Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eingliederung - Arbeitsgelegenheiten - EEJ - Ein-Euro-Jobs - Bürgerarbeit - Arbeitszwang und Workfare
München - Die von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) entwickelte Reform des Arbeitsmarkts könnte bis zu 1,4 Millionen neue Stellen schaffen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf ein Gutachten des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Das wären zehnmal so viele Arbeitsplätze wie das Konzept von Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) verspricht......
.....Jeder Erwerbslose müsste einer regulären Beschäftigung oder einer öffentlich bereitgestellten Arbeit - in Art der Ein-Euro-Jobs - nachgehen, sonst würde er keine staatliche Unterstützung mehr bekommen.Mehr: Spiegel online (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,473484,00.html)
Nette Idee, dann hätten wir "Vollbeschäftigung" und 5 Millionen Arbeitslose würden nicht arbeiten wollen. Genau das wird nämlich mit diesen Vorschlägen unterstellt und kommuniziert. Dass aber Zwangsarbeit, welche mit dem Ein-Euro-Job sämtliche arbeits- und tarifrechtlichen Bestimmungen unterläuft, zusätzlich Arbeitsplätze vernichten wird, das wird den Menschen erst dann aufgehen, wenn auch sie durch einen Ein-Euro-Job ersetzt werden.
Bleibt abzuwarten, ob er sich mit seiner Idee durchsetzen kann.
Manchmal wünsche ich mir das sogar. Denn dann kann ich zur Arge gehen und meinen Job verlangen. Bei 5 Millionen Arbeitslosen nur 1.4 Millionen in Beschäftigung bringen? Was macht der Rest? Nach dem Selbstverständnis des Vorschlags dürften diese dann keinerlei Hilfen mehr erhalten.
News Cat
03.04.2007, 18:42
Berlin : (hib/MPI) Über die Praxis der Sofortangebote für Arbeitslosengeld-II-Neubezieher möchte die Fraktion Die Linke in einer Kleinen Anfrage ( 16/4823 ) informiert werden. Insbesondere wollen die Abgeordneten wissen, wie die Bundesregierung Fälle beurteilt, in denen so genannte Ein-Euro-Jobs zugewiesen werden, ohne dass der Leistungsanspruch des Hilfesuchenden geprüft worden sei. ...
Mehr: Bundestag (http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_093/09.html)
Nefertari1968
03.04.2007, 19:23
Aus Arbeitsgemeinschaften (Argen), zum Beispiel der Arbeitsgemeinschaft Seite 1, März 29, 2007, Neumünster, ist bekannt, dass Personen, die ein Antragsformular auf Leistungen nach dem SGB II in der Arge erhalten wollen, sofort und ohne ein Gespräh mit einem Fallmanager eine Zuweisung zu einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung erhalten.
Das betrifft zum Teil auch Personen, die zuvor Geldleistungen nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) erhalten haben. Die Hilfebedürftigkeit bzw. mögliche Dauer der Hilfebedürftigkeit der den Antrag stellen wollenden Personen wird vor der Zuweisung nicht überprüft, ebenfalls nicht die Eignung, die individuelle Lebenssituation, insbesondere die familiäre Situation. Es wird auch nicht die Dauerhaftigkeit der Eingliederung bei der Zuweisung berücksichtigt.
Es werden in der Zuweisung keine genauen Beschreibungen der Tätigkeit, sondern z.B. nur Hilfsarbeiter/Hilfsarbeiterin ohne nähere Tätigkeitsangabe in Arbeitsgelegenheiten für Jugendliche in Neumünster, und keine genaue Angabe des Ortes der Tätigkeit, z.B. nur Neumünster, gegeben
http://dip.bundestag.de/btd/16/048/1604823.pdf
Die "kleine" Anfrage, die eigentlich eine große Anfrage ist... man darf auf die Antworten sehr gespannt sein...
dragonflyer
03.04.2007, 23:34
http://dip.bundestag.de/btd/16/048/1604823.pdf
Die "kleine" Anfrage, die eigentlich eine große Anfrage ist... man darf auf die Antworten sehr gespannt sein...
Da bin ich auch gespannt auf die Antworten *g*
Mir ist heute auch wieder eine Vorladung zu einer Trainingsmaßnahme reingeflattert, für ein Bewerbungstraining. Das entspricht allerdings nicht dem Wirtschaftslichkeitsgebot, da wir in der beruflichen Reha auf die allerneuesten Standards betreffs Bewerbungen mehr als gedrillt wurden, und meine Fallmanagerin weiss das auch :wallblash::gaga:
Naja gut, ich werde da hin gehen, gehört ja zu meinen Pflichten. Bin allerdings am überlegen, ob ich dagegen trotzdem Einspruch gegen einlegen soll mit Hinweis auf die mangelnde Wirtschaftlichkeit, auch wenn es keine aufschiebende Wirkung hat. Am 16.April sind die Ferien wenigstens zuende. Ich kann jetzt nur hoffen, dass die ganze Sache nur Teilzeit ist, denn sonst ist die Versorgung meiner Tochter nicht sichergestellt.Und wie ich unverzüglich die Gehaltsabrechnung meines Mannes vorlegen soll, weiss ich auch nicht,weil ich dann ja Bewerbungstraining mache und somit nicht zum Job-Center kann :denk:
News Cat
03.05.2007, 12:04
Berlin: (hib/MPI) Berlin: (hib/MPI) Die Zukunft der öffentlich geförderten Beschäftigung ist das Thema einer Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Am Montag, dem 7. Mai, stehen den Abgeordneten dazu unter anderen Sachverständige der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und der Bundesagentur für Arbeit Rede und Antwort. Der Anhörung liegen zwei Anträge der Fraktionen Die Linke (16/2504 (http://dip.bundestag.de/btd/16/025/1602504.pdf)) und Bündnis 90/Die Grünen (16/2652 (http://dip.bundestag.de/btd/16/026/1602652.pdf)) zu Grunde. Beide wollen die öffentlich geförderte Beschäftigung ausbauen. Die Anhörung findet von 11.00 bis 13.00 Uhr im Sitzungssaal 3.101 des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses statt. Die Linke verlangt von der Bundesregierung, die gesetzlichen und finanziellen Voraussetzungen für mindestens 150.000 neue öffentlich geförderte sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zu schaffen. Der monatliche Bruttolohn dieser Jobs solle 1.400 Euro nicht unterschreiten. Als Zielgruppe nennen die Abgeordneten ältere Arbeitnehmer, Menschen in Regionen mit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit und "Menschen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen". Nach der Vorstellung der Parlamentarier soll die Bewilligung der Beschäftigungsverhältnisse auf drei bis fünf Jahre begrenzt werden, "um auf Veränderungen des Arbeitsmarktes reagieren zu können". Bei Personen vom 60. Lebensjahr an sollen die Jobs "den nahtlosen Übergang in die Rente sichern". Als Träger öffentlich geförderter Beschäftigung nennt die Fraktion "die klassischen Träger von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, Vereine sowie private Wirtschaftsunternehmen". Private Gewinnaneignung im Rahmen öffentlich geförderter Beschäftigung müsse ausgeschlossen werden. Die Grünen fordern in ihrem Antrag, Arbeitsplätze im dritten Sektor auf lokaler Ebene zu fördern. Diese Jobs müssten "zusätzlich", "gemeinwohlorientiert" und "nicht wettbewerbsverzerrend" sein. Als Beispiele nennen die Abgeordneten Aufgaben im Rahmen von Stadtteilarbeit und kommunaler Kulturarbeit sowie die Unterstützung älterer Menschen im Haushalt und die Hausaufgabenbetreuung. Zudem schlagen die Grünen vor, Integrationsfirmen, die zurzeit für die Förderung von Menschen mit Behinderungen zuständig sind, auch für Langzeitarbeitslose zu öffnen. Weiter heißt es, Langzeiterwerbslosen solle die Möglichkeit eingeräumt werden, das gesamte Arbeitslosengeld II samt der Sozialversicherungsbeiträge und eventuellen Zuschussbeträgen in ein langfristiges, sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis einzubringen. Dadurch würden die Einsatzmöglichkeiten der bereits bestehenden so genannten Ein-Euro-Jobs "sinnvoll erweitert, ohne zu zusätzlichen Haushaltsbelastungen zu führen". Die Terminsuche für die Anhörung hatte im Ausschuss im Vorfeld zu Missstimmungen geführt. Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen hatten sich mehrfach beklagt, die Koalition verzögere die Behandlung des Themas. Beide Fraktionen vermuteten, dass die Uneinigkeit von Union und SPD zum so genannten zweiten Arbeitsmarkt dafür ausschlaggebend gewesen sei.Mehr: Bundestag (http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_116/02.html)
Nefertari1968
08.05.2007, 00:48
Berlin: (hib/SKE) Die eingeladenen Sachverständigen waren sich weitgehend einig: Öffentlich geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung könnte ein Mittel sein, schwer vermittelbaren Arbeitslosen zu neuen Jobs zu verhelfen - allerdings nur in begrenztem Maße.
Uneinig waren sich die Experten, ob neue gesetzliche Regeln nötig sind. Während der öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales am Montagmittag schätzte Kay Senius von der Bundesagentur für Arbeit, dass 100.000 bis 150.000 Menschen erreicht werden könnten, sofern man als Maßstäbe Langzeitarbeitslosigkeit, Krankheit und keine Ausbildung zu Grunde lege.
Die beiden Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen hatten Anträge eingebracht, in denen sie den Ausbau der öffentlich geförderten Beschäftigung fordern (16/2505 (http://dip.bundestag.de/btd/16/025/1602505.pdf), 16/2652 (http://dip.bundestag.de/btd/16/026/1602652.pdf)). Die Linke verlangt von der Bundesregierung, mindestens 150.000 dieser neuen Arbeitsplätze zu schaffen, von denen jeder mit mindestens 1400 Euro pro Monat bezahlt werden solle. Die Grünen halten es für möglich, den Teilnehmern zum Beispiel Arbeit im Rahmen von Stadtteilarbeit und kommunaler Kulturarbeit zu verschaffen. "Bei uns geht es um eine Personengruppe, die anders nicht unterzubringen ist", so Senius. Wichtig sei, dass die Zielgruppe vor Ort ausgewählt werde, war er sich mit Vertretern von Wohlfahrtsverbänden einig.
"Ein bundesweiter Anforderungskatalog wäre nicht sinnvoll", sagte Tina Hofmann vom Gesamtverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Lokale Entscheidungsträger sollten dagegen gestärkt werden.
Für Anton Senner von der Bundesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen war es eindeutig, "ländliche strukturschwache Regionen haben wahrscheinlich andere Anforderungen als eine gut entwickelte Großstadt". Alle Sachverständigen lehnten es jedoch ab, arbeitslose Jugendliche auf diesem Weg zu integrieren. "Die sollten sich auf den ersten Arbeitsmarkt konzentrieren, um ihren Lebenslauf nicht schon zu Anfang zu belasten", sagte Senius.
Wichtig war allen ebenfalls, dass die Jobs dazu führen, die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Arbeitslose sollten nicht dauerhaft in öffentlich geförderten Jobs hängen bleiben, sondern über sie die Möglichkeit bekommen, einen Platz in der Privatwirtschaft zu finden. Die Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Annelie Buntenbach und Ingo Kolf, unterstützten die Forderungen der Linken und der Grünen und forderten den Gesetzgeber zum Handeln auf.
Kay Senius hielt neue Instrumente für "wenig sinnvoll", sprach sich aber ebenfalls für "flankierende gesetzgebende Maßnahmen" aus. Entschieden gegen staatlich finanzierte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sprach sich Jürgen Wuttke von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände aus. "Ein Bärendienst für die Betroffenen" sei die Idee, denn er sei sich sicher, sie würden dadurch nicht in den ersten Arbeitsmarkt integriert, meinte Wuttke.
Quelle: http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_119/03
Reichlich Zahlenmaterial zum Thema Arbeitsgelegenheiten....
