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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aufstocker - Arm trotz Arbeit! - Zuverdienstgrenzen



Nefertari1968
02.04.2007, 20:51
Die bittere Wahrheit hinter Statistiken hat Wolfgang Lieb von den Nachdenkseiten sehr gut erkannt:


4,108 Millionen registrierte Arbeitslose - aber 6,427 Millionen “Arbeitslosengeld-Empfänger/innen” (SGB III und SGB II)

Verantwortlich: Wolfgang Lieb

Gegenüber dem Vorjahr wurden im März 869.000 oder 17 Prozent weniger Arbeitslose gezählt, das meldete die Bundesagentur für Arbeit vor wenigen Tagen [PDF - 960 KB (http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/monat/aktuell.pdf)].

Wir freuen uns über jeden Arbeitslosen, der wieder Arbeit gefunden hat. Das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF - 216 KB (http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/070330_Arbeitslosengeldbezieher_und_Arbeitslose.pd f)] meldet allerdings, dass die Zahl der Alg- oder AlgII-Empfänger nur etwa um die Hälfte, nämlich um 447.000 zurückgegangen ist.

2,56 Millionen AlGII-Empfänger/innen gelten nicht als Arbeitslose im Sinne der amtlichen Statistik.

Wenn es 6,427 Millionen Alg- oder AlgII-Empfänger/innen gibt, heißt das, dass über die registrierten 4 Millionen weitere 2 Millionen Menschen zwar nicht als arbeitslos gelten, aber so wenig verdienen, dass sie nach den Sozialgesetzbüchern noch anspruchsberechtigt sind. Autor: Wolfgang Lieb.

Quelle: Nachdenkseiten (http://www.nachdenkseiten.de/?p=2222)

Wir haben eine schleichende Form der zunehmenden Verarmung unter Arbeitnehmern und somit längst auch einen indirekten Kombi-Lohn oder wie immer sich das auch schimpft...

Was aber das wahrhaftig Schlimme daran ist... eigentlich werden nicht wir, sondern das "Kapital" wird unterstützt, denn es kann nicht Aufgabe des Staates - also letzlich Aufgabe von uns allen sein, indirekt die Gewinne der Unternehmen noch mehr zu steigern, wenn diese doch letztlich von unserer Kaufkraft bereits profitieren...

.... Kaufkraft, welche aufgrund niedriger Löhne (auch bei Nichtaufstockern) immer weiter abnimmt, eben weil auch keine Gegenleistung in Form von angemessener Entlohnung dafür erfolgt.

dragonflyer
02.04.2007, 21:12
Schade, das dabei nicht die Frage geklärt ist, wieviele von den Menschen mit aufstockendem Hartz4 sind erst dadurch, dass sie Kinder haben, in diese Situation gekommen sind??

Und dann wird man noch doof gefragt, warum man einen Antrag abgeben will, wenn der Partner doch in Arbeit ist :wiebitte:

Bauer Harms
14.08.2007, 01:16
Hälfte der Hartz-IV-Empfänger geht zusätzlich arbeiten

Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II, die im ersten Arbeitsmarkt tätig sind, ist drastisch angestiegen. Das Bundesarbeitsministerium geht davon aus, dass zu Beginn des Jahres hochgerechnet 1,3 Millionen erwerbsfähige Hilfebedürftige abhängig beschäftigt waren. Das wären rund die Hälfte der 2,5 Millionen, die in diesem Zeitraum langzeitarbeitslos waren und Leistungen nach Hartz IV bekamen. 2006 betrug die Zahl rund 800 000.
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2357140

Statt "arm ohne Arbeit" jetzt "arm mit Arbeit" ..... oder "arm wegen Arbeit" ?

Gaston
14.08.2007, 02:29
Kann man so sehen. ALG II ist halt nichts weiter als Armut per Gesetz und Kombi-"Lohn"....

dragonflyer
14.08.2007, 04:49
Berlin (dpa) - Die Arbeitgeberverbände lehnen eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes II wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise sowie weitere Sonderzahlungen zum Beispiel für Schulsachen ab. Die Leistungen würden jährlich entsprechend der Entwicklung der Renten automatisch angepasst.

Quelle:Arbeitgeberverbände gegen mehr Geld für ALG-II-Empfänger (http://www.waz.de/waz/waz.politik.volltext.php?zulieferer=dpa&redaktion=bdt&dateiname=iptc-bdt-20070810-427-dpa_15331972.nitf&kategorie=&catchline=%2Fbrennpunkte%2F&other=&dbserver=1)
Die Begründung finde ich viel interessanter:

Die Arbeitgeberverbände lehnten solche Sonderzahlungen ab. Sie würden den Anreiz zur Aufnahme gegebenenfalls auch niedrig entlohnter Arbeit weiter mindern und damit die Hilfebedürftigkeit eher zementieren als überwinden.

In Deutschland regiert nur das Kapital und die Bevölkerung soll noch mehr verarmt werden, damit sie zu jedem Hungerlohn arbeitet, damit das Kapital noch fettere Rekordgewinne für ihre Aktionäre verkünden kann.
Ich komme mir langsam vor wie in der Zeit der Industrialisierung

Vor allem, die Hilfsbedürftigkeit wird durch Hungerlöhne erst wirklich zementiert, statt sie zu überwinden. Nicht umsonst gibt es immer mehr Aufstockerhaushalte trotz Vollzeit-Tätigkeit(auch Fachkräfte!), weil nur Niedriglohn gezahlt wird, wodurch die Unternehmen ihre Gewinne weiter steigen können.:wiebitte: :motz: :kotz:


Selbst einer der Jung-Disponenten meines Mannes bekommt mittlerweile als Vorgesetzer von Männe nicht mehr als meim Mann. In was für Zeiten leben wir, wo selbst höhere Angestellte schon Anspruch auf Hartz4-Aufstockung haben???:eek:

P.S: Gehaltsvergleich für Maschinenschlosser in unserer Region für Vollzeit reichte von 950€ Brutto(!!) bis zu 4.200€Brutto.

Wenn ich mir so unsere Bescheide anschau, werden wir erst arm durch die Arbeit meines Mannes :wallblash: Als reiner Hartz4-Haushalt wären wir besser dran gewesen :gaga:
Aber gegen die Falschberechnungen gehen wir jetzt vor ;)

träne
14.08.2007, 07:12
Statt "arm ohne Arbeit" jetzt "arm mit Arbeit" ..... oder "arm wegen Arbeit" ?


oder arm wegen unserem Familienrecht...:kotz:

16011965
14.08.2007, 11:04
Hier mal eine kleine Aufstellung des zu zahlenden Mindestlohns in NETTO für einige Berufe :

