne Umfrage wert:

    Wie habt ihr -insofern passiert- einen Job gefunden.

    1. schriftliche Bewerbung
    2. per Telefon

    usw. usw.
    Ich mag keine Signaturen, entweder sind sie langweilig und blöd oder man muss sie verkaufen da man das Geld braucht

  24. #24
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    Per Email von Günter:

    Die taeglich zu bewaeltigende Abwaertsspirale:

    Kurz vor Weihnachten taeglich, von einer der maechtigen Institutionen, ein Brief - der beim Oeffnen erst einmal herzschaedigenden Stress ausloest (Falsches Wort gesagt? Falsches Wort geschrieben? Termin nicht eingehalten? Sanktion? ...) ...

    Eingang 19.12.:
    Zeitarbeitsfirma
    Zum Glueck "nur" die Berechnung der "Mehraufwandsentschaedigung" fuer die "Arbeitsgelegenheit" ...

    Eingang 20.12.:
    Arbeitsgemeinschaft
    "Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch SGB II
    hier: Ablauf des Bewilligungsabschnitts" ...

    Eingang 21.12.:
    Deutsche Rentenversicherung
    "Bescheid"
    "Rentenauskunft - kein Bescheid"
    "Gesetzestexte-Auswahl" ...

    Eingang 22.12.:
    GEZ
    "Mitteilung ueber den Ablauf der Gebuehrenbefreiung" ...

    Arbeitsplan fuer Weihnachten:

    24.12.:
    Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI)
    - Gesetzliche Rentenversicherung -
    (321 Paragraphen / 22 Anlagen)
    lesen ...
    Mathematik studieren ("Rentenformel") ...

    Wirtschaftskrisen, Terror, Kriege - wird man/frau unter diesen Bedingungen ueberhaupt in einigen Jahren die Lebensphase "Rentner" erreichen und erleben?

    25.12.:
    Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II)
    - Grundsicherung fuer Arbeitsuchende -
    (66 Paragraphen)
    lesen ...

    "Antrag auf Fortzahlung der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)"
    ausfuellen ...

    26.12.:
    "Antrag auf Befreiung von der Rundfunkgebuehrenpflicht"
    ausfuellen ...

    Fuer die Papierberge und die ueberquellenden Ordner neue Ordner anlegen ...

    Frohe Weihnachten
    und ein
    Glueckliches neues Jahr
    wuenscht Euch
    Guenter
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