Siehe auch: Fachliche Hinweise und Empfehlungen AGH - Ein Euro Job Arbeitsgelegenheit MAE (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=5303&highlight=Arbeitsgelegenheiten)
In Gerbstedt im südlichen Sachsen-Anhalt gibt es wieder eine Stadtbibliothek. Eingerichtet wird sie von »Bürgerarbeitern« – lange Zeit arbeitslosen Menschen, für die im Rahmen eines Modellversuchs damit eine neue Beschäftigung gefunden wurde (siehe Kasten). Auch in anderen Orten der Region werden Bürgerarbeiter für gemeinnützige Tätigkeiten eingesetzt: In Kelbra helfen sie in Sportvereinen und dem Generationentreff, in Hecklingen entwerfen sie Schautafeln für das Schloss Gänsefurth.
Bisher gab es Bürgerarbeit an drei Orten in Sachsen-Anhalt. Gestartet war das Projekt im August 2006 in einer Lebenshilfe-Werkstatt in Magdeburg. Bundesweite Aufmerksamkeit erlangte es nach der Ausweitung auf die Stadt Bad Schmiedeberg, wo die Arbeitslosenquote damit auf den prestigeträchtigen Wert von fünf Prozent gesenkt wurde – quasi »Vollbeschäftigung«, wie Reiner Haseloff sagte. Der CDU-Arbeitsminister des Landes gilt als einer der Väter des Modells, das Vorbild für den unlängst von Bundesminister Franz Müntefering (SPD) vorgestellten »Kommunal-Kombi« ist.
Mehr: Neues Deutschland (http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=112670&IDC=3)
Tja, der Aufschwung hat eben auch die Langzeitarbeitslosen erreicht :motz:
Mächtig krachte es zwischen einem 54-jährigen arbeitslosen Ingenieur aus Oer-Erkenschwick und dem Träger einer Fortbildungsmaßnahme in Recklinghausen. Der ausgewiesene EDV-Experte sollte in dem Seminar lernen, wie man Bewerbungen auf dem PC schreibt. Nach dem Zoff schmiss ihn die Seminarleitung kurzerhand raus. Folge: Es gab kein Arbeitslosengeld mehr. Der Mann klagte vor dem Arbeitsgericht in Herne - und bekam gestern Recht.
Quelle.:http://www.recklinghaeuser-zeitung.de/6087.php?file_name=210_001_470666&newsline=lokal&catchline=re/%/ln&article_count=1&word_count=555&page_type=/6087.php&mode=detail
Ticken die noch richtig oder wollen die nur Macht ausüben
JumpinJack
26.07.2007, 18:00
da dieser link (zumindest momentan) nicht funzt :weißnicht: setze ich mal einen neuen zu diesem interessanten artikel & urteil rein: ;)
»»» Seminar-Kritik mit Folgen ««« (http://www.stimberg-zeitung.de/6089.php?file_name=210_001_470544&newsline=lokal&catchline=oe/%/ln&article_count=1&word_count=555&page_type=/6089.php&mode=detail)
JumpinJack
27.07.2007, 13:32
Es gibt Spitzenleistungen in der Vermittlungskunst. Man studiere zunächst 5 Jahre an einer Universität und schließe mit Diplom erfolgreich ab. Mit außerdem zuvor vorhandenen Berufsabschluß, hätte man mindestens zwei Optionen für eine erfolgreiche Vermittlung. Man sollte meinen, dies könnte optimale Chancen eröffnen, zumal wenn man sich selbst intensiv bemüht. Aber es gibt Mitarbeiter im Grundamt Erkner, die müssen sich nicht mal ansehen, welche Qualifikation ihr Klient hat. Vermittlungsgespräch, wozu denn das? Das interessiert gar nicht. Es kommt noch besser.
»»» weiterlesen ««« (http://www.montagsdemo-dortmund.de/invalide_durch_hartz_Zwangsjob.html)
Ein krasses Beispiel für hoffnungslos überforderte oder unmenschliche Mitarbeiter einer Arge.
Allerdings möchte ich anmerken das es sehr wahrscheinlich auch ohne den EEJ zur dargestellten gesundheitlichen Verschlechterung hätte kommen können.
Denn bei Aufnahme einer Regulären Arbeit wäre die Belastung mit Sicherheit ähnlich gewesen. Denn auch in Büros läuft man hin und her und zur Arbeit muss man auch kommen.
Und langzeitarbeitslose Akademiker stehen nun mal nicht unter Artenschutz :D
dragonflyer
27.07.2007, 17:33
Und langzeitarbeitslose Akademiker stehen nun mal nicht unter Artenschutz :D
Wie?? Wo?? Was?? Nicht?? :eek: *Entsetzt umschau*
Schaaaade, und ich habe schon nach Möglichkeiten gesucht, was man machen muss, um unter Artenschutz zu kommen ;) ;)
*Erschüttert wegschleich*
Scherz beiseite:
Das ist wirklich ein krasses Beispiel für unmenschliche oder hoffnungslos überlastete Mitarbeiter einer ARGE! :wiebitte:
Und ein ganz schlimmes Beispiel eines menschlichen Schicksals, wie es einem gehen kann, wenn die Gesundheit richtig den Bach runter gehen kann und man dagegen selber machtlos ist...:(
Nefertari1968
09.08.2007, 20:07
„Zusatz-/Integrations-Jobs: Sackgasse oder Brücke?“ (http://www.soziales.bremen.de/sixcms/media.php/13/Dokumentation_Tagung_Zusatzjobs.pdf)
Bundesweite Fachtagung
Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales
Bremen, 14. Oktober 2005
.
Hamburg (ddp). Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat die Zustände auf dem deutschen Arbeitsmarkt kritisiert. Um mehr offene Stellen zu besetzen, forderte er, den Druck auf Arbeitslose zu erhöhen, wie die «Bild»-Zeitung (Montagausgabe) berichtete. «1,5 Millionen offene Stellen bei 3,5 Millionen Arbeitslosen, das ist nicht hinnehmbar», sagte der Minister dem Blatt.
«Arbeitslose müssen auch den Job in 100 Kilometer Entfernung annehmen - selbst, wenn es nicht der hoch bezahlte Traumjob ist», sagte Glos laut einer Vorabmeldung der Zeitung
Mehr: Yahoo! (http://de.biz.yahoo.com/30092007/336/bundeswirtschaftsminister-fordert-hoeheren-druck-arbeitslose.html)
Noch mehr Druck? Wie wäre es mit bewaffneten Aufsehern, die jeden Morgen um 6 Uhr das faule arbeitsscheue Pack auf LKWs treibt und dann diversen Arbeiten zuführt?
Wie darf man denn nun die Aussage von Glos werten? Muss man zukünftig auch für einen Minijob 100 km pendeln oder sogar umziehen? :gaga:
Immerhin hat er auch ein klares Wort in Richtung Wirtschaft gefunden....
Bauer Harms
01.10.2007, 12:11
Herr Glos ist weltfremd und kennt die Praxis nicht. Er möchte den Druck erhöhen, damit die offenen Stellen besser besetzt werden? Einverstanden. Aber bitte am richtigen Ende!
Es ist ja nicht so, daß ich einen angebotenen Job ablehne, sondern daß der Arbeitgeber mich ablehnt, und daß trotz vorhandener Qualifikation und auch Motivation.
Also, Herr Glos, setzen Sie sich dafür ein, daß auf jeden Arbeitgeber, der einen hinreichend qualifizierten Bewerber für eine offene Stelle ablehnt, ausreichend Druck ausgeübt wird, damit er diesen einstellt, sei es durch Strafzahlungen, Entzug der Gewerbeerlaubnis oder mit anderen Mitteln. :gaga:
Es ist ja nicht so, daß ich einen angebotenen Job ablehne, sondern daß der Arbeitgeber mich ablehnt, und daß trotz vorhandener Qualifikation und auch Motivation.
Also, Herr Glos, setzen Sie sich dafür ein, daß auf jeden Arbeitgeber, der einen hinreichend qualifizierten Bewerber für eine offene Stelle ablehnt, ausreichend Druck ausgeübt wird, damit er diesen einstellt, sei es durch Strafzahlungen, Entzug der Gewerbeerlaubnis oder mit anderen Mitteln. :gaga:
So siehts aus!
Solange sich die Arbeitgeber die Rosinen unter den Heerscharen der Arbeitslosen herauspicken können und schon wieder Diskussionen über eine Green-Card für Fachkräfte aufkommt,anstatt auszubilden und zu Qualifizieren,sollte Hr. Glos lieber vorsichtig mit solchen Forderungen sein.
Wie der Weser Report in seiner Ausgabe vom 31.20.2007 berichtet, traf es Herrn S. gleich mehrfach.
Drei Mal vermittelte ihn die Arbeitagentur an Firmen in Hamburg, Bremen und Umgebung zwischen 2003 und 2005. Der KFZ-Schlosser, der als Trockenbauer tätig war, musste die Erfahrung machen, dass die Arbeitagentur leider nicht die Seriösität der Arbeitgeber prüft, die ihre offenen Stellen melden.
So konnte es geschehen, dass Herr S. Pleitefirmen aufsaß, die ihm bis zum heutigen Tag € 4.640,00 Lohn schuldig blieben.
Kommentar:
Leider ist dies im Baugerwerbe nicht unüblich. Firmen werden speziell für ein Bauvorhaben gegründet, nehmen Aufträge an, kassieren die erste Abschlagsrechnung, bleiben ihren Arbeitern die Löhne schuldig und melden Insolvenz an, oder die Inhaber verschwinden spurlos.
Die Bundesarbeitsagentur spart Milliarden ein. Zum Wohle der Arbeitslosen sollte sie ein Teil dieser Summe in die Überprüfung von potenziellen Arbeitgebern investieren.
Letztlich könnte sie evtl. sogar Geld einsparen. Würde sie so doch die Reduzierung von zu leistendem Insolvenzgeld erzielen und gezielter vermitteln können.
News Cat
29.11.2007, 14:11
Angespornt von den erneut positiven Arbeitsmarktdaten hat der neue Arbeitsminister ein großes Ziel ausgerufen: Olaf Scholz will die Jobvermittlung in Deutschland so effizient machen wie nirgends sonst auf der Welt.
Mehr: Spiegel online (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,520453,00.html)
http://www.spiegel.de/static/sys/v8/headlines/spiegelonline.gif
News Cat
16.12.2007, 10:33
Bekommen sie einen Job, ist dies nicht für lange Zeit: Schon nach einem Jahr sind die Kurzzeitjobber wieder am Ausgangspunkt: Beim ALG II.
Die Hälfte aller Arbeitslosengeld-II-Empfänger, die wieder einen Job bekommen, ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) nach einem Jahr wieder auf staatliche Unterstützung angewiesen. Von 100 Menschen, die wieder Beschäftigung erhielten, erhielten etwa 50 nach einem Jahr wieder ALG II. «Das sind zu viele», sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt dem Nachrichtenmagazins «Focus». «Wir müssen das reduzieren und brauchen eine klug organisierte Nachbetreuung, wenn jemand den Absprung geschafft hat. Darüber sind wir mit den Kommunen im Gespräch.»
Mehr:Netzeitung (http://www.netzeitung.de/arbeitundberuf/846791.html)
http://www.netzeitung.de/image/kopf-nz.gif
Claudi70
16.12.2007, 16:17
Um auch mal positives zu sagen:
Ich bin inzw. seit über einem Jahr in einem Job und weiß auch das mein 2 Jahresvertrag n. J. verlängert wird :)
Glückwunsch Claudi.:knuddel::daumen2:
Du hattest aber auch das Glück,sowas wie deinen Traumjob zu finden,auch wenn er dir einiges abverlangt.
Grundsätzlich ist es jedoch so,das Unternehmen z.Z. auf einen riesigen Pool an Arbeitskräften zugreifen können und diese bei Bedarf einstellen,um sie bei veränderten Wirtschaftlichen Verhältnissen wieder abzuschieben oder auszutauschen.
Und auf Grund der Zumutbarkeit,die ja fast überall gegeben ist,können/müssen Leute zu teils unwürdigen Bedingungen und Löhnen arbeiten.
Kein Wunder,das viele das nicht durchhalten.