Monatliche Nettoverdienste in unteren Beschäftigungsverhältnissen

Beschäftigungsverhältnis Nettoverdienst

Landwirtschaftliche Arbeiter, LGr. I 622.-
Bekleidungsfertigerin (80%) 654.-
Bekleidungsnäherin (80%) 678.-
ungelernte Floristin 711.-
ungelernte Backwarenverkäuferin 747.-
Arbeiter Süßwarenindustrie 765.-
gelernter Friseur/Friseurin 774.-
gelernte Floristin 779.-
Spülhilfe 780.-
Beikoch 801.-
Bürogehilfin 813.-
Küchenhilfe 820.-
gelernte Backwarenverkäuferin 821.-
ungelernte Verkäuferin (Handelskette) 831.-
ungelernter Arbeiter Teigwarenindustrie 836.-
Gebäudereiniger 840.-
ungelernte Fleischereiverkäuferin 867.-
gelernte, fachfremde Fleischereiverkäuferin 877.-
gelerntes Servicepersonal 885.-
ungelernte Bäcker 904.-
ungelernter Tankwart 929.-
ungelernter Schreiner 936.-
angelernter Kfz-Arbeiter 940.-
Möbelträger 940.-
ungelernter Fleischer 952.-
Haushaltshelferin 957.-
Stationshilfe 957.-
Möbelpacker 975.-
Lagerarbeiter 975.-
angelernter Schreiner 1001.-
gelernte Bürogehilfin 1014.-
gelernter Tankwart 1030.-
gelernter Bäcker 1039.-
Lagerarbeiter Metall 1044.-
ungelernter Gärtner 1044.-
Krankenpflegehelferin 1052.-
Entsorger 1060.-
Straßenbauer 1060.-
gelernte Fleischereiverkäuferin 1062.-
gelernter Gärtner 1069.-
Bekleidungsfertigerin (Akkord) 1104.-
Kraftfahrer, Kl. III 1144.-
Autolackierer 1192.-
Kraftfahrer, Kl. II 1201.-
gelernter KfZ-Mechaniker 1205.-
gelernter Schreiner 1211.-
Bauwerker 1216.-
gelernter Fleischer 1225.-
Landschaftsgärtner 1270.-
Baufacharbeiter 1307.-
Maschinenführer 1312.-
Heizungsmonteur 1327.-
Dachdecker-Helfer 1390.-
gelernter Autolackierer 1391.-
Fliesenleger 1445.-
gelernter Dachdecker 1460.-
Maler-Altgeselle 1465.-

Das müßte an Mindeslohn gezahlt werden NETTO und wie es in der Realität aussieht dürften einige ja selbst noch wissen.

Die Tabelle durfte ich mit Erlaubniss von Andreas Salomon / Bochum einstellen der diese als schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt erstellt hat.

Nefertari1968
14.08.2007, 13:16
gelernter Fleischer 1225.-

gelernte Bürogehilfin 1014.-

Das müßte an Mindeslohn gezahlt werden NETTO und wie es in der Realität aussieht dürften einige ja selbst noch wissen.

Die Tabelle durfte ich mit Erlaubniss von Andreas Salomon / Bochum einstellen der diese als schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt erstellt hat.

Danke für die interessante Liste 16011965 :daumen2:

mir sind die zwei folgenden "Mindestlöhne" bekannt....

Gelernter Fleischer 913 Euro netto!

Gelernte Bürokauffrau (Ausbildung dauert ein Jahr länger) 950 Euro netto

16011965
14.08.2007, 13:37
Danke für die interessante Liste 16011965 :daumen2:

mir sind die zwei folgenden "Mindestlöhne" bekannt....

Gelernter Fleischer 913 Euro netto!

Gelernte Bürokauffrau (Ausbildung dauert ein Jahr länger) 950 Euro netto

Die Liste ein ein Bundesdurchschnitt und somit gibte wie bei vielen anderen Dingen von Bundesland zu Bundesland Unterschiede.

Gerade das Beispiel Fleischer variiert allein in Berlin zwischen knapp 1000,- bis zu 1350,- netto ;)

Nefertari1968
14.08.2007, 13:48
Die Liste ein ein Bundesdurchschnitt und somit gibte wie bei vielen anderen Dingen von Bundesland zu Bundesland Unterschiede.

Gerade das Beispiel Fleischer variiert allein in Berlin zwischen knapp 1000,- bis zu 1350,- netto ;)


Das ist klar... aber mein Ex hatte tatsächlich diese 913 Netto und somit übrigens genausoviel wie sein ungelernter Kollege... nach einem Jobwechsel, mit dem er sich zu verbessern glaubte, wurde dann über irgendwelche Zeitkonten mit Plusstunden die eben mit dem Zwangsbetriebsurlaub im Winder verrechnet wurden, der geringfügig zunächst höhere Lohn noch unter die 913 Euro gedrückt.... Ok - ist kein Fleischer in BW.... aber im Raum SFA sind die Lebenshaltungskosten nicht gerade niedrig...

... keine Ahnung ob ich richtig liege, aber ich empfinde bei der Diskussion um Mindestlöhne so eine Art schalen Beigeschmack... denn wenn festgelegt würde, der und der Mindestlohn gilt für die Zukunft, was ist dann mit den Arbeitnehmern die in der Tat lohntechnisch darüberliegen?

Arbeitsverhältnisse sind ja durchaus kündbar, abhängig von Beschäftigtenzahl etc. Warum sollte also ein Arbeitgeber diese für ihn dann teureren Beschäftigten festhalten?

16011965
14.08.2007, 13:52
... keine Ahnung ob ich richtig liege, aber ich empfinde bei der Diskussion um Mindestlöhne so eine Art schalen Beigeschmack... denn wenn festgelegt würde, der und der Mindestlohn gilt für die Zukunft, was ist dann mit den Arbeitnehmern die in der Tat lohntechnisch darüberliegen?

Arbeitsverhältnisse sind ja durchaus kündbar, abhängig von Beschäftigtenzahl etc. Warum sollte also ein Arbeitgeber diese für ihn dann teureren Beschäftigten festhalten?

Als Arbeitnehmer würde ich dann auf "Bestand" bestehen wenn der Lohn länger als 3 Jahre in höherem Maße gezahlt wurde als evtl. als Mindestlohn irgendwann mal beschlossen wird. Pech haben so gesehen nur neue Arbeitnehmer die dann nur den Mindestlohn gezahlt bekommen würden.

Nefertari1968
14.08.2007, 13:57
Als Arbeitnehmer würde ich dann auf "Bestand" bestehen wenn der Lohn länger als 3 Jahre in höherem Maße gezahlt wurde als evtl. als Mindestlohn irgendwann mal beschlossen wird.

Das ist nachvollziehbar - nur lässt sich hier über Änderungskündigungen einiges von Arbeitgeberseite aushebeln... Dann dauert der Bestandschutz exakt so lange wie die Kündigungsfrist lt. Vertrag....



Pech haben so gesehen nur neue Arbeitnehmer die dann nur den Mindestlohn gezahlt bekommen würden.

Angenommen, es gäbe eine Möglichkeit sein Gehalt über einen längeren Zeitraum "zu sichern" und neue Arbeitnehmer verdienten dann weniger, stellt sich allerdings die Frage nach Gleichbehandlung... du weißt doch... gleiche Arbeit - gleicher Lohn...

Wenn das "hochsuppt" haben nicht nur Arbeitsgerichte gut zu tun... Werden wohl so oder so noch "lustige" Zeiten.... :kotz:

16011965
14.08.2007, 14:09
stellt sich allerdings die Frage nach Gleichbehandlung... du weißt doch... gleiche Arbeit - gleicher Lohn...



Die Frage stellt sich schon über 17 Jahre, noch verdienen die Leute im Westen mehr als die im Osten im selben Beruf bei gleicher Leistung ;)

Nefertari1968
14.08.2007, 14:16
Die Frage stellt sich schon über 17 Jahre, noch verdienen die Leute im Westen mehr als die im Osten im selben Beruf bei gleicher Leistung ;)

Jap... und in Städten mehr als auf dem Land und im Süden mehr als im Norden (ausgenommen vielleicht HH)...

Hier geht es allerdings darum, das der Staat/die Regierung vorschreibt, wie ein Mindestlohn umgesetzt werden soll - und immer wenn der Staat "eingreift" (meist unvollständig und nicht wirklich durchdacht) wird es besonders bunt ;)

16011965
14.08.2007, 15:49
[...] wird es besonders bunt ;)

genau und von daher lassen wir uns alle wieder überraschen was bei rum kommt ;)

dragonflyer
14.08.2007, 16:04
Selbst innerhalb der gleichen Stadt variieren die Gehälter erheblich :kotz:

Dieses hier war alleine für die Stadt Essen :wiebitte:

P.S: Gehaltsvergleich für Maschinenschlosser in unserer Region für Vollzeit reichte von 950€ Brutto(!!) bis zu 4.200€Brutto.