Claudi70
16.12.2007, 17:08
Noname,
das es mein Traumjob wird wusste ich vorher aber auch nicht.
Abgesehen davon das ich weiß das viele diesen Job nicht machen würden.
1. Des Geldes wegen
2. Des Autofahrens wegen
3. Auch des seelischen wegen.
Fakt ist halt nur eins:
Ich habe komplett umgedacht
(Was nützen mir div. abgeschlossenene Ausbildungen im Bürobereich für nichts oder wieder nichts nun) und habe dadurch was neues gefunden.
Unabhängig mal nun von mir ... viele müssten umdenken ... wollte ich bisher auch nicht, aber ok ..-...
Paulchen
19.12.2007, 11:33
In den Auswirkungen nicht so dramatisch, aber das Prinzip scheint das Gleiche.........
Paulchen :coffee:
News Cat
31.12.2007, 13:50
Drei Jahre nach Inkrafttreten von "Hartz IV" fällt die Bilanz durchwachsen aus. Politiker aus Union und SPD räumten schwere Pannen bei der Vermittlung der Arbeitsmarktreform und handwerkliche Fehler ein. NRW-Ministerpräsident Rüttgers fordert eine Generalüberprüfung.
Berlin - Im Kern - da sind sich die Kritiker einig - sei Hartz IV richtig. Sozialdemokraten und Unionspolitiker sehen den Grund für die deutliche Abnahme der Arbeitslosigkeit in der damaligen Reform. Allerdings folgt umgehend das große Aber.
Mehr: Spiegel online (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,525975,00.html)
http://www.spiegel.de/static/sys/v8/headlines/spiegelonline.gif
Für die Eingliederung von Hartz-IV-Empfängern in den Arbeitsmarkt steht 2008 deutlich mehr Geld zur Verfügung. 616 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt entfallen auf Berlin.
Für die Förderung von Berlins Arbeitslosen steht 2008 erheblich mehr Geld zur Verfügung als im abgelaufenen Jahr 2007. Die Hauptstadt profitiert überproportional von dem auf 6,4 Milliarden Euro aufgestockten Titel im Bundeshaushalt für die Eingliederung von Hartz-IV-Empfängern. Diese Summe stellt die Bundesregierung den 439 Kommunen und Landkreisen bereit, die gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen verantwortlich sind. Das geht aus einer Aufstellung des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe hervor.
616 Millionen Euro der Gesamtsumme entfallen auf Berlin. Für 2007 standen nur 521 Millionen Euro zur Verfügung. Die zwölf Jobcenter haben im Vorjahr davon 507 Millionen Euro für berufliche Qualifizierung, betriebliches Training, Ein-Euro-Jobs oder Eingliederungszuschüsse für Arbeitgeber ausgegeben. Das waren wiederum bereits 58 Millionen Euro mehr als 2006.
Für das neue Jahr erhält die Hauptstadt noch einmal 18 Prozent mehr Mittel als 2007. Insgesamt wuchs der Eingliederungstitel im Bundeshaushalt um 16,9 Prozent. Im Reigen der Bundesländer steht Berlin an vierter Stelle, was den prozentualen Anstieg der Fördermittel angeht. Vor Berlin rangieren Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Unter den Kommunen schneidet der Stadtstaat mit dem Platz 145 immer noch verhältnismäßig gut ab. Am stärksten profitiert der Landkreis Ammerland in Niedersachsen, der fast doppelt so viel Geld erhält wie im Vorjahr.
Zum vollständigen Artikel geht es hier (http://www.welt.de/berlin/article1536540/Geldregen_fuer_Berlins_Arbeitslose.html).
Die Hartz-Reformen zielten auf einen Mentalitätswandel der Arbeitssuchenden. Doch bei vielen ist das Signal bis heute nicht angekommen. Kaum ein Hartz-IV-Empfänger würde für einen neuen Job umziehen oder sich mit weniger Geld zufrieden geben. Und die Politik? Sie fördert wieder diese Haltung.
HIER (http://www.welt.de/meinung/article1629740/Politik_foerdert_die_Traegheit_der_Hartz-IV-Empfaenger.html) geht es zum vollständigen Artikel.
News Cat
06.02.2008, 09:21
Die Hartz-Reformen haben nicht dazu geführt, dass Arbeitslose eher bereit sind, einen neuen Job anzunehmen! Im Gegenteil: Viele Arbeitslose sind mit den Hartz-IV-Leistungen zufrieden und würden auch keine Lohneinbußen in einem neuen Job in Kauf nehmen. So lautet ein alarmierendes Ergebnis das in der Ausgabe vom 5.2.08 mit Kommentar von BILD auf Seite 2 [...]
Mehr: Nachdenkseiten (http://www.nachdenkseiten.de/?p=2951)
Ebenfalls lesenswert - hier im Forum:
Wozu Arbeiten? Hartz IV reicht doch! (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=8639)
Das Schwarze Loch von Gotha (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=8771)
Bofingers Visionen: Niedriglohnmodelle - drohende Kürzung der Freibeträge (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=2017&highlight=Vermittlung)
2007: was kommt nach Hartz IV? - Reformen und Reförmchen (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=5373&highlight=Vermittlung)
Kinderarmut - Ursachen der Kinderarmut - Teil II (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=7698)
2008: was kommt nach Hartz IV? - Reformen und Reförmchen (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=7742)
Arbeitslosigkeit sinkt rapide: 2008 (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=7760)
Der 45-jährige Karosseriebaumeister Matthias Negerle ist einer von derzeit 1268 Arbeitssuchenden im Raum Norderstedt.
Zum vollständigen Beitrag geht es HIER (http://www.abendblatt.de/daten/2008/02/08/845541.html)
Über zwei Millionen Ein-Euro-Jobs wurden in den Jahren 2005 bis 2007 begonnen. Die Maßnahmen stießen nicht nur auf die Kritik von Gewerkschaften und Betriebsräten, die Billigkonkurrenz am Arbeitsplatz befürchteten. Sie sind auch arbeitsmarktpolitisch ein völliger Flop.
Das stellte nun das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit fest. Während des Ein-Euro-Jobs erhält der Betroffene weiterhin ALG II und zusätzlich pro Arbeitsstunde ein bis zwei Euro. Die Maßnahme soll die Beschäftigungsfähigkeit der "Geförderten" erhöhen und ihre Chancen auf Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt verbessern.
Die Forscher des IAB stellten zunächst fest, dass längst nicht allen Problemgruppen am Arbeitsmarkt gleichermaßen Ein-Euro-Jobs angeboten wurden. Ein Schwerpunkt liegt eindeutig bei den unter 25-jährigen. Ältere Arbeitnehmer und Arbeitslose mit Migrationshintergrund wurden dagegen unterproportional in solche Maßnahmen vermittelt.
Mehr: anwalt24.de (http://www.anwalt24.de/aktuelles/?showaktuelles=132615&or=12&tt=news)
WIESBADEN Über Jahre wurde das digitale Multimediaarchiv im Stadtarchiv von Ein-Euro-Jobbern betrieben. Vermutlich illegal. Einer von ihnen, Wilfried Lüderitz, prangert jetzt die Verhältnisse an. Anwalt Reinhard Schütte spricht von einem "Mitnahmeeffekt" der Stadt, von "Ausbeutung".
Mehr: Wiesbadener Kurier (http://www.wiesbadener-kurier.de/region/objekt.php3?artikel_id=3160474)
Nefertari1968
13.02.2008, 18:27
Diskussion zum Thema:
http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?p=39877
Es hat ein bisschen was von einer Casting-Show. Nur geht es hier nicht um Sieg oder Niederlage
Es ist Casting-Show - ohne Netz und doppelten Boden...
Übel... für jedermann aufrufbar - frei im Internet verfügbar...
http://www.erfahrung-in-arbeit-ploen.de/datenseiten/detail.php?i=62&b=2&k=kaufm
http://www.erfahrung-in-arbeit-ploen.de/datenseiten/arbeitsplatz.php?k=kaufm
... und natürlich geht es um "Sieg" oder "Niederlage" - es geht aber auch um absolute Preisgabe des Selbst.
Pervers. Das ist also die multimediale Form des Menschenhandels, entwürdigend. Wie auf einem Sklavenmarkt zu Roms Blütezeiten.
Davon ab, die Arbeitslosen, die in diesen zweifelhaften "Genuss" kommen, gehören eh zu der Gruppe, die auch so die besseren Jobaussichten hat.
Paulchen
13.02.2008, 19:07
...das per Eingliederungsvereinbarung für jeden wäre der soziale GAU.
Und eine halbe Stunde nach dem Einstellen ins Netz mit lustigen Texten unterlegt bei you-tube und binnen Wochenfrist Talkgast bei Stefan Raab.
Steht da auch irgendwo "öffentlicher Pranger" in den AGBs?
Hauptsache irgendwer hat mit dieser "Idee" sein Pöstchen gesichert.
Aber wers mag.......:think:
Paulchen :coffee:
Nix fürs Paulchen, mag das konservative Aug in Aug :denk::eyes:
Wenn heute der 01. April wäre, ja dann..................!
Gilt eigentlich der Datenschutz nicht mehr für ALGII-Empfänger oder Arbeitslose, öffentlicher geht es ja garnicht mehr!
Kann ich ja gleich meine Bewerbungen incl. intimster Angaben beim Bäcker auslegen!
Oder in der Blödzeitung................................!?
Nun, man kann alles negativ sehen... wenn man möchte.
Bürgerschutz, Datenschutz, eigene Integrität... aber die Vorteile mag man nicht sehen.
Was ist dabei, ich habe auch mein Profil bei verschiedenen Job-Vermittlern eingestellt. Ich tue alles, was mir möglich ist, um an nen Job zu kommen.
Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Was habt ihr zu verbergen? Es ist keine Schande, einen Job zu suchen.
Und im übrigen... aber ich habe noch nicht herausgefunden, wie ich hier einen neuen Thread aufmache.. sind es immer dieselben Leute, die hier was schreiben. Macht doch nicht alles immer so schlecht.
Positiv denken ist auch ein Schlüssel zum Glück, nicht nur der Hang nach absoluter sozialer Unabhängigkeit.
Und im übrigen... aber ich habe noch nicht herausgefunden, wie ich hier einen neuen Thread aufmache..
Neuen Thread aufmachen: Klick HIER (http://www.lebens-phase.de/forum/newthread.php?do=newthread&f=341)
Was ist daran vorteilhaft, wenn jeder sehen kann dass man arbeitslos ist? Noch ist diese Art von "Jobsuche" freiwillig. Was, wenn sie per EGV zum Zwang wird?
Was ist mit den Grundrechten, dem Persönlichkeitsrecht am eigenen Bild (dazu gehören auch Videos)?
Jeder Arbeitgeber weiß sofort, der Bewerber ist billig zu haben. Was, wenn Verwandte, Freunde und Bekannte die Bewerbung entdecken und der Betroffene hat seine Arbeitslosigkeit aus Scham verheimlicht?
Ich kann an dieser Idee nichts Positives finden. Es ist Sklavenhandel, mehr nicht.
Paulchen
14.02.2008, 19:16
Wenns freiwillig ist: kein Problem. Ist schon einige Jahre her, da wurd uns Menschen mit Behinderung ähnliches angeboten; Erstellen einer Bewerbungs pps ergänzend zur Bewerbungsmappe. Ich selbst hatte zu dieser Zeit weder PC, noch Kenntnisse, aber das Amt argumentierte was das doch für einen Eindruck auf den AG macht. Und bei Nachfrage hätt ich gestehen müssen
daß ich noch nicht mal Grundlagen in Word oder Excel habe?!?
Die Plöner Auswahl erinnert mich auch sehr an die Kandidaten bei "Wer wird Millionär". Für die restlichen Millionen Arbeitslose ist es wohl kein sinniges Instrument sein, aber hinterher wird gesagt werden können:"Wir haben ALLES versucht".
Mag das negativ rüberkommen oder nicht!
Paule :coffee:
Nefertari1968
14.02.2008, 20:06
... ok, ganz objektiv.... ich habe gerade gedanklich meine Ex-Vorgesetzen Revue passieren lassen - und ich bin mir fast sicher, keiner von ihnen würde a) überhaupt in so eine "Datenbank" schauen - vom b) Zeitfaktor für das Betrachten und c) Auswerten der Videos mal ganz abgesehen...
Es gilt der Weg der klassischen Bewerbung (außer vielleicht in der Werbebranche), der Vorauswahl (durch Sekretärin), der Bewertung der engeren Auswahl und nach dieser "Selektion" die Einladung der "Kernbewerber" zu einem persönlichen Gespräch...
Wer es also schafft, linke Briefmarken :D , Fettflecken auf der Mappe, Lücken im Lebenslauf und erste Quali-Prüfung zu überstehen, wird eingeladen und darf sich ganz live - echt und in Farbe präsentieren - ohne Kamera und von Mensch zu Mensch...
Auswahl früher: der beste Kandidat mit der höchsten Qualifikation zu fast jedem Gehalt.
Auswahl heute: der willigste (und verzweifelste, da dann billige) Kandidat - durabel, flexibel zum geringsmöglichen Gehalt auf Zeit, versteht sich.
Insgesamt neu in die Zuständigkeit der Arge Gotha haben sich im vergangenen Jahr 10 200 Menschen angemeldet, den Zugängen stehen 11 600 Abgänge gegenüber. In Arbeit vermittelt werden konnten 3606 Menschen, dazu kommen weitere 461, die den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt schafften, was laut Landmann das Hauptziel der Arge ist. Von langfristigen Qualifizierungsmaßnahmen will man ebenso abkommen wie vom zweiten Arbeitsmarkt in Größenordnungen, lieber zielgerichteter und flexibler auf die Nachfrage vom Arbeitsmarkt reagieren.
Mehr: TLZ (http://www.tlz.de/tlz/tlz.gotha.volltext.php?kennung=on4tlzLOKStaGotha39 491&zulieferer=tlz&kategorie=LOK&rubrik=Stadt®ion=Gotha&auftritt=TLZ&dbserver=1)
Wo sind sie hin, die 3.606 Menschen, die in Arbeit, nicht jedoch auf den Ersten Arbetsmarkt, vermittelt wurden?
EEJ? RBM? ABM?
Wie rechne ich mir den Erfolg schön, kann man da nur sagen.
Und was ist mit den übrigen 7.533 Abgängen? Hat die das Schwarze Loch geholt? Partner oder Arbeit gefunden? Geheiratet? BGesiert? Raussanktioniert?
Fragen über Fragen....
Nefertari1968
18.02.2008, 00:01
.... Hey, nun sei doch nicht gleich so....
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Psst.... du hast die Sterbefälle vergessen :wiebitte:
laukasius
18.02.2008, 07:41
Gaston muss doch inzwischen bemerkt haben, dass man in der Bürokratie über andere Taschenrechner verfügt.
Nefertari1968
18.02.2008, 08:37
11.600 "Abgänge" (was ist das überhaupt für eine Bezeichnung?) und davon wurden 7.533 "Abgänge" nicht in Arbeit, Maßnahmen, ABM, RBM, EEJ oder was auch immer vermittelt....
Da stellt sich doch wohl nicht mehr die Frage nach der Art des Taschenrechners...
... aber stimmt, wir haben die Lottogewinner vergessen, diejenigen die in Rente gegangen sind verdrängt und natürlich alle diejenigen "übersehen", die in die Sozialhilfe nach SGB XII abgedrängt worden :troet:
Nichtdestotrotz sind von den, wie auch immer gearteten "Abgängen lediglich 461 "Abgänge" in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu verbuchen... magere fast 4 %, während 96 % ungeklärt sind, mindestens aber nicht dem Glück sozialversicherungspflichtiger Arbeit anheim fielen....
Und weil wir hier nur von "Abgängen" sprechen bzw. schreiben... wie hoch ist denn die Gesamtvermittlungsquote? Oder reicht da gar nicht einmal mehr das schwarze Loch um dies zu bezeichnen? :wiebitte:
Arbeitsvermittlung: Jobcenter führt die "Familien-Quote" ein
Familien mit Kindern rücken in diesem Jahr verstärkt in den Mittelpunkt der Arbeitsförderung in Magdeburg. Dazu wurde unter anderem eine " 25-Prozent-Quote " eingeführt. Gestern wurde die neue Strategie im Rathaus vorgestellt.
Quelle und Weiterlesen: HIER (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/magdeburg/?sid=2554cc5c92f542b17123af5e596df244&em_cnt=738328)
Ich weiß nicht, was ist denn daran so schwer?
Ein guter Anfang wäre doch schon mal, das Kindergeld nicht mehr zu vereinnahmen! Muß man da so lange reden?
Gefährliche Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit
Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt im Jahre 2007 hatte auch für den Personenkreis der Hartz IV- Empfänger positive Auswirkungen. Die Zahl der Arbeitslosen ging im Jahr 2007 von 6.470 um rd. 13 % auf 5.631 zurück. Dieser Rückgang ist allerdings deutlich geringer als im Bereich der Arbeitslosengeld I- Empfänger, deren Zahl um rund 33 % zurückging. Die Arbeitslosenquote sank im Jahresverlauf von 4,8 auf 4,5 Prozent.
Quelle und Weiterlesen: HIER (http://www.wochenanzeiger-herford.de/?page=show&id=48867&cat=startseite)
Nefertari1968
26.02.2008, 03:00
Recklinghausen. (mw) Die Gewerkschaften unterstreichen ihre Kritik an der Arbeitsmarktpolitik der Vestischen Arbeit.
(...)
DGB-Chef Josef Hülsdünker hatte der Vestischen Arbeit vorgeworfen, mit der massenhaften Zuweisung von öffentlich geförderten Arbeitsgelegenheiten reguläre Arbeitsplätze zu vernichten. Hülsdünker selbst sitzt, neben Wirtschaftsvertretern, in einem Beirat, der die Vestische Arbeit bei der Genehmigung von Ein-Euro-Jobs berät.
(...)
Langzeitarbeitslose, die mit Ein-Euro-Jobs wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen, findet man in Kindergärten, an Ganztagsschulen, in Altenheimen, Krankenhäusern, Entsorgungsbetrieben oder im Garten- und Landschaftsbau. Auch der DGB bemängelt das Fehlen eines Kontrollsystems und fordert, dass mit Überraschungsbesuchen der bestimmungsgemäße Einsatz der Ein-Euro-Kräfte überprüft wird. Da die Träger der Maßnahmen Aufwandsentschädigungen erhielten, seien Arbeitsgelegenheiten für sie doppelt lukrativ. "Da kommt kreisweit leicht ein zweistelliger Millionenbetrag zusammen", so Hülsdünker. DGB und ver.di fordern eine Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik. Das Geld sollte besser in Qualifizierung und Bildung gesteckt werden. (...).
Quelle und vollständiger Artikel: Marler Zeitung (http://www.marler-zeitung.de/region.php?file_name=210_001_617845&newsline=lokal&catchline=el/zb/ln&article_count=1&word_count=555&page_type=/region.php&mode=detail)
Weitere interessante Artikel zum Thema:
Weiden/Oberpfalz: Ein-Euro-Jobber kämpft um sein Recht (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=8296&highlight=Arbeitsgelegenheiten)
Fachliche Hinweise und Empfehlungen AGH - Ein Euro Job Arbeitsgelegenheit MAE (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=5303&highlight=Arbeitsgelegenheiten)
.
Zwölf Jahre lang hat Monika Karger auf diesen Moment gewartet, sich immer wieder selbst motiviert, nicht aufgegeben. Jetzt kam endlich die erlösende Nachricht: Vom 1. April 2008 an wird die 55-jährige Rostockerin eine feste Stelle als Betreuerin beim örtlichen Obdachlosenverein antreten.
Quelle und Weiterlesen: HIER (http://www.svz.de/mecklenburg-vorpommern/artikeldetail/article/529/adieu-hartz-iv-endlich-arbeit.html)
In seinen vier Jahren als Leiter der Bochumer Fröbelschule ist Christoph Graffweg schon erfreulichere Post ins Büro geflattert. "Ich möchte ihnen miteilen, das ich mein Praktikum Heute beende", steht orthografisch holpernd auf dem Papier mit Filzstift geschrieben. "Ich werde dort nur Herrum Gescheucht das ist nix für mich. Ich komme am Donnerstag wieder in die Schule." Sieben Neuntklässler hat Graffweg ins dreiwöchige Berufspraktikum geschickt.
Quelle und Weiterlesen: HIER (http://www.n-tv.de/935395.html)
In der Diskussion um mehr Sicherheit in Langenfeld hat die SPD ihre Forderung wiederholt, den städtischen Ordnungsdienst durch eigens dafür ausgebildete Hartz IV-Empfänger zu verstärken.
Quelle und Weiterlesen: HIER (http://www.rp-online.de/public/article/regional/duesseldorf/langenfeld/nachrichten/langenfeld/547060)
Wirbel um unangemeldete Besuche von Gewerkschaftern bei Arbeitsgelegenheiten
Als das ehemalige IG Metall-Vorstandsmitglied Horst Schmitthenner und zwei weitere Gewerkschafter in Wiesbaden im Februar eine spontane »Inaugenscheinnahme« von Ein-Euro-Jobs vornahmen und Betroffene befragten, ahnten die drei nicht, wie viel Staub sie aufwirbeln würden. Wochenlang beklagten Lokalpresse und örtliche CDU-Politiker den vermeintlichen »Hausfriedensbruch« der Aktivisten und warfen ihnen »Drangsalierung« und »militantes« Auftreten vor, das »fatal an Geheimdienste totalitärer Systeme erinnert«.
Quelle und Weiterlesen: HIER (http://www.neues-deutschland.de/artikel/127039.html)
Das Wirtschaftsministerium will die Daumenschrauben für Langzeitarbeitslose anziehen: Wer Hartz-IV-Leistungen bezieht, soll dafür eine Gegenleistung in Form von Bürgerarbeit erbringen. Das soll den Anreiz erhöhen, sich eine Vollbeschäftigung zu suchen. Eine neue Studie sieht erhebliches Sparpotenzial.
Nach dem Modell müssen die Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) eine Gegenleistung in Form von Bürgerarbeit erbringen.
Quelle und Weiterlesen: HIER (http://www.welt.de/wirtschaft/article1991445/Langzeitarbeitslose_sollen_fuer_Hartz_IV_arbeiten. html)
Kein Problem, wenn Zug um Zug die Drangsalierung abgeschafft, und der Mehraufwand ersetzt wird.
Immerhin bekommen nur wenige eine Arbeit, die sie tatsächlich aus den Bezug bringt. Dann aber muss auch für eine angemessene Zahlung der Rentenbeiträge gesorgt werden.
Bauer Harms
14.05.2008, 01:17
Gäääähhhhn......alle Jahre wieder immer dieselbe Soße hochgekocht....so schnell wie sie hochgekocht wird, wandert sie auch schon wieder auf den großen Müllhaufen nicht umsetzbaren wirtschaftspolitischen Unfugs.
Berlin: (hib/MPI) Im vergangenen Jahr haben durchschnittlich 300.000 Empfänger des Arbeitslosengeldes II (Alg II) in einem Ein-Euro-Job gearbeitet. Bei im Jahresdurchschnitt 2,523 Millionen Alg-II-Beziehern seien damit im Jahr 2007 auf 100 Personen rund zwölf Ein-Euro-Jobber gekommen, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/8934 (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/089/1608934.pdf)) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (16/8687 (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/086/1608687.pdf)).
Die Regierung betont, dass sie die Einschätzung einer Wirkungsanalyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit vom Februar 2008 nicht teilt. Die Linke hatte darauf hingewiesen, dass nach dem IAB-Bericht die Ein-Euro-Jobs als Förderinstrument für Langzeitarbeitslose nicht zielführend seien, da gleichzeitig arbeitsmarktpolitische Ziele verfolgt und die Arbeitsbereitschaft überprüft würden.