Dann will ich echt nicht wissen, wie groß allein in diesem Berufsbild die Unterschiede bundesweit gesehen sind :phobie1:

News Cat
13.09.2007, 10:55
Bildung, sozialer Aufstieg, Einkommensverteilung: Die meisten Deutschen glauben, dass in Deutschland keine Chancengleichheit besteht. Unmut herrscht vor allem über die als exorbitant empfundenen Gehälter für Spitzenmanager.

Mehr: Financial Times Deutschland (http://www.ftd.de/politik/deutschland/252110.html?nv=cd-rss200)

http://www.ftd.de/img/logo_home.gif

Nefertari1968
13.09.2007, 13:11
82 Prozent der Bevölkerung sind überzeugt, dass die Einkommens- und Vermögensverhältnisse in Deutschland ungerecht verteilt sind. Die gefühlte Ungleichverteilung hat einen realen Hintergrund:

Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse haben sich in den vergangenen Jahren tatsächlich deutlich zugunsten der reichsten zehn Prozent verschoben. Verärgert sind die Deutschen vor allem über die als extrem hoch eingestuften Gehälter für Manager.


http://www.ftd.de/politik/deutschland/252110.html?p=4#a1

und wen sollte das wundern? Hier mal ein paar Wahrheiten:


Frankfurt am Main - Im Schnitt hätten die Chefs der 30 Dax-Konzerne im Jahr 2005 drei Millionen Euro verdient, heißt es in einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) - die Bezüge der Vorstandschefs seien damit verglichen mit dem Jahr 2004 um elf Prozent gestiegen. Auch das durchschnittliche Salär der übrigen Vorstände stieg laut DSW um elf Prozent auf nunmehr durchschnittlich 1,7 Millionen Euro

175 Prozent Plus für den Vorstand (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,442838,00.html)


.

Dax-Vorstände: So viel verdienen deutsche Top-Manager (http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,20164,00.html)





Vorstandsgehälter: Was Köpfe wert sind

Adidas: Herbert Hainer (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/adidas-salomon_aid_10820.html)

Allianz: Michael Diekmann (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/allianz_aid_10839.html)

Altana: Nikolaus Schweickart (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/altana_aid_10871.html)

BASF: Dr. Jürgen Hambrecht (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/basf_aid_10876.html)

Bayer: Werner Wenning (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/bayer_aid_10891.html)

BMW: Norbert Reithofer (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/bmw_aid_10901.html)

Commerzbank: Klaus-Peter Müller (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/commerzbank_aid_10905.html)

Continental: Manfred Wennemer (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/continental_aid_10910.html)

DaimlerChrysler: Dieter Zetsche (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/daimlerchrysler_aid_10913.html)

Deutsche Bank: Josef Ackermann (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/deutsche-bank_aid_10914.html)

Deutsche Börse: Reto Francioni (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/deutsche-boerse_aid_10917.html)

Deutsche Lufthansa: Wolfgang Mayrhuber (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/deutsche-lufthansa_aid_10919.html)

Deutsche Post: Klaus Zumwinkel (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/deutsche-post_aid_10923.html)

Postbank: Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/postbank_aid_24291.html)

Deutsche Telekom: René Obermann (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/deutsche-telekom_aid_10924.html)

E.on: Wulf Bernotat (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/e-on_aid_10927.html)

Fresenius Medical Care: Dr. Ben Lipps (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/fresenius-medical-care_aid_10948.html)

Henkel: Prof. Dr. Ulrich Lehner (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/henkel_aid_10951.html)

Hypo Real Estate: Georg Funke (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/hypo-real-estate_aid_11022.html)

Infineon: Wolfgang Ziebart (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/infineon_aid_11026.html)

Linde: Wolfgang Reitzle (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/linde_aid_11032.html)

MAN: Hakan Samuelsson (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/man_aid_11083.html)

Metro: Hans-Joachim Körber (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/metro_aid_11084.html)

Münchner Rück: Nikolaus von Bomhard (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/muenchner-rueck_aid_11124.html)

RWE: Harry Roels (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/rwe_aid_11136.html)

SAP: Henning Kagermann (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/sap_aid_17097.html)

Siemens: Peter Löscher (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/siemens_aid_27607.html)

ThyssenKrupp: Ekkehard D. Schulz (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/thyssenkrupp_aid_17147.html)

TUI: Michael Frenzel (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/tui_aid_11130.html)

VW: Martin Winterkorn (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/vw_aid_17149.html)



Vorstandsgehälter - Focus Online (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/vorstandsgehaelter/vorstandsgehaelter_aid_10819.html)


Um das gleich einmal klarzustellen: es ist völlig in Ordnung, wenn Menschen, die im Beruf viel leisten müssen, einen hohen Grad an Verantworung tragen usw., auch entsprechend verdienen.

Nicht in Ordnung ist es, wenn für Gehälter nur einiger Weniger.....

..... Betriebsstandorte verlegt werden, Menschen ihren Job verlieren (und dafür Zeitarbeiter eingesetzt werden), Mitarbeiter seit Jahren laufend immer weniger verdienen (obgleich sie in ihrem Rahmen auch Leistung bringen müssen, Verantwortung tragen usw.). Wenbn das Unternehmen nun "schlecht" dasteht, dann kann es nicht angehen, dass ganz viele reguläre Mitarbeiter dafür den Preis zahlen müssen, während die "obere Riege" unverändert verdient.



Natürlich sind es nicht die Vorstandsvorsitzenden allein, die für Erfolg oder Misserfolg eines Konzerns verantwortlich sind, und selbstverständlich ist der Unternehmensgewinn nur eine wichtige Kennzahl neben anderen. Das Verhältnis von Vorstandsgehalt und Konzerngewinn ist aber zumindest ein Indiz dafür, ob ein Unternehmenschef sein Geld verdient hat.


Was Konzernchefs leisten - Focus online (http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/dax-unternehmen_aid_68421.html)

Gaston
01.10.2007, 23:21
Oliver Spodzieja versteht die Welt nicht mehr. Der Maschinenschlosser aus Brüggen ist erwerbstätig und bringt monatlich 2300 Euro nach Hause. Trotzdem muß er jeden Cent zwei Mal umdrehen und ist Hartz-IV-Empfänger. Mit allen entwürdigenden Folgen. Jedes Eis, das er seinen Kindern kaufen möchte, muß gut überlegt sein. Sechs Jahre lang fuhr die Familie nicht in den Urlaub. Als das Wetter schlechter wurde, hatten die Kinder nur Sandalen zum Anziehen. Mit den Kindern sind sie zur Arbeitsagentur gegangen, um das zu demonstrieren. Das einzige, was der Behörde dazu einfiel: Man habe gedroht, das Jugendamt zu verständigen, sagt Spodzieja empört.

Seit der Verschärfung der Hartz-IV-Regelungen (»Fortentwicklungsgesetz«) am 1. August 2006 ist die von bundesarbeitsagentur und Kommune gebildete sogenannte Arbeitsgemeinschaft (ARGE) für Spodzieja zuständig. Nach der neuen Gesetzesregelung wurden von heute auf morgen unzählige Stiefväter plötzlich verpflichtet, für ihre Stiefkinder aufkommen zu müssen. Vielen geht es ähnlich wie den Spodziejas. Da muß ein Vierjähriger aus dem Kindergarten genommen werden, weil 190 Euro fehlen. Mitgliedschaften älterer Geschwister in Sportvereinen müssen gekündigt werden.

In Oliver Spodziejas speziellem Fall hieß das, daß er nicht nur für seine Frau Cordula und sein eigenes Kind aufkommen muß, sondern auch für die vier Kinder seiner Frau aus erster Ehe. Denn der leibliche Vater zahlt keinen Unterhalt.