In der Antwort heißt es, Ein-Euro-Jobs sollten nach Auffassung der Bundesregierung als nachrangiges arbeitsmarktpolitisches Instrument nur eingesetzt werden, wenn eine Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung beziehungsweise eine andere Förderung nicht möglich ist.
Nefertari1968
02.06.2008, 02:28
Bedingungsloses Grundeinkommen - Bürgergeld - eine Fiktion mit Zukunft? (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=3270&highlight=B%FCrgergeld)
... sieht eher gar nicht so aus....
Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium der Finanzen hat sein neues Gutachten „Existenzsicherung und Erwerbsanreiz“ heute an die Parlamentarische Staatssekretärin Nicolette Kressl übergeben.
Das Bundesministerium der Finanzen begrüßt das Gutachten als einen wichtigen eigenen Beitrag der Wissenschaft zur Diskussion über Maßnahmen im Niedriglohnbereich.
Das Gutachten bietet eine fundierte Analyse einer Vielzahl von Kombilohnmodellen unter Berücksichtigung von Kosten und Beschäftigungseffekten. Der Beirat rät von der Umsetzung von Bürgergeldmodellen oder von Vorschlägen zu einem bedingungslosen Grundeinkommen ab. Diese seien mit nicht zu bewältigenden fiskalischen Risiken, ungewissen Beschäftigungseffekten sowie einer Reihe systematischer Probleme verbunden.
Zur Stimulierung von Arbeitsangebot und -nachfrage im Niedriglohnbereich setzt der Beirat dagegen auf den Workfare-Ansatz und Lohnsubventionen für Geringqualifizierte in einem eng begrenzten Rahmen. Die konkrete Ausgestaltung soll aber nach Empfehlung des Beirats vom Ergebnis zunächst vorzunehmender empirischer Experimente abhängig gemacht werden.
Quelle und vollständiger Artikel: Bundesministerium für Finanzen (http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2008/05/20082905__PM20.html)
.... und der Begriff "Workfare" wird hier sehr gut erklärt:
Ausschließlich auf Workfare setzen
Wegen der überragenden Bedeutung der eben geschilderten negativen Anreize setzt eine dritte Gruppe von Modellen ausschließlich auf ein Fordern. Prominente Befürworter dieser Modelle sind das Institut für die Zukunft der Arbeit und das Bundeswirtschaftsministerium.
Nimmt ein Arbeitsloser eine ihm angebotene Arbeitsgelegenheit nicht wahr, sollen seine Leistungen empfindlich gekürzt werden. Ein zusätzlicher Anreiz mit großzügigen Hinzuverdienstmöglichkeiten sei nicht notwendig oder könne doch zumindest aus Kostengründen unterbleiben. Vertreter eines derartigen reinen Workfare rechnen mit hohen Einsparungen öffentlicher Mittel.
....
ALG II nur noch bei Arbeitsaufnahme in kommunalen Arbeitsgelegenheiten
oder bei privaten Arbeitgebern im Versteigerungsverfahren
(sonst: Lebensmittelgutscheine bei Übernahme der Wohnkosten)
Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen aus Mai 2008 (siehe Anhang)
... so "ahnen" wir, wohin die "Reise" geht und nicht nur hier: Der Armuts- und Reichtumsbericht - Armutsbericht! - Armutsbeichte 2008 (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=8486&highlight=Armutsbericht) der Ball schön flachgehalten wird ....
Hasepuppy
03.06.2008, 01:14
Ein Vorschlag von mir: Schick das doch mal an die Nachdenkseiten. Ich glaube, das wäre für die ein gefundenes Fressen. Zumindest würde ich das so sehen. Bis jetzt ist das bei denen noch nicht aufgetaucht. Ich weiss aber, dass Albrecht Müller und seine Mitstreiter immer dankbar für jeden Hinweis sind.
Gruss
Hasepuppy
Nefertari1968
03.06.2008, 14:30
Hallo Hasepuppy,
... das Thema ist an die Nachdenkseiten weitergeleitet (vor kurzem habe ich das zu einem anderen Thema bereits ebenfalls versucht)... allerdings rechne ich nicht mit einer Rückmeldung - oder damit, dass es thematisiert würde, dafür sind wir mit unseren "Zwängen", als nur ein kleiner Teil einer Gesamtbevölkerung (die es ja noch nicht betrifft) einfach nicht interessant genug... es gibt noch reichlich andere politische Brennpunkte mit besserer "Streuwirkung"...
Davon abgesehen, äußern sich ja hier nicht einmal diejenigen, die es unmittelbar betreffen könnte, würde es denn umgesetzt werden....
Warten wir es ab....
Die Integration von Hartz-IV-Empfängern in den ersten Arbeitsmarkt gelingt nach einer Studie der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) nur äußerst selten. Gerade einmal 3,4 Prozent der erwerbsfähigen Bezieher des Arbeitslosengeldes II schaffen demnach jeden Monat im Bundesdurchschnitt den Sprung in nicht vom Staat geförderte Jobs. Das bedeutet, dass von 1000 Leistungsbeziehern nur 34 in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gebracht werden können. Unter den Betroffenen sind Langzeitarbeitslose und Hilfebedürftige, etwa alleinerziehende Mütter.
Wie die Studie weiter ergab, gelang es den Arbeitsagenturen besser, diese Härtefälle in Jobs zu führen als den Optionskommunen. Diese im Zuge der Arbeitsmarktreform seit dem Jahr 2005 mit der Betreuung von Arbeitslosen betrauten Kommunen hätten weniger Erfolge erzielt als möglich gewesen wäre, sagte eine BA-Sprecherin.
Quelle und Weiterlesen: HIER (http://afp.google.com/article/ALeqM5h_fRx3TB51FPUEJFdZcq5EWZgiDw)
News Cat
25.07.2008, 12:41
Die Kritik an den Arbeitsgemeinschaften von Kommunen und Arbeitsagenturen ist nicht neu. Ein Bericht des Bundesrechnunghofes zeigt nun aber erschreckende Details: Bei Ein-Euro-Jobs wurden Hunderte Millionen verschwendet und Arbeitslose warten oft monatelang auf eine Beratung.
Mehr: Financial Times Deutschland (http://www.ftd.de/politik/deutschland/390264.html?nv=cd-rss200)
http://www.ftd.de/img/logo_home.gif
Der Bundesrechnungshof stellt den Jobcentern ein schlechtes Zeugnis aus: Arbeitsuchende warten oft wochenlang auf ein Beratungsgespräch, mit Ein-Euro-Jobs werde extrem Missbrauch getrieben.
Seit langem streiten die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Kommunen darüber, wer Arbeitslose besser vermittelt. Ebenso umstritten ist das Modell der Zusammenarbeit. Ist das Kooperationsmodell, bei dem Arbeitsagenturen und Kommunen zusammen arbeiten, oder das Optionsmodell bei dem die Städte die Integration der Arbeitsuchenden selbst organisieren, vernünftiger? Der Bundesrechnungshof kommt zum Ergebnis: «Gravierende Mängel» gibt es hier wie dort.
Wie die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» berichtet, stellt der Rechnungshof den Jobcentern erneut ein miserables Zeugnis aus. In einem Bericht an den Arbeits- und Sozialausschuss des Bundestages kommen die Prüfer demnach zu dem Ergebnis, dass die Berater die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen vielfach schleifen lassen. Empfänger von Arbeitslosengeld (ALG) II warteten «im Durchschnitt neun Wochen vom Leistungsbeginn an auf ein qualifiziertes Erstgespräch bei einer Vermittlungskraft», zitierte das Blatt aus dem Prüfbericht.
Erhebliche Missstände
Bis zur Vorlage einer schriftlichen Vereinbarung zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt vergingen durchschnittlich 16 Wochen. In jedem dritten Fall würden überhaupt keine Eingliederungsvereinbarungen geschlossen. Würden sie getroffen, vergingen bis zum Abschluss durchschnittlich 16 Wochen.
Noch schlimmer: Bei drohender Langzeitarbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr stellten die Ämter in einem Drittel der Fälle in den letzten drei Monaten des ALG I-Bezugs die Beratung ein, berichtete die «HAZ» weiter. Von der letzten Beratung bis zum ersten Gespräch bei den Hartz-IV-Stellen vergingen im Schnitt 139 Tage. Einzelne Grundsicherungsstellen hätten zudem die vorgeschriebene Intensivbetreuung von besonders schwer zu vermittelnden Arbeitslosen aus Kostengründen gar nicht angeboten. «Sie hielten es für wirtschaftlicher, sich um integrationsnahe Kunden zu kümmern», kritisierte der Rechnungshof.
Quelle und Weiterlesen: HIER (http://www.netzeitung.de/arbeitundberuf/1102098.html)
Berliner Arbeitsvermittlung verschickte stümperhafte Bewerbungsunterlagen im Namen ihrer Kunden und ließ sich das gut bezahlen
Wer bei der Arbeitssuche leer ausgehen will, ist bei der Berliner Joblife Arbeitsvermittlung in den besten Händen. »Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir die Gelegenheit geben würden das ich mich Ihnen näaher vorstellen kann.« Mit sieben Orthographie- und Kommafehlern in acht kurzen Sätzen seines Bewerbungsanschreibens hatte Walter G. (Name auf Wunsch geändert) ziemlich schlechte Karten, als Dienstwagenfahrer eine Anstellung zu finden. Dabei trifft ihn keine Schuld: Das Schreiben ist nicht auf seinem, sondern auf dem Mist eines »professionellen« Arbeitsvermittlers gewachsen – der sich die Stümperei von den Arbeitsagenturen auch noch teuer bezahlen läßt.
Nach eigener Darstellung erstellt Joblife, eine Firma mit vier Filialen in Berlin, professionelle, auf das individuelle Profil der Kunden zugeschnittene Bewerbungsunterlagen und verschickt diese an Unternehmen mit vermeintlichem Arbeitskräftebedarf. Der Hartz-IV-Bezieher Walter G. wurde auf die Firma aufmerksam, weil die in Anzeigen suggerierte, Hunderte offener Stellen besetzen zu können. Dort vorstellig geworden, lösten sich die Angebote schnell in Luft auf. Was blieb, war das Versprechen, eine Stelle für ihn ausfindig zu machen, sofern er sich vertraglich an Joblife binden würde.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://www.jungewelt.de/2008/08-05/041.php)
Krümelchen
04.08.2008, 23:51
»Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir die Gelegenheit geben würden das ich mich Ihnen näaher vorstellen kann.«
Auf eine Antwort täte ich mich freuen.
Vielleicht sollte man das wirklich mal so schreiben. Immerhin hat die Firma seit Januar 25 Leute vermittelt.:laugh:
Das Beste ist ja noch das Kreditangebot umgotteswillen1
Zusammengefasst also;- Geschäfte auf dem Rücken armer Menschen- :kotz
LG
Thomas
Paulchen
05.08.2008, 12:20
Geschäfte auf dem Rücken armer Menschen- :kotz
...eine Art "Kriegsgewinnler". Ethik, Moral, Verantwortung; alles Fremdwörter.
...und zum Thema Orthografie :D Ivan Rebroff "Zigeunerbaron" (http://de.youtube.com/watch?v=J5woVbQgtvo) ;)
Könnte denen mal jemand nen Abmahnanwalt aufs Auge drücken? ;)
http://www.berlin-kredit24.de/ hat kein Impressum :greet1: und gehört auch dem Kerl lt. Denic :thx:
Die Konjunkturabschwächung wirft nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern erste Schatten auf den deutschen Arbeitsmarkt: Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) rechnet in den kommenden Monaten mit einer sinkenden Arbeitskräfte-Nachfrage.
„Auf mittlerer Sicht wird das Stellenangebot voraussichtlich weiter abnehmen“, stellte das Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit (BA) in einer am Montag veröffentlichten Analyse fest.
Bei einer Befragung von 8000 Betrieben im zweiten Quartal habe sich ergeben, dass die Zahl später zu besetzender Stellen weiter sinke; diese Tendenz sei bereits seit drei Quartalen zu beobachten, berichteten die Arbeitsmarktforscher. Fachleute bewerten dies als ein Hinweis, dass die Unternehmen wegen der schlechter werdenden Auftragslage beim Personal zurückhaltender planen.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/stellenangebote-in-deutschland-sinken;2021488)
Paulchen
21.08.2008, 08:52
...ist das halbe Leben. ;)
Und Langenfeld ist um die Ecke. ;)
Und hier passiert das:
Müll beseitigen und hilflose Menschen unterstützen
Der ist ab September zuständig, um auffällig vermüllte Bereiche in der Nordtstadt zu säubern, Einkaufswagen und sperrige Gegenstände, die herrenlos herumstehen, zu beseitigen, Spielplatz Patenschaften zu übernehmen oder auch gegen die zunehmende Verschmutzung durch Hundekot anzukämpfen.
Quelle und mehr: :------>: Solinger Tageblatt (http://www.solinger-tageblatt.de/index.php?redid=289363)
Nachtrag: Dieses Thema wird auch im online Forum des Blättchens diskutiert,
das ist auch immer spannend, grad bei solchen Themen ;)
:------>: zur Diskussion unter Solingern nervoes1 (http://www.solinger-tageblatt.de/sro.php?redid=289350)
Eingliederungszuschüsse für Hartz-IV-Empfänger wirken
Die Beschäftigungschancen von Hartz-IV-Empfängern, die mit Eingliederungszuschüssen gefördert wurden, sind 20 Monate nach Förderbeginn 40 Prozentpunkte höher als die vergleichbarer ungeförderter Arbeitsloser, zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ). Wegen möglicher Mitnahme- und Substitutionseffekte bedeute dies aber noch nicht, dass Eingliederungszuschüsse die Arbeitslosigkeit insgesamt senken, betonen die Autoren der Studie. Sie sprechen sich daher für einen gezielten Einsatz des arbeitsmarktpolitischen Instruments aus.
Die Studie untersucht die mittelfristigen Auswirkungen von Eingliederungszuschüssen auf die Erwerbsverläufe von Hartz-IV-Empfängern, die Anfang 2005 aus der Arbeitslosigkeit in eine geförderte Beschäftigung eingetreten sind. Die Wirkung der Zuschüsse wird durch den Vergleich mit einer Gruppe ähnlicher, jedoch nicht geförderter Arbeitsloser errechnet.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://idw-online.de/pages/de/news276520)
Weißer_Ronaldo
28.05.2009, 09:07
Nach der Bundestagswahl: Bürgerarbeit statt Hartz IV?
Von Dirk Hoeber
Wie "Zeit online" am 22.05.2009 berichtete, werde sogar in den bürgerlichen Parteien über die Abschaffung von Hartz IV nachgedacht, weil aufgrund der Krise und des zu erwartenden Anstiegs der (Langzeit-)Erwerbslosigkeit Finanzierungsprobleme zu erwarten seien. Doch was kommt danach? Da Krisen gerne genutzt werden, um die Umverteilung von unten nach oben "zum Wohle der Wirtschaft" weiter zu verschärfen, sind sicherlich keine Wohltaten zu erwarten. Da Hartz IV im Sinne der herrschenden Klasse nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht hat und der Begriff Hartz IV in der Bevölkerung diskreditiert ist, ist es durchaus denkbar, dass nach der Bundestagswahl tatsächlich eine Abschaffung vorgetäuscht wird, um vermutlich noch restriktivere Maßnahmen einzuführen. Welches Konzept liegt also im Giftschrank der Regierenden und wartet auf seine Umsetzung?
Workfare oder Bürgerarbeit als massives Lohnsenkungsprogramm
Neu ist das Konzept nicht, wie "Spiegel online" am 13.05.2008 berichtete, hatte der damalige Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bereits die Absicht, Bürgerarbeit einzuführen. "Das Bürgerarbeit-Konzept sieht eine Arbeitspflicht von 39 Wochenstunden vor (...) Dadurch könnten die öffentlichen Haushalte jährlich rund 25 Milliarden Euro sparen (...) Kein erwerbsloser Arbeitsloser soll Zeit haben, schwarz zu arbeiten oder einfach zu Hause zu bleiben."1
Das ifo-Institut veröffentlichte bereits im April 2007 ein Gutachten zur Einführung eines Workfare-Modells in der BRD, für das es auch ausdrücklich wirbt, auch wenn Hans-Werner Sinn öffentlich lieber das Kombilohn-Modell propagiert. Darin wird zunächst festgestellt, dass die Absenkung oder der gänzliche Wegfall der Grundsicherung - als Voraussetzung des Kombilohn-Modells - politisch wohl nicht durchsetzbar sei. Daher solle ein neues Modell, das Workfare-Modell eingeführt werden. Das bedeutet, dass Langzeiterwerbslose eine Grundsicherung nur gegen Arbeit erhalten. Laut der Autoren der ifo-Studie ist der Vorteil offensichtlich, denn "wer gezwungen ist, das Transfereinkommen zur sozialen Grundsicherung durch eine Gegenleistung in Form sozial nützlicher Tätigkeit zu erzielen, wird bereit sein, Tätigkeiten am freien Markt auch dann anzunehmen, wenn sie bei gleichem Zeitaufwand nur geringfügig mehr einbringen als das Grundsicherungsniveau. Das Workfare-Modell senkt daher den Anspruchslohn stark ab. Im Prinzip sinkt er auf das Niveau der Grundsicherung, was bei Alleinstehenden einem Bruttolohn von rund 5 € entspricht. In der Konsequenz können Arbeitgeber niedrig produktive Arbeitsplätze anbieten und besetzen, für die Transferempfänger aufgrund ihres individuellen Nutzenkalküls bisher nicht zur Verfügung stehen."2
Da Erwerbslose nur sozial nützliche und zusätzliche Arbeiten verrichten sollen, wie bspw. den gegenwärtigen Ein-Euro-Jobs unterstellt wird, wird angenommen, dass Verdrängungseffekte zu verhindern seien. "Trotzdem sollte bei einer konsequenten Umsetzung des Workfare-Prinzips verstärkt der private Sektor zur Schaffung einer ausreichenden Zahl von Arbeitsgelegenheiten herangezogen werden."3 Wie das zusammengehen soll, wird nicht erwähnt. Die Autoren des ifo-Instituts fahren fort:
"Private Unternehmen und private Haushalte könnten das Recht erhalten, Grundsicherungsempfänger zu einem Lohn unterhalb des Transferanspruchs Vollzeit zu beschäftigen. Der jeweils gezahlte Lohn würde mit öffentlichen Mitteln so aufgestockt werden, dass die Leistungsbezieher ein Einkommen exakt auf dem Niveau der Grundsicherung erhalten."4
Sklavenmarkt im 21. Jahrhundert
Damit aber der private Sektor nicht übertreibt und nur 50 Cent die Stunde zahlt, was die Kommunen nicht genügend entlasten würde, sollen sich die privaten Haushalte und Unternehmen ihre Sklaven ersteigern. Das liest sich im vorliegenden Konzept des ifo-Instituts wie folgt: "Ein geeignetes Zuteilungsverfahren wäre die geschlossene Auktion nach Höchstpreis. Hierbei würden private Arbeitgeber den Kommunen zunächst ein nicht-öffentliches Arbeitsplatzangebot mit dem vorgesehenen Lohn unterbreiten. Nach Abschluss der Auktion kämen so viele Gebote in der Reihenfolge des Lohns - beginnend mit dem höchsten Angebot - zum Zuge, wie Arbeitsgelegenheiten für Hilfeempfänger benötigt werden."5
Labortests ergeben: Arbeitszwang wird als gerecht empfunden
Ob die schöne neue Asozialstaatlichkeit von der Mehrheit der Bevölkerung als gerecht empfunden würde, wurde bereits in einem "Laborexperiment" getestet.
"Bei dem Experiment sollten die Probanden Arbeiten verrichten, für die sie nach Stückzahl entlohnt wurden. Bevor sie damit beginnen konnten, wurden sie in Dreiergruppen eingeteilt und jede Gruppe mit der Entscheidung konfrontiert, wie sie damit umgehen würde, wenn eines der Gruppenmitglieder ‚arbeitslos' würde. In diesem Fall mussten die Arbeitenden einen Teil ihres Einkommens für die Alimentierung des Arbeitslosen aufwenden. Zur Entscheidung stand zum einen die Option, dass das arbeitslose Mitglied ohne Verpflichtung zur Gegenleistung alimentiert wurde, und zum anderen die Option, diesem eine - wenn auch reduzierte - Arbeitspflicht aufzuerlegen. Für die Arbeitenden hatte die Wahl dieser Option weder einen besonderen finanziellen Vorteil noch einen besonderen finanziellen Nachteil. Für den Arbeitslosen war mit der Arbeitspflicht ebenfalls kein finanzieller Vorteil verbunden. Trotzdem entschieden sich alle Gruppen mit überwältigender Mehrheit für die Option mit der Arbeitspflicht."6
Begründet wird dieses Ergebnis damit, dass Menschen auch im negativen Sinne auf Gegenseitigkeit bedacht wären und dadurch bereit seien, angeblich unkooperatives Verhalten zu sanktionieren. Nicht auszudenken, welche Hexenjagd gegen "unsolidarische" Erwerbslose durch BILD und andere Verblödungsmedien (Nachmittagstalkshows im Privatfernsehen etc.) veranstaltet würde, sollte all dies Wirklichkeit werden.
So offensiv und unverblümt wie das ifo-Institut, können sich Parteien natürlich nicht vor einer richtungsweisenden Bundestagswahl für ein solches Modell aussprechen. Wie liest sich also eine implizite Befürwortung eines solchen Modells bei CDU und FDP?
CDU 2009: "Arbeit für alle"
"Abeit für Alle ist nach Auffassung der CDU ein Kernstück sozialer Gerechtigkeit. Arbeit ermöglicht Selbstverwirklichung, stiftet Lebenssinn und ist eine entscheidende Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Alle werden gebraucht; keiner darf ausgegrenzt werden. Arbeit schafft Einkommen und Wohlstand. Die Soziale Marktwirtschaft will Vollbeschäftigung. Diesem Ziel sind Staat und Tarifpartner verpflichtet. Massenarbeitslosigkeit ist unerträglich, nicht hinnehmbar und ökonomisch schädlich."7
FDP 2009: "Aufnahme gering entlohnter Beschäftigung muss attraktiver werden"
"Wir brauchen einen funktionsfähigen Niedriglohnsektor. Die Sozialleistungen wirken faktisch wie ein Mindestlohn. Es ist wirtschaftlich unsinnig, unterhalb dieses Einkommens oder auch nur knapp darüber Arbeit aufzunehmen. Wenn bei zu hohen Lohnnebenkosten die Produktivität nicht den Kosten des Arbeitsplatzes entspricht, wird er nicht in der legalen Wirtschaft angeboten, sondern in die Schwarzarbeit oder ins Ausland verlagert. Zudem muss die Aufnahme einer auch nur gering entlohnten Beschäftigung gegenüber der alleinigen Versorgung durch Sozialleistungen attraktiver werden."8
26.05.2009, Dirk Hoeber, Stuttgart
1 Spiegel online, 13.05.2008, "Glos will Hartz IV nur noch bei Gegenleistung zahlen"
2 Ifo Schnelldienst 4/2007
3 ebenda
4 ebenda
5 ebenda
6 ebenda
7 http://www.cdu.de/politikaz/arbeitsmarkt.php, abgerufen am 26.05.2009
8 http://www.fdp-fraktion.de/webcom/show_themen_abisz_neu.php/_c-539/_nr-5/i.html, abgerufen am 26.05.2009
:------>: (http://www.scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=5258&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=5945db7ddf)
Bauer Harms
29.05.2009, 09:29
Was wir noch gar nicht wußten:
Umfrage unter Ein-Euro-Jobbern
Reguläre Arbeitsplätze verdrängt
Ein-Euro-Jobs verdrängen offenbar immer mehr reguläre Arbeitsplätze.