Mehr: junge Welt (http://www.jungewelt.de/2007/10-02/044.php)

Gaston
04.12.2007, 00:43
Millionen Deutsche verdienen zu wenig zum Leben

Arm trotz Arbeitsplatz: Immer weniger Menschen in Deutschland können allein vom Lohn ihrer Arbeit leben. Die Zahl derer, die deshalb auf das Arbeitslosengeld II angewiesen sind, geht nach Berechnungen von Arbeitsmarktforschern in die Millionen.

http://adserv.quality-channel.de/RealMedia/ads/adstream_nx.ads/www.ftd.de/politik/artikel/1014709507@Top,Top1,TopLeft,TopRight,Left,Left2,Le ft3,Right,Right1,Right2,Right3,Right4,Right5,Middl e,Middle1,Middle2,Middle3,Middle4,Middle5,Bottom,B ottom1,Bottom2,Position1,x01,x02,x03,x04,x05,x20,x 21,x22,x23,x32,x70%21Middle1 (http://adserv.quality-channel.de/RealMedia/ads/click_nx.ads/www.ftd.de/politik/artikel/1014709507@Top,Top1,TopLeft,TopRight,Left,Left2,Le ft3,Right,Right1,Right2,Right3,Right4,Right5,Middl e,Middle1,Middle2,Middle3,Middle4,Middle5,Bottom,B ottom1,Bottom2,Position1,x01,x02,x03,x04,x05,x20,x 21,x22,x23,x32,x70%21Middle1)
Allein zwischen 2005 und Januar 2007 sei die Zahl der "Aufstocker" um 420.000 auf rund 1,3 Millionen gestiegen, geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.
Bedürftigkeit trotz Erwerbsarbeit sei jedoch häufig nur ein vorübergehender Zustand, stellen die Autoren der Studie fest. Am leichtesten gelingt Alleinstehenden mit Vollzeitjob der Absprung aus der Hilfebedürftigkeit. Dagegen blieben geringfügig Beschäftigte und Familien relativ lange im Leistungsbezug.



Mehr: FTD (http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Millionen%20Deutsche%20Leben/287443.html)

Es sollte zu Denken geben wenn so kritische Artikel den Weg in die FTD finden....

dragonflyer
04.12.2007, 09:02
Mehr: FTD (http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Millionen%20Deutsche%20Leben/287443.html)

Es sollte zu Denken geben wenn so kritische Artikel den Weg in die FTD finden....

Und trotzdem hört man von so manchen anderen noch gut verdienenden Arbeitnehmern, man solle sich doch einfach eine Arbeit bei einer "Festfirma" suche, dann würde man auch genug verdienen.
Das es da kaum Chancen gibt, kapieren manche Leute einfach nicht. :wallblash:
Oder glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass mein Männe sonst ernsthaft seit 13 1/2 Jahre bei einer Zeitarbeitsfirma geblieben wäre, wenn es so einfach wäre, eine Festfirma zu finden?? :gaga:

nontestatum
05.12.2007, 03:47
Es sollte zu Denken geben wenn so kritische Artikel den Weg in die FTD finden....


Ob der Artikel soooo nett unmd freundlich war, wage ich zu bezweifeln.

Die haben nämlich auch das geschrieben:


Ein Teil der Betroffenen beantrage auch Hartz IV, um von hohen Unterkunftskosten entlastet zu werden. Bei Hartz-IV-Betroffenen kommen die Jobcenter für Miete und Heizkosten auf. Die Regelung löste das frühere Wohngeld ab, das früher auch ohne Sozialhilfebezug gewährt worden war.

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Millionen%20Deutsche%20Leben/287443.html

Man beantragt Hartz IV (hier wird Hartz IV benutzt, nicht die korrekte Bezeichnung ALG II) um von hohen Unterkunftskosten entlastet zu werden. Hört sich irgendwie an wie: das faule Pack lässt sich seine Paläste vom Staat bezahlen. Die Wahrheit wäre ja wohl: Der soziale Wohnungsbau lahmt seit Jahrzehnten, preiswerter Wohnraum ist kaum zu bekommen, und der Durchschnittsbeschäftigte muss sich in ALG II retten, weil er sonst vom Hauswirt gefeuert wird.

Ausserdem stimmt der letzte Satz nicht, ALG II schliesst Wohngeld aus.

Der Artikel hat eine gewisse Unschärfe und befindet sich auf Söder-Niveau.

Gaston
05.12.2007, 09:10
Ok, in dem Abschnitt wurde schlecht recherchiert. Aber die Kernaussage ist schon wichtig und bekommt halt mehr Gewicht, wenn sie in der FTD zu finden ist, als wenn man sie im Neues Deutschland lesen würde.

Nefertari1968
11.12.2007, 02:38
Wenn es sich nicht so grotesk lesen würde, dann könnte man glatt :gaga:




Mindestlohn, eine Minderheitendebatte - Alles wegen 0,25 Prozent

(...)

Der Mindestlohn ist also eine Minderheitendebatte. Der Vorwurf der Sozialdemokraten, gierige Unternehmen würden die Löhne immer weiter drücken, weil der Staat sie allemal aufstocke, lässt sich damit nicht belegen.

Und selbst ein Mindestlohn von 7,50 Euro würde nicht helfen. Denn die Bezieher erhalten fast immer vor allem deshalb ergänzendes Hartz IV, weil sie in Paarbeziehungen oder in Familien leben. Addiert man alle fälligen Zahlungen, kann das für eine vierköpfige Familie schnell über 1500 Euro im Monat ergeben.

Insgesamt zeigen die IAB-Zahlen dass "Bedürftigkeit trotz Erwerbsarbeit häufig nur ein vorübergehender Zustand" ist. Anders formuliert: Für Hartz-IV-Bezieher ist die Aufnahme einer Vollzeittätigkeit der beste und schnellste Weg, ihrer Bedürftigkeit zu entkommen - egal, wie entlohnt wird.

(...)

Kommt der Mindestlohn in der Pflege, wird noch mehr schwarzgearbeitet. Zehntausende von Chancen werden so zerstört, Geringqualifizierte endlich wieder in Arbeit zu bringen. Das ist so ziemlich das Unsozialste, was Politik sich ausdenken kann.


Weiterlesen (http://www.welt.de/welt_print/article1445801/Alles_wegen_025_Prozent.html)


:wiebitte:

Siehe hierzu auch: Hunger nach Lohn - Mindestlohn (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=1577&highlight=Aufstocker)

HorstLE
10.01.2008, 12:19
Jörg Rohde (FDP) (http://www.abgeordnetenwatch.de/joerg_rohde-650-6594--f89982.html#frage89982) u.a. zum ALG-II-Regelsatz


ALG I und II, die Grundsicherung und andere Leistungen der Sozialhilfe dienen der Sicherung des finanziellen Existenzminimums und werden um Leistungen für Unterkunft und Heizung ergänzt. Diese Leistungen stellen keinen "Gnadenerweis" der Politik dar, sondern sind eine solidarische Absicherung, die überwiegend aus dem Steuer- und Sozialabgabenaufkommen der Erwerbstätigen und Steuerzahler finanziert wird. Schon aus Gründen der Solidarität muss sich die Höhe der Leistung deshalb nicht nur am Existenzminimum orientieren, sondern sollte auch niedriger sein, als das Einkommen eines Geringverdieners, der auch nicht viel Geld uebrig hat, aber keine staatliche Unterstützung erhält. Mir ist durchaus bewusst, dass man mit ALG II finanziell keine grossen Spruenge machen kann. Ich bin aber auch der Auffassung, dass die, die arbeiten, mehr im Portemonnaie haben müssen, als die, die nicht arbeiten. Deshalb fordert die FDP auch, dass die Zuverdienstgrenzen für ALG-II-Bezieher erhöht werden, damit sich auch ein kleiner (Neben)Verdienst positiv bemerkbar macht und nicht durch Anrechnung auf das ALG sofort wieder aufgezehrt wird.