Eine Umfrage im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit (BA) unter Ein-Euro-Jobbern habe ergeben, dass 45 Prozent der Befragten die gleiche Arbeit machten wie fest angestellte Kollegen, berichtete die "Frankfurter Rundschau" vorab. Damit verdrängte fast jeder zweite Ein-Euro-Job reguläre Beschäftigung und verstoße gegen die gesetzlichen Vorschriften. Jeder vierte gab an, für den Ein-Euro-Job sei eine abgeschlossene Ausbildung erforderlich :eek:
:------>: (http://www.n-tv.de/ratgeber/jobkarriere/Regulaere-Arbeitsplaetze-verdraengt-article312452.html)
Nefertari1968
29.05.2009, 16:27
In Ergänzung zum vorhergehenden Beitrag:
Aus Sicht der Arbeitsmarktpolitik entscheidend ist eine andere Erkenntnis aus der Studie, für die das BA-eigene Forschungsinstitut IAB 1232 Personen nach ihrer Erfahrung mit diesen Tätigkeiten gefragt hat. Nicht erfüllt hat sich die Hoffnung, Ein-Euro-Jobs könnten Türen zum regulären Arbeitsmarkt öffnen. Ihre beruflichen Perspektiven bewerten die Befragten ausgesprochen negativ. 61 Prozent glauben nicht, dass die Arbeitsagenturen ihnen helfen könnten, einen Arbeitsplatz zu finden. Nur jedem Achten wurde überhaupt eine normale Vollzeitstelle angeboten. Zwei Drittel erklären, dass sich ihre Beschäftigungschancen durch die mit Steuergeldern finanzierten Beschäftigungsprogramme nicht verbessert haben.
Dieser Befund deckt sich mit Aussagen des Bundesrechnungshofs (BRH). Der schreibt in einem im November 2008 fertiggestellten Prüfbericht, aus dem der DGB zitiert: "Die Arbeitsgelegenheiten blieben aus Sicht des BRH für drei von vier Hilfebedürftigen weitgehend wirkungslos. Messbare Integrationsfortschritte waren nicht erkennbar." Besonders moniert der Rechnungshof, dass die Tätigkeiten nicht wie gesetzlich vorgeschrieben zusätzlich geschaffen würden, sondern reguläre Arbeitsplätze verdrängten. "Zwei Drittel der geprüften Maßnahen erfüllten nicht die gesetzlichen Fördervoraussetzungen", konstatiert der Bundesrechnungshof.
Quelle und vollständiger Artikel: FR
(http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1776504_Umfrage-Bundesagentur-fuer-Arbeit-Die-Ein-Euro-Jobvernichter.html)
Weißer_Ronaldo
03.06.2009, 09:40
DGB-Studie: Ein-Euro-Jobs verdrängen reguläre Arbeit
Nahezu jeder zweite Ein-Euro-Jobber arbeitet in den gleichen Tätigkeiten wie Festangestellte. Das ist ein Ergebnis der ersten repräsentativen Befragung von Ein-Euro-Jobbern. Der DGB hat dafür Daten aus der Umfrage Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS) des IAB ausgewertet und die Ergebnisse im neuen Arbeitsmarkt aktuell zusammengefasst.
1-Euro-Jobs werden zunehmend Sache der 25- bis 50-Jährigen Männer, mit einem regionalen Schwerpunkt in Ostdeutschland. Die Befragungsergebnisse aus dem „PASS“ zeigen, dass 1- Euro-Jobs mitnichten auf den Personenkreis mit sog. mehrfachen Vermittlungshemmnissen begrenzt sind, bei denen eine persönliche Stabilisierung und Heranführung an Arbeit notwendig
ist.
1-Euro-Jobs werden demnach oft nicht zielgruppengenau eingesetzt. Obwohl die Befragten die Betreuung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ARGE bzw. Optionskommune eher positiv einschätzen, ist der Großteil hinsichtlich des Erfolgs der Betreuung sowie der Wirkung der 1-Euro-Jobs als Brücke in Beschäftigung skeptisch. Dies verwundert nicht, wenn man sich anschaut, wie selten die Befragten überhaupt Arbeitsangebote durch die ARGE erhalten haben.
Die Arbeitslosigkeit der Hartz IVBedürftigen resultiert hauptsächlich aus dem Mangel an Arbeitsangeboten. Persönliche Probleme scheinen dagegen ein deutlich geringeres Beschäftigungsproblem zu sein.
68 Prozent der 1-Euro-Jobber haben eine abgeschlossene Ausbildung. Die Befragung unterstreicht damit und insbesondere mit der Aussage zur Art der Tätigkeiten („entspricht regulärer Arbeit“) die Aussage des IAB-Kurzberichts, dass die Hälfte der 1-Euro-Jobber fit ist für den ersten Arbeitsmarkt und 1-Euro-Jobs reguläre Beschäftigung „in nicht zu vernachlässigendem Umfang“ ersetzen.
Quelle: DGB zum Download „Praxis und neue Entwicklung bei 1-Euro-Jobs [PDF - 120 KB]“ (http://www.dgb.de/themen/themen_a_z/abisz_doks/a/arbeitsmarkt_aktuell_04_09.pdf)
:------>: (http://www.nachdenkseiten.de/?p=3980#h10)
Dies ist genau das, was auch ich immer wieder anprangere. Dieses nicht enden wollende dümmliche Gequatsche von "bildungsfernen Schichten", "mangelnden Qualifikationen" oder "nicht für den 1. Arbeitsmarkt geeignet" ist nichts weiter als das neoliberale Getöse, um mithilfe sehr wohl qualifizierter Arbeitnehmer noch höhere Gewinne einzufahren. Gut qualifizierten Menschen wird Unfähigkeit angedichtet, um sie dann für eine menschenunwürdige Bezahlung genau dieselbe Arbeit machen zu lassen wie einen "normalen" Arbeiter. Zu Lasten des Arbeiters - zu Gunsten des Unternehmens.
Nichts desto trotz werden Politiker und neoliberale Vertreter nicht müde, diese Litanei immer wieder aufs Neue herunterzubeten, um diesen Blödsinn im Gedächtnis auch des Letzten endgültig festzuhämmern.
Nefertari1968
14.06.2009, 17:44
Ergänzend zu dem, was Weißer_Ronaldo bereits korrekt festgestellt hat, ein Zitat eines aktuellen Artikels (Heise):
Eine aktuelle http://www.heise.de/tp/r4/icons/inline/extlink.gifStudie (http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb1309.pdf) des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kommt zu dem Ergebnis, dass an jedem Arbeitstag der vergangenen zehn Jahre durchschnittlich 30.000 Arbeitsverhältnisse begonnen und ebenso so viele beendet wurden. Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt werde häufig unterschätzt, gaben die Nürnberger Arbeitsmarktforscher zu Protokoll. Im übrigen sei bereits seit knapp zwei Jahren Monat für Monat ein Rückgang der gemeldeten offenen Stellen zu beobachten – zwischen April 2008 und April 2009 sank ihre Zahl um 97.000 oder 16 Prozent.
Quelle und vollständiger Artikel: Heise (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30478/1.html)
Weißer_Ronaldo
18.07.2009, 12:24
Workfare oder die Renaissance des Arbeitsdienstes
Von Dietmar Bracht
Die von CDU und FDP geplante Pflicht zur Gegenleistung in Form von gemeinnütziger Arbeit entspricht in Zweckbestimmung und Konzeption weitgehend dem Reichsarbeitsdienst der Nationalsozialisten.
So hieß es im Gesetz über den Reichsarbeitsdienst im §1:
„Der Reichsarbeitsdienst ist Ehrendienst am deutschen Volke. Alle jungen Deutschen beiderlei Geschlechts sind verpflichtet, ihrem Volke im Reichsarbeitsdienst zu dienen. Der Reichsarbeitsdienst soll die deutsche Jugend im Geiste des Nationalsozialismus zur Volksgemeinschaft und zur wahren Arbeitsauffassung, vor allem zur gebührenden Achtung der Handarbeit erziehen. Der Reichsarbeitsdienst ist zur Durchführung gemeinnütziger Arbeiten bestimmt.“
Hört und liest man mit welchen Argumenten die heute im Prinzip schon existierende Zwangsarbeit in sog. Arbeitsgelegenheiten verteidigt wird, kann man durchaus Parallelen feststellen.
Man möchte die Arbeitsbereitschaft testen, sprich eine von den Machern der Reform als einzig „wahre Arbeitsauffassung“ festgelegte Einstellung erzielen. Diese „Motivationsstrategie“ nach der Bootcamp Methode ist aus erziehungswissenschaftlicher Sicht völliger Unsinn, und mehrfach widerlegt.
Arbeit ist nicht mehr die Ware, mit dem der Bürger sich persönlich mit all seinen Fähigkeiten und Qualifikationen selbst bestimmt auf einem freien Arbeitsmarkt bewirbt, nein, Arbeit ist eine Verpflichtung der Armen gegenüber den Reichen. Die soziale Verantwortung der Wohlhabenden braucht nur noch dann wahrgenommen zu werden, wenn Bedürftige ihre Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung stellen. Eine Existenzberechtigung ergibt sich somit nicht mehr durch den Wert eines Menschen, sondern durch seine geleistete Arbeit. Eine solche Denkweise ist menschenverachtend – damals wie heute.
Hinzu kommt die Volkswirtschaftliche Sicht:
Wenn Arbeitslose auf dem Arbeitsmarkt keine Arbeit finden können, ihnen aber gleichzeitig in Workfare Projekten Arbeit angeboten wird, funktioniert unsere Marktwirtschaft nicht mehr. Der Fehler im System ist leicht zu finden: Er liegt in der Profitgier von Unternehmen, die Arbeit unter Umgehung der Marktgesetze so billig machen will, dass man auch mit menschenverachtenden Systemen konkurrieren kann. Dies ist natürlich nur dann möglich, wenn man selbst, zumindest für einen bestimmten Kreis von Menschen die Menschenrechte beschneidet.
Der Staat ist, wenn er den Anspruch hat ein demokratischer Staat zu bleiben, verpflichtet hier einzugreifen. Er tut dies auch in fast ganz Europa durch Mindestlöhne. Nicht so in Deutschland. Hier spricht man von einem Mindesteinkommen und subventioniert durch staatliche Zuschüsse Unternehmen, die keine marktgerechten Löhne zahlen. Man lässt zu, dass Zeitarbeit als Instrument zur Lohnsenkung und zur Umgehung des Kündigungsschutzes missbraucht wird. Statt hier entgegen zu wirken, fördert man durch Lohnzuschüsse, die Möglichkeit von unbezahlten Praktika und Zuschüsse bei der Einstellung von Langzeitarbeitslosen, diese diskriminierende Unternehmenspolitik.
In den letzten Jahren ist hier ein zweiter Arbeitsmarkt entstanden, der den ersten Arbeitsmarkt ausblutet. Er wächst in dem Maße in dem der reguläre Arbeitsmarkt schwindet. Welcher faire Unternehmer kann auf Dauer überleben, wenn seine Konkurrenten Ausbeutung und Lohndumping betreiben? Bewusst erklären die bürgerlichen Parteien Arbeit an sich als sozial – auch dann, wenn diese schlecht oder gar nicht bezahlt wird.
Die Parteien wissen, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Arbeitslosen auf über 5 Millionen steigen wird. Wer, wie CDU und FDP ernsthaft fordert, diese 5 Millionen Menschen, unter denen auch viele gut qualifizierte und motivierte Bürger sind, in einen zweiten Arbeitsmarkt, dessen Bezahlung sich nicht mehr an der Marktwirtschaft orientiert, zu entlassen, gibt den Gedanken der Marktwirtschaft auf.
Aufgabe einer verantwortungsvollen Regierung wäre es, durch eine gezielte Steuerung die Felder des ersten Arbeitsmarktes, die von der Wirtschaft zwecks Gewinnoptimierung der Allgemeinheit in einem zweiten Arbeitsmarkt überlassen werden, dort wieder zu integrieren. Dazu gehören vor allem die sozialen Berufe, aber auch viele andere Tätigkeiten im Bereich der Dienstleistung.