Nefertari1968
15.01.2008, 13:58
Auszug aus den Nachdenkseiten zur Lohnentwicklung in 2007:



Die Entwicklung der Brutto- und Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ist ernüchternd. Bei den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten handelt es sich zudem um Nominalwerte.
Inflationsbereinigt haben sich die Löhne und -gehälter je Arbeitnehmer auch in 2007 rückläufig entwickelt:

Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer: - 0,8%
Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer: - 1,6%.In dieser schlechten Entwicklung zeigt sich zweierlei:

die nur mäßige Steigerung der Löhne und -gehälter sowie
die schlechte Qualität der neugeschaffenen Stellen (Niedriglöhne, Leiharbeit usw.).


Vollständiger Artikel: http://www.nachdenkseiten.de/?p=2892


IAB (http://www.sh-landkreistag.de/media/custom/100_23353_1.PDF)Kurzbericht Nr. 22 / 30.11.2007 über die 2,5 Mio. Aufstocker aus dem Jahr 2005
(http://www.sh-landkreistag.de/media/custom/100_23353_1.PDF)
Fortsetzung des Threads: Aufstocker - Arm trotz Arbeit! - Zuverdienstgrenzen: Teil I (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=6082) hier im Forum.

.

Nefertari1968
15.01.2008, 14:00
Wegen Überfüllung geschlossen - hier geht es weiter:

Aufstocker - Arm trotz Arbeit! - Zuverdienstgrenzen: Teil II (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=8062)

Gaston
16.01.2008, 10:56
Wie war das noch gleich? Der Aufschwung ist angekommen? Aber offensichtlich nicht in den Brieftaschen der Arbeitnehmer. Das wird sich weiter auf den Binnenmarkt auswirken, der offensichtlich nebensächlich ist.

Nefertari1968
18.01.2008, 03:14
Die Sichtweise der "anderen" oder... verkappte "Familienförderung":wiebitte: :



10. Januar 2008: Die wachsende Zahl der Arbeitnehmer, die zusätzlich zu ihrem Erwerbseinkommen ergänzendes Arbeitslosengeld II erhalten („Aufstocker“), ist kein Indiz für zunehmende Bedürftigkeit. Sie ist vielmehr Folge der höheren Hinzuverdienstgrenzen, einer besonderen Familienförderung, einer großzügigeren Übernahme von Miet- und Heizkosten sowie verzerrter Beschäftigungsanreize für Teilzeitarbeit. Zu diesem Schluss kommen Hendrik Luchtmeier vom Bundeswirtschaftsministerium und Johannes Ziemendorff vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

(...)

Von den im Januar 2007 registrierten rund 1,25 Millionen Betroffenen seien nur 380.000 „echte“ Aufstocker, die mehr als 800 Euro im Monat verdienten; unter diesen seien wiederum nur 47.000 Alleinstehende. Dies zeige, dass es sich beim ergänzenden Arbeitslosengeld II um eine Familienförderung handele: „Viele Erwerbstätige würden als Alleinstehende keine ergänzenden AlG-II-Leistungen erhalten, als ,Ernährer‘ einer Familie rutschen sie jedoch in den Transferbezug.“


Quelle und vollständiger Artikel: FAZ (http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EDE844AA6FC9E478CA51DF0CBC48901C3~ATpl~Ecommon ~Scontent.html?rss_aktuell)

Fazit:

Dieser erste Artikel macht die angeblich so hohen Grundleistungen für die "Unattraktivität" der Arbeit verantwortlich - sehr wohl ignorierend, dass die (ehem.) Regierung eben über den verkappten "Kombi-Lohn" Hartz IV, über die Erweiterung der Zeitarbeit und über die "Befreiung der Minijobs exakt in diese Richtung steuern wollte - Zugeständnisse an Unternehmen, die ja teils sogar mit besagten erg. Leistungen "werben": "Sie können ja ergänzend ALG II beantragen...."

Wären aber die Grundleistungen nicht (angeblich) so hoch, wäre diese Aufstockung teils nicht gegeben. Nun könnte man meinen, die logische Schlussfolgerung wäre eine Absenkung der Leistungen... fragt sich nur, wie der ursächliche Mangel an Arbeit dann zu beseitigen wäre? Aus dreien - für den Unternehmer günstigeren - Minijobs entstehen nun einmal keine 2-3 Vollzeitstellen...

...und... von einem Minijob kann man mit Familie nicht leben - von zweien ebenfalls nicht, nicht zuletzt deswegen, weil auch uns die hohen Sozialabgaben sprichwörtlich auffressen, während sie im Umkehrschluss kaum noch etwas an Gegenwert zu bieten haben... Durchschnittlich 1.900 Euro Rente für eine die Grundsicherung übersteigende Rente in 15 Arbeitsjahren erforderlich... das ist nur ein Stichpunkt.

Davon ab... Vollbeschäftigung war einmal - mittlerweile bei ca. 1,4 Mio. rotierend offenen Stellen und ca. 8 Mio. (Teilzeit-) (Aufstocker-) (Mini-Jobber-) (EEJ-) (ABM-) (RBM-) (Maßnahme-)-Arbeitslosen, fallen irgendwie doch eine ganze Menge Menschen "hinten runter". Bei allem Verständnis - es ist schlicht unmöglich, dass alle unwillig, faul, unflexibel oder "doof" im Sinne von unqualifiziert sind.

Die "Familienförderung" - die man wohl als unzureichend bewerten müsste ,ist schuld an der geringen Beschäftigungsaufnahme =?
- dabei ist es doch umgekehrt, die mangelhafte Familienförderung wird, ist und bleibt schlussendlich nötig, weil keine bedarfsdeckenden Löhne und Gehälter gezahlt werden ...

...und man immerhin bereit ist, diesen betroffenen Familien (1,9 Mio Kinder? = plus je mindestens ein Erwachsener) soviel zukommen zu lassen, dass sie nicht verhungern müssen... Von Luxus-Lotter-Leben oder gar "soziokultureller" Beteiligung großer Bevölkerungsschichten kann man doch nun allein angesichts gestiegener Energie- und Lebensmittelpreise nicht mehr wirklich sprechen...

"Stark" fand ich das Zitat: "verzerrte Beschäftigungsanreize für Teilzeitarbeit", denn 1) wurden Mini-Jobs von ihrer Zeiteinschränkung "befreit", 2) gibt es Zumutbarkeitsregelungen, die Teilzeitbeschäftigung nicht ausschließen 3) gibt es die Verpflichtung "Hilfebedürftigkeit" zu minimieren... Letztlich arbeiten genügend 400-Euro-Jobber dort, wo früher "echte" Teilzeitbeschäftigte zu "echten" Teilzeitgehältern- und Löhnen "beschäftigt" wurden und erledigen die gleiche Arbeit für 4-7 Euro die Stunde... Wenn man bestimmte Supermärkte und Discounter betritt, trifft man kaum noch auf "richtige" Angestellte, gleiches Phänomen begegnet uns an Tankstellen, in Büros... fast überall... Zufall?

Eher nicht - es ist ein Instrument um die Arbeitslosenzahlen nach unten zu drücken, weil man darum wusste und weiß, dass 400-Euro-Jobs besser gehen und Teilzeit in dieser Form oder auch im Midi-Bereich eher realisierbar ist. Man hat diese Option sehr bewusst gewählt, mangels realer Alternativen...

... und in die gleiche Charge fallen auch bestimmte Arbeitsmarktpolitische Instrumente, wie 0-Euro-Praktikas (Trainingsmaßnahmen), EEJ, ABM, RBM, irgendwelche Schulungen usw. usf.

Und während das alles "einfach so" passiert, wird die ohnehin verlustträchtige unternehmerische Verantwortung hinsichtlich der Angestellten noch weiter ausgehöhlt... die Bindung an einen Praktikanten, an einen Mini-Jobber, an einem EEJ, ABM-ler oder Zeitarbeitnehmer wird naturgemäß nicht so intensiv sein können...

Überhaupt... wo bleiben sie denn, die Betriebskindergärten, die fairen Arbeitsverträge, die der Arbeitsleistung noch angemessenen Löhne und Gehälter?

Machen sich Unternehmer denn gar keine Gedanken, ob sie ihre Produkte und Dienstleistungen noch an weite Bevölkerungsschichten verkaufen können, wenn doch eben sie selbst als quasi eine Stimme, den Mindestlohn verurteilen, die vermeintliche "Familienförderung" für zu hoch halten, die maßgeblich willkommene Gesetzgebung "Fordern und Fördern" ursprünglich begrüßt und nun für verzerrte Beschäftigungsanreize ausgeben?

Nefertari1968
18.01.2008, 03:31
Ein etwas älterer Artikel mit Rechenbeispielen der besonderen Form:



(...)

Klar ist, je höher die Grundsicherung ausfällt, umso mehr sinkt die Bereitschaft, auch zu einem geringeren Lohn zu arbeiten. Dann müssen die Ausgaben der öffentlichen Haushalte und die Kosten der Sozialversicherungen über höhere Steuern und Beiträge auf weniger Schultern verteilt werden, was die Arbeit noch unattraktiver und teurer macht.

(...)

Wie eng die Sozialleistungen an ganz normale Erwerbseinkommen rücken können, zeigt sich am Verdienst im Gastgewerbe. Ein durchschnittlich verdienender Single hat dort den Berechnungen zufolge 1099 Euro netto im Monat. Das sind 435,07 Euro mehr als ein Hartz-IV-Empfänger. Mit einem Kind schrumpft die Lücke auf 363,81 Euro. Und mit einem nicht arbeitenden Ehepartner und einem weiteren Kind kommt der typische Gastronomie-Angestellte auf 1593,45 Euro im Monat. Ihm bleiben damit gerade einmal 1,45 Euro mehr, als die gleich große, rundum staatlich versorgte Familie zum Leben zur Verfügung hat.


Quelle und vollständiger Artikel: FAZ (http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EA2901121976244FCA2B1EFEDAB7149E0~ATpl~Ecommon ~Scontent.html)

Die übliche Argumentation mit dem Lohnabstandsgebot... so weit so gut - und wir, von 8 Mio. = 6,5 Mio. "übriggebliebene" Arbeitslose/Aufstocker in einer ohnehin geschönten Statistik, sollen nun allein den Preis der überzogenen Unternehmergewinne zahlen, indem wir Kürzungen der Leistungen etwa begrüßen oder auf Freibeträge verzichten?

Das wurde doch nicht für uns "eingerichtet" :wiebitte: Es wurde "erschaffen", weil man die Katastrophe voraussah... einbrechender Binnenmarkt und demnächst (bedingt durch den starken Euro) auch noch schlechte Prognosen im Export... Dazu der Anspruch der Arbeitgeber am Humankapital sparen zu wollen und reichlich politischer Druck...

Wie ist es denn mit dem Umkehrschluss? = Abschaffung von Zeitarbeit, EEJ, ABM, RBM etc., Eindämpfung von Mini-Jobs = dem Schaffen regulärer Beschäftigung zu leistungsgerechten Löhnen?

= Sanierung der Sozialkassen, höheres Steueraufkommen, Wohlstand der Kommunen, viele Häuslebauer = Wiederbelebung des Handwerks, höherer Wohlstand der Bevölkerung = Inanspruchnahme von Dienstleistungen = höhere Beschäftigungsquote usw. usf.

... es reicht nicht aus, sich über die 1,45 Euro aufzuregen, die ein Gastronomieangestellter mit Kindern im Vergleich zu einer ALG II-Familie (nur) mehr verdient... wenn ihr wollt, dass er sein Auskommen hat, dann erhöht seinen Lohn, schafft Betriebskindergärten, bildet euer Personal ...

= sorgt endlich wieder für die Menschen von denen auch ihr lebt!

Gaston
18.01.2008, 12:31
Sehr treffend analysiert, Kristin.

Der "Witz" an dieser Hetze ist, sie funktioniert. Über Jahrzehnte hat sich die Ansicht der Bevölkerung zementiert, Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose sind faul und die Leistungen sind viel zu hoch. Tatsache ist, die Leistungen wurden mit Einführung des neuen SGB drastisch gekürzt und "Familienförderung" kommt bei den Bedürftigen nicht an.
Bestes Beispiel ist hier die volle Anrechnung des Kindergeldes auf den Regelsatz.

Die Wirtschaft behauptet immer wieder es herrsche Fachkräftemangel, bedient sich aber zunehmend der Mini-Jobs und Zeitarbeit. Arbeit muss sich aber lohnen. Als Arbeitgeber kann ich keine hochwertige Arbeitsleistung erwarten, wenn ich diese nicht angemessen vergüte.

Die Unternehmen sind es, die den Staat abzocken und die Arbeitnehmer zunehmend ausbeuten. Siehe Nokia, erst rund 90 Millionen Förderung von Land und Staat kassieren, die Mitarbeiter zu Überstunden zwingen, schwarze Zahlen schreiben und dann nach Rumänien gehen. Dort sind die Löhne um Faktor 10 günstiger.

Trotzdem wird die Schuld den Arbeitslosen in die Schuhe geschoben. Das wird mittelfristig nicht mehr funktionieren. Bald hat jeder Arbeitnehmer in seiner Familie und Bekanntenkreis Arbeitslose, von denen er genau weiß dass die Vorurteile nicht zutreffen.
Dann wird sich die Grundhaltung ändern und die Sozialpolitik bekommt mehr Gewicht.

News Cat
20.01.2008, 15:14
Offenbar setzen immer mehr Arbeitsgeber darauf, dass der Staat ihre geringen Löhne mit Arbeitslosengeld II aufstockt. Inzwischen leben rund 30 Prozent mehr als 2005 von subventionierten Mini-Löhnen.

Mehr:Netzeitung (http://www.netzeitung.de/arbeitundberuf/882993.html)

Quelle: http://www.netzeitung.de/image/kopf-nz.gif

laukasius
20.01.2008, 15:37
Gaston,

folge ich nicht ganz.

Damals wurde doch noch wesentlich unterschieden.

Das über den Kamm scheren ergab sich eigentlich erst mit der Einführung von Hartz und der ununterbrochenden Hetze unseres damaligen bekannten Ministers.

Da wurde zusammengefügt und neue Abgründe erzeugt.


Cat,

Geschenke nehme auch ich gern entgegen.

Gaston
21.01.2008, 10:36
Ja stimmt. Da waren die Sozialhilfeempfänger das asoziale und faule Pack (wenn man bedenkt dass nur ein kleiner Teil der Sozialhilfeempfänger damals überhaut arbeitsfähig war. Den größten Teil nahmen Kinder und Rentner ein). Erst Schröder fügte dann den Arbeitslosen den Status der Faulen hinzu.

News Cat
21.01.2008, 12:40
Die Gewinne der Unternehmen seien seit Jahren gestiegen, die Arbeitnehmer aber hätten Reallohnverluste hinnehmen müssen. Deshalb will der SPD-Vorsitzende «deutliche Lohnerhöhungen» - aber nicht für alle.

Mehr:Netzeitung (http://www.netzeitung.de/deutschland/882792.html)

Quelle: http://www.netzeitung.de/image/kopf-nz.gif

Nefertari1968
06.02.2008, 22:56
Dumpinglöhne führen in großem Stil dazu, dass die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von ihrer Vollzeitarbeit nicht mehr leben können und der Staat einen Teil der Löhne bezahlt. 1,5 Milliarden Euro werden gegenwärtig aus dem Bundeshaushalt im Bereich der Grundsicherung (SGB II) an berufstätige Menschen bezahlt. Trend stark steigend.


Quelle (http://krabbenpost.de/?p=1242)

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HorstLE
08.02.2008, 08:11
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Arbeitsminister Olaf Scholz haben sich in einem gemeinsamen Schreiben für eine Erhöhung des Wohngeldes und eine Weiterentwicklung des Kinderzuschlages stark gemacht. Ziel der Initiative der SPD-Minister ist es, möglichst viele Menschen aus der Hilfebdürftigkeit zu holen. Derzeit gibt es mehr als 500.000 Menschen, die trotz Vollbeschäftigung auf zusätzliches Arbeitslosengeld II angewiesen sind.

Weiterlesen? HIER (http://www.net-tribune.de/article/070208-128.php)

News Cat
12.03.2008, 18:31
Millionen Deutsche würden sich freuen, wenn sie wenigstens den Mindestlohn bekämen, denn sie verdienen weit weniger. Europäische Gewerkschafter prangern die Verhältnisse in Deutschland an.

Mehr:Netzeitung (http://www.netzeitung.de/arbeitundberuf/933338.html)

Quelle: http://www.netzeitung.de/image/kopf-nz.gif

News Cat
14.03.2008, 10:11
Die Privatwirtschaft soll sie zahlen, doch der Staat hält sich nobel zurück. Zehntausende Staatsangestellte können von ihrem Lohn allein nicht mehr Leben – und müssen trotz ihres Jobs als Lehrer oder Erzieher mit Hartz IV aufstocken.

Mehr:Netzeitung (http://www.netzeitung.de/wirtschaft/wirtschaftspolitik/935077.html)

Quelle: http://www.netzeitung.de/image/kopf-nz.gif

HorstLE
11.04.2008, 00:15
Hartz IV: Harte Zeiten für Aufstocker - Weniger Kosten absetzbar

Seit dem 1. Januar 2008 gilt für die Berechnung des Einkommens beim Arbeitslosengeld II eine neue Verordnung. Sie bringt harte finanzielle Einschnitte für Hartz IV-Empfänger, die eine selbständige Tätigkeit ausüben und ergänzend Arbeitslosengeld II (ALG II) beziehen.
Erstes Urteil zur Neuberechnung

Das Sozialgericht Dresden hat am 7. März den ersten Beschluss zu der neuen Anrechnungs-Verordnung getroffen. Eine Hartz IV-Empfängerin hatte Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt, weil ihre Werbungskosten nicht mehr bei der Einkommensberechnung berücksichtigt wurden. Die Sozialrichter wiesen ihren Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz ab, weil nach ihrer Ansicht die Verordnung rechtmäßig und das Bundesarbeitsministerium auch dazu berechtigt ist, in der Verordnung festzulegen, dass die steuerrechtlichen Vergünstigungen nicht für Hartz IV-Empfänger gelten (Az.: S 5 AS 990/08 ER).

Quelle und Weiterlesen: HIER (http://www.anwalt.de/rechtstipps/detail.php?id=1626)

Siehe auch: Aufstocker - Arm trotz Arbeit! - Zuverdienstgrenzen: Teil I (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=6082)

elcorazon
13.06.2008, 17:30
jujhu, ich bin (zumindest für den monat mai) kein aufstocker mehr ..... oder doch nicht juhu??

nun, habe heute so eine art bescheid bekommen, dass ich die 12,61 euro für den monat mai zurückzahlen darf, da mein sohn und ich im monat april ca. 40 euro zu viel "verdient" hatten.
ok, ich darf weiterhin meine abrechnungen einreichen aber .... ich hätte ja fast das glück noch 112 euro kinderzuschuss zu bekommen .... doch da mein sohn ja das eqj macht, fällt er leider aus den kinderzuschuss heraus ..... den anspruch haben nur kinder, die nichts machen weil sie zu jung sind, oder die eej machen und halt weniger als 140 euro dazu "verdienen" ..................


ich liebe deutscheland .... :)

News Cat
15.01.2009, 15:11
Arm trotz Arbeit: Fünf Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland droht trotz eines Vollzeitjobs ein Abrutschen unter die Armutsgrenze. Wegen der Wirtschaftskrise könnte ihre Zahl noch weiter wachsen.

Mehr: Financial Times Deutschland (http://www.ftd.de/politik/deutschland/461374.html?nv=cd-rss200)

http://www.ftd.de/img/logo_home.gif

Siehe auch: Reallöhne sinken: Nettolöhne - Niedrigster Stand seit 1986 (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=5977&highlight=Aufstocker)


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Gaston
26.01.2009, 19:14
Hartz IV trotz Arbeit: Häufig spielen fehlende Kinderbetreuung oder gesundheitliche Einschränkungen eine Rolle

Rund 1,35 Millionen Erwerbstätige benötigen trotz Arbeit ergänzend Arbeitslosengeld II. Dabei handelt es sich aber nur selten um Vollzeitbeschäftigte, die ausschließlich aufgrund geringer Stundenlöhne bedürftig sind, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die meisten der sogenannten „Aufstocker“ arbeiten weniger als 35 Stunden pro Woche. Einer Ausweitung der Arbeitszeit stehen häufig gesundheitliche Einschränkungen, eine fehlende Berufsausbildung und mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten entgegen. Befragungsergebnisse würden auf eine in der Regel hohe Arbeitsmotivation der Betroffenen hinweisen, betonen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher.

Mehr: Sozialticker (http://www.sozialticker.com/hartz-iv-trotz-arbeit-haeufig-spielen-fehlende-kinderbetreuung-oder-gesundheitliche-einschraenkungen-eine-rolle_20090126.html)

Nefertari1968
22.08.2009, 10:14
Der Anteil der geringfügig Beschäftigten in Deutschland steigt auf 22,2 Prozent. Ein hohes Armutsrisiko herrscht vor allem bei Minijobbern.

Immer mehr Arbeitnehmer können von ihrem Lohn nicht gut leben. Der Grund: Der Anteil der Beschäftigten mit Teilzeitjobs, Zeitarbeit, geringfügig oder befristeter Arbeit ist auf mittlerweile 22,2 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Frankfurt am Main weiter mitteilte, hatten im vergangenen Jahr noch 66 Prozent aller Erwerbstätigen einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag mit mehr als 20 Stunden pro Woche. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil noch bei 72,6 Prozent. Der Anteil der minderwertigen Beschäftigungsformen erhöhte sich derweil um sechs Prozent von 16,2 auf 22,2 Prozent. Insgesamt befanden sich im vergangenen Jahr damit 7,7 Millionen Menschen in atypischer Beschäftigung. Die größte Gruppe waren mit 4,9 Millionen Teilzeitbeschäftigte. Den kleinsten Anteil hatte die Zeitarbeitsbranche mit 610 000 Beschäftigten.


Quelle und vollständiger Artikel: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Armut-Minijobs-DGB;art271,2877844


Siehe auch:

Zahl der Minijobs steigt immer weiter (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=6854)

Der Armuts- und Reichtumsbericht - Armutsbericht! - Existenzminimumbericht - 2008 (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=8486&highlight=Aufstocker)

Reallöhne sinken: Nettolöhne - Niedrigster Stand seit 1986 (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=5977&highlight=Aufstocker)

Zeitarbeit: Leiharbeitsfirmen genau auswählen! (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=9960&highlight=Aufstocker)

Arm trotz Arbeit - Niedriglohn - Kombilohn - Lohndumping - Hungerlöhne (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=4086&highlight=Aufstocker)

Nefertari1968
27.11.2009, 17:21
Berlin ist die Stadt der Akademiker und Kreativen. Der Wettbewerb ist hart, die Bezahlung oft schlecht. Dozenten lehren gratis, Anwälte und Architekten kämpfen um jeden Auftrag. Viele sind zum Überleben auf Hartz IV angewiesen.

qa http://www.tagesspiegel.de/berlin/Hartz-IV-Architektur;art270,2956251

Nefertari1968
28.11.2009, 17:24
Mist.... einer hat´s bemerkt umgotteswillen1 :ironie:


Heinrich Alt, Vorstandmitglied der Bundesagentur für Arbeit, warnt in einem Interview mit der Financial Times Deutschland davor, zu sehr an der Hinzuverdienstgrenze zu rütteln. Abhängig davon, wie hoch die Änderungen ausfielen, könnten wenige tausend oder aber ein paar Millionen Menschen zu Leistungsbeziehern werden. Denn die Grenze gelte nicht nur für den Personenkreis, der bereits Hartz IV beziehe, sondern auch für jeden, der wenig verdiene und mit Sozialleistungen aufstocken müsse. Derzeit gebe es rund 540.000 so genannte Aufstocker. Wie viele es werden könnten, lasse sich nicht absehen.

qa http://www.bafoeg-aktuell.de/News/2009/11/04/alg-ii-hoehere-hinzuverdienstgrenze-treibt-mehr-menschen-in-hartz-iv/


... und nun? :weißnicht:

Nefertari1968
01.02.2010, 22:49
Siehe auch: Reallöhne sinken: Nettolöhne - Niedrigster Stand seit 1986 (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=5977)

zu den Ursachen: Immer weniger Vollzeitarbeit: Verlagerung von Arbeitsplätzen - Jobabbau und andere Tricks (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=18097)




Die Zahl der “Aufstocker” wächst immer weiter. Die Zahl der sogenannten “Aufstocker” liegt mittlerweile bei gut 1,3 Millionen Erwerbstätigen, wobei fast eine halbe Million davon Vollzeit arbeiten geht.

(...)


Der Niedriglohnsektor in Deutschland ist mittlerweile der zweitgrößte weltweit nach den USA.

Diese Ausbreitung sehen Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und Arbeitsmarktexperten denkbar verschieden. Während für Gewerkschaften klar ist, dass ein gesetzlicher Mindestlohn das einzig sinnvolle Mittel gegen die weitere Ausbreitung von Niedrig- und Niedrigstlöhnen sei, sehen viele Arbeitgeber in Niedriglohnjobs eine sinnvolle Alternative zur Finanzierung von Arbeitslosigkeit.

(...)

Für zahlreiche Arbeitsmarktexperten sind dagegen staatlich finanzierte Zusatzleistungen à la “Aufstocken” eine ungewollte Form des Lohndumpings. Denn: Betriebe setzten verstärkt Niedrigverdiener ein, um die Löhne immer weiter zu drücken. Arbeitgeber verlassen sich im Zweifelsfall auf den Staat als Lohnunterstützer, so die Befürchtung.


Quelle und vollständiger Artikel: http://reporter.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,1872,8021877,00.html

Video: Kein Auskommen mit dem Einkommen (http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/958550)

Siehe auch: Lohndrücker (http://www.lebens-phase.de/forum/showpost.php?p=101027&postcount=11)

Nobby
24.02.2010, 11:50
Die jetzigen Regelungen fördern zu sehr die Neigung der Hilfeempfänger, nur Minijobs anzunehmen und zum Arbeitslosengeld II lediglich ein großzügiges Taschengeld hinzu zu verdienen. Die Regelung der Anrechnung von eigenem Einkommen auf das Arbeitslosengeld II muss meines Erachtens umgekehrt werden. Beschäftigungen bis 200 Euro sollten beispielsweise voll auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden. Bei Vollzeit- oder vollzeitnahen Jobs müsste den Hartz IV-Beziehern mehr Netto bleiben.

:------>: (http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Wirtschaft/118958/%22Hartz-IV-Zuverdienste+voll+anrechen%22.html)

Nefertari1968
26.02.2010, 18:40
Siehe auch: http://www.lebens-phase.de/forum/showpost.php?p=102848&postcount=19



Jeder zehnte Erwerbstätige, der wegen seines geringen Arbeitseinkommens zusätzliche Hartz-IV-Leistungen bezieht, ist im öffentlichen Dienst oder einem Unternehmen im öffentlichen Sektor beschäftigt.

(...)

Ihr Tätigkeitsbereich umfasst die öffentliche Verwaltung, das Bildungs- und Sozialwesen sowie die Entsorgungswirtschaft.

(...)


qa http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/wirtschaft/Jeder-zehnte-Hartz-IV-Aufstocker-arbeitet-fuer-den-Staat;art2819,3202447

Nefertari1968
08.04.2010, 17:35
Firmen zahlen so schlechte Löhne, dass der Staat sie aufstocken muss. Das ist für den Wissenschaftler Gerhard Bosch der wirkliche Missbrauch bei Hartz IV. Wir sprachen mit dem Professor und Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen.

Herr Bosch, stimmt es, dass Hartz-IV-Empfänger oft mehr Geld bekommen als Menschen, die ihr Einkommen selbst verdienen?
Nein. Das kann bei Familien mit vielen Kindern mal vorkommen. Aber das ist die Minderheit. Diese Überschneidungen muss es aber in Einzelfällen auch geben. Wir können Kinder ja nicht in absoluter Armut aufwachsen lassen.

Glauben Sie, dass Guido Westerwelle mit seiner Kampagne gegen Hartz-IV-Bezieher Arbeitnehmer anspricht?
Ich glaube, dass die Mehrheit ambivalent reagiert. Einerseits ist die Angst vor einem Abstieg in Hartz IV sehr verbreitet. Viele wissen, dass auch sie unverschuldet arbeitslos werden können. Andererseits kennt fast jeder irgendeinen Missbrauchsfall in der Nachbarschaft - auch wenn es nur Minderheiten sind, die den Sozialstaat missbrauchen.

Alle reden jetzt vom Lohnabstandsgebot, also davon, dass die untersten Löhne höher sein müssen als Hartz IV.
Es entspricht dem Gerechtigkeitsempfinden der meisten Menschen - auch meinem, dass die, die arbeiten, mehr Geld bekommen sollten. Sinken Löhne, verfällt auch die Arbeitsmotivation. Studien belegen, dass Beschäftigte mit Niedriglöhnen weniger produktiv sind als andere.

Kann man Hartz IV denn überhaupt mit dem Lohn vergleichen?
Hartz IV ergibt sich aus der Pflicht des Sozialstaats, Menschen das Existenzminimum zu sichern, wenn sie aus eigener Kraft nicht dazu in der Lage sind. Das tut er ja auch bei denen, die arbeiten. Dann nämlich, wenn sie so wenig Lohn erhalten, dass sie ihren Lebensunterhalt davon nicht bestreiten können. 1,3 Millionen Erwerbstätige bekommen Hartz IV. Das kostet den Staat pro Jahr 9,3 Milliarden Euro.

Für einen guten Zweck?
Weniger. Ein Großteil davon sind Subventionen an Unternehmen. Und zwar an solche, die zu den schlechtesten mit den übelsten Entlohnungspraktiken gehören. Die, die Arbeitnehmer zu den Arbeitsagenturen schicken und sagen: Holt Euch da den Rest. Das ist der große Missbrauch: Nicht der durch Hartz- IV-Empfänger, sondern durch schlechte Arbeitgeber. Darum gibt es in vielen Ländern Mindestlöhne, etwa in Großbritannien, wo der Finanzminister sagt: Die Lohnsubventionen werden zu teuer. Wir müssen Untergrenzen setzen, sonst nutzen die Unternehmen das aus.



qa http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/internet/style.xsl/view_4126.htm


Siehe auch: Lohnabstandsgebot - Wie Arbeit entwertet wird - Ende des Sozialstaates (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=19171)

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MikelF1963
04.05.2010, 19:11
Immer mehr Berufstätige zusätzlich auf Hartz IV angewiesen


In Deutschland waren im vergangenen Jahr im Schnitt 1,325 Millionen Berufstätige zusätzlich zu ihrem Lohn auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Damit flossen aus dem Bundeshaushalt 10,9 Milliarden Euro in diese Form der Lohnsubvention, bestätigte eine Sprecherin der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Vor allem in Minijobs arbeiteten deutlich mehr ALG-II-Empfänger. Diesen Artikel weiter lesen


Quelle: weiterlesen http://de.news.yahoo.com/2/20100504/tde-immer-mehr-berufstaetige-zusaetzlich-a4484c6.html