Letztlich ist der zweite Arbeitsmarkt nichts anderes als staatlich geförderte Schwarzarbeit. Viele Städte und Kommunen haben Arbeitsgelegenheiten genutzt um reguläre Stellen im öffentlichen Dienst abzubauen. Dort wo der Staat früher Aufträge an Firmen abgegeben hat, etwa bei Umzügen von Leistungsempfängern oder Renovierungsarbeiten in öffentlichen Gebäuden, lässt er dies heute offiziell und legal von unbezahlten Leistungsempfängern verrichten. Ähnliches gilt für kirchliche Einrichtungen und Sportvereine. Wenn nun weitere 5 Millionen in diese staatlich organisierte Schwarzarbeit gezwungen werden, statt endlich die durchaus vorhandene Arbeit durch tariflich bezahlte Arbeitnehmer erledigen zu lassen, kann man kaum mehr von einer freien Marktwirtschaft sprechen.
:------>: (http://www.scharf-links.de/88.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=5993&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=1a3478ba86)
Ich kann nur empfehlen, sich jeden Satz des vorstehenden Beitrages langsam und genau durchzulesen. Hier sind peinlich genau sowohl moralische, aber auch wirtschaftliche Aspekte dieser Politik beschrieben.
MikelF1963
22.07.2009, 11:20
Merkel lehnt höhere Sätze bei Hartz IV ab
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Forderungen nach einer Erhöhung der Hartz-IV-Sätze in der Wirtschaftskrise eine Absage erteilt. Es müsse ein Anreiz bestehen bleiben, sein Geld selber zu verdienen, sagte Merkel und erinnerte daran, dass die Hartz-IV-Sätze zum 1. Juli angehoben wurden
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/merkel-lehnt-hoehere-saetze-bei-hartz-iv-ab;2434563
Nefertari1968
22.07.2009, 11:38
... das ist noch steigerungsfähig:
Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt es kategorisch ab, die Hartz-IV-Regelsätze zu erhöhen. Wir müssen aufpassen, dass derjenige, der den ganzen Tag arbeitet, zum Schluss mehr Geld hat als wenn er nicht arbeitet, sagte Merkel in einem von Jugendlichen geführten Interview in der gestrigen Ausgabe der "Welt am Sonntag" zum Thema Gerechtigkeit kinderleicht.
(....)
Für Hartz IV Bezieher wird aber nach der Bundestagswahl der gesellschaftspolitische Amoklauf weitergehen. Sollten CDU/CSU und FDP, woran derzeit niemand zweifelt, die künftige Bundesregierung bilden, drohen noch mehr Blut, Schweiß und Tränen auf diejenigen zuzukommen, die heute bereits unter dem Existenzminimum ihr Dasein fristen. Die FDP sagt bereits jetzt offen, dass die Regelsätze um 30 Prozent gekürzt werden sollen.
Auch die Union ist der Auffassung, dass der ALG II Regelsatz zu hoch ist. Hier ist allerdings ein filigraneres und somit auch weit zynischeres Vorgehen geplant. CDU/CSU wollen laut ihrem Regierungsprogramm für ALG II Empfänger sogenannte "Anreize zur Arbeit" schaffen, die nichts weiter beinhalten, als dass die bereits lange geplante Abschaffung der Freibeträge für Zusatzverdienste von rund 100 Euro Brutto auch noch ersatzlos gestrichen werden.
Damit jedoch noch nicht genug. Die Pflicht zur Gegenleistung für das stattliche Almosen soll nach dem Willen der Union gesetzlich verankert werden, was nichts weiter bedeutet, dass Hartz IV Empfängerinnen und Empfänger in Zukunft ihre Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung zu stellen haben, ansonsten werde ihnen sämtliche Leistungen ersatzlos gestrichen. Die immer noch auf dem Papier stehende Verpflichtung einer Gemeinnützigkeit bei den 1 Euro Jobs soll dabei ebenfalls komplett wegfallen und die Hartz IV Bezieher sollen, ebenfalls nach dem Willen der Union, auch in der Privatwirtschaft eingesetzt werden können.
Quelle und vollständiger Artikel: http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=20072009ArtikelPolitikDuremont1
Siehe auch: Die 12-köpfige Hydra - der Staat (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?goto=newpost&t=16417)
laukasius
22.07.2009, 22:16
Ich habe immer gesagt, dass man die Bunker aus dem 2. Weltkrieg nicht hätte sprengen sollen.
Mit geringfügigem Renovierungsaufwand wären sie eine herrliche Bleibe der Arbeitslosen geworden.
Im Sommer schön kühl, würden sie im Winter aufgrund der Mauerdicke niemanden ohne Heizung erfrieren lassen.
Welch einen Anreiz zur Arbeit würde es geben, diesen Ghettos zu entkommen.
Ob Kohl wirklich gewusst hat, welcher eiskalten Frau er den Weg zur Kanzlerin geebnet hat?
Welch komischer Buhmann ansonsten sein Unwesen treibt, wissen wir.
Nicht, dass nachher noch jemand denkt, dass Arbeitslose durch Einkommensminderung gezwungen werden, Weichteile ihres Körpers aufgrund der Einkommensverbesserung anzubieten?
Ein Westerwelle soll doch nicht daran scheitern, dass er sich nach eigener Aussage schon als Arbeiterdenkmal sah?
Geben wir diesem Denkmal doch einmal die Chance, seine Absonderlichkeiten der Steuersenkungen zu verwirklichen.
Mit einem schweren Hammer ist eigentlich jedes Denkmal zu zertrümmern.
Ich hoffe immer noch auf eine Bevölkerung mit gesunden Hirnen.
16011965
23.07.2009, 00:10
:ironie: ... dann wird die Zahl der Schwarzarbeiter eben noch weiter steigen und die , die aus gesundheitlichen Gründen eh nicht mehr arbeiten können bekommen dann den Strick oder die letzte Spritze sowie die Beerdigung vom Staat gesponsert :ironie:
Paulchen
23.07.2009, 06:52
Strick oder Spritze? Wer soll denn das bezahlen :think: ??
Bislang kosteten Probanden für medizinische Studien den forschenden
Pharmakonzernen nette Sümmchen an Aufwands - und Risikoentschädigungen.
Sicher wird man zukünftig "Einladungen" verschicken: Teilnahme an einem Forschungsprojekt. Die Teilnahme ist verbindlich. Vorsorglich weisen wir sie darauf hin...bla,bla.
Deutsche Ärzte und Pharmaologen waren bekanntlich schon immer an
"Forschung" interessiert nervoes1
Nefertari1968
23.07.2009, 12:46
Letztlich ist die Zielsetzung bereits älteren Datums... zum Beispiel die Reduzierung der Freibeträge:
(...)
Als Anreiz zur Annahme eines Vollzeitjobs sollten aber Hinzuverdienste eingeschränkt werden, fügte Bofinger hinzu. Auch sollten verpflichtende Praktika für Arbeitslose eingeführt werden. Mit dem Gutachten stellt sich der Volkswirtschaftler gegen die vier anderen Wirtschaftsweisen, die eine umstrittene 30-prozentige Kürzung des ALG II bei verbesserten Hinzuverdienst-Möglichkeiten vorgeschlagen hatten.
Bofingers Visionen: Niedriglohnmodelle - drohende Kürzung der Freibeträge (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=2017&highlight=Bofinger%2A)
... und allmählich wird auch klarer, warum vor einiger Zeit folgendes Thema nochmals (!) akut diskutiert (und vorweg auf eigentümlichen Wegen verbreitet) wurde:
Wissenschaftliche Studie: Hartz-IV-Regelsatz von 132 Euro ausreichend (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=15229)
Sollte der Regelsatz tatsächlich eine solche Kürzung erfahren, dürfte innerhalb kürzester Zeit die Kriminalstatistik einen steilen Anstieg erleben.
Aber Arbeit für Sozialleistungen, das wird mit Sicherheit kommen.
Letztlich wird sich der "Sozialstaat" Deutschland in absehbarer Zeit verabschieden und auf den Straßen wird es zu kleineren Überfällen und organisierten Plünderungen kommen.
Das weiss auch der Staat. Nicht umsonst wurden neue Notstandsgesetze verabschiedet und die Bundeswehr für die innere "Sicherheit" vorbereitet.
Aber bleiben wir Optimisten. Arbeitslose sind letztlich auch Konsumenten, die dieses "System" mittragen, weil sie ihren Regelsatz vollständig dem Wirtschaftskreislauf zuführen.
MikelF1963
23.07.2009, 16:37
Hallo Torsten,
ich geh da fast noch nen Schritt weiter, sollte es so kommen ist der nächste Krieg nicht mehr weit entfernt.
Wenn man bedenkt das die CDU/CSU nach wie vor leugnet das die Bundeswehr für Kriegs und Machtspielchen benutzt wird, wird es nicht mehr lang gehen bis es keine Wahlen mehr gibt und nur noch der Kapitalismus in diesem Land regiert.
Krümelchen
23.07.2009, 19:02
Ich übe mich mal als Übersetzerin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt es kategorisch ab, die Hartz-IV-Regelsätze zu erhöhen. Wir müssen aufpassen, dass derjenige, der den ganzen Tag arbeitet, zum Schluss mehr Geld hat als wenn er nicht arbeitet, sagte Merkel in einem von Jugendlichen geführten Interview in der gestrigen Ausgabe der "Welt am Sonntag" zum Thema Gerechtigkeit kinderleicht.
Gemeint ist: Wir müssen aufpassen, dass wir die Regelsätze nicht erhöhen, damit jemand, der wenig verdient, keinen Anspruch auf Aufstockung von ALG-II hat.
Denn dann sieht es auch sehr schlecht aus für Geringverdiener, keine Chance mehr aufstockend etwas zu bekommen.
Die Pflicht zur Gegenleistung für das stattliche Almosen soll nach dem Willen der Union gesetzlich verankert werden, was nichts weiter bedeutet, dass Hartz IV Empfängerinnen und Empfänger in Zukunft ihre Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung zu stellen haben, ansonsten werde ihnen sämtliche Leistungen ersatzlos gestrichen. Die immer noch auf dem Papier stehende Verpflichtung einer Gemeinnützigkeit bei den 1 Euro Jobs soll dabei ebenfalls komplett wegfallen und die Hartz IV Bezieher sollen, ebenfalls nach dem Willen der Union, auch in der Privatwirtschaft eingesetzt werden können.
So, was machen wir jetzt mit den Kindern von solchen, wo alles gestrichen ist? Verhungern lassen? Ach, man könnte die ja dann problemlos in Obhut nehmen. Die Zusammenarbeit der Argen und des Jugendamtes sind ja bekannt. Welch ein Zufall.
Ich befürchte, dass dann die Gewalt an Kindern zunehmen würde.
Sprich: Das ist uns (Parteien) aber egal.
Die immer noch auf dem Papier stehende Verpflichtung einer Gemeinnützigkeit bei den 1 Euro Jobs soll dabei ebenfalls komplett wegfallen und die Hartz IV Bezieher sollen, ebenfalls nach dem Willen der Union, auch in der Privatwirtschaft eingesetzt werden können.
Übersetzt: Wir wissen nicht mehr, wie wir der Wirtschaftkrise entgegenwirken können. Hätte die Wirtschaft sozusagen Fast-Null-Kräfte, wäre ihr gedient.
Das dann aber niemand mehr eingestellt wird, ist uns egal.
@Paulchen
Sicher wird man zukünftig "Einladungen" verschicken: Teilnahme an einem Forschungsprojekt. Die Teilnahme ist verbindlich. Vorsorglich weisen wir sie darauf hin...bla,bla.
... sollten Sie irgendwelche Schäden davontragen, werden wir selbstverständlich für die Kosten nicht aufkommen. Wir gucken schon mal, wer im Falle des Falles für Ihre Beerdigungskosten zuständig ist.
Merkwürdig finde ich sowieso schon lange, dass alle zusätzlichen Leistungen für behinderte Kinder gestrichen sind (Mehrbedarf an Unterhalt für den Vater, Mehrbedarf bei unter 15-jährigen). Sehr merkwürdig und hinterfragungswürdig.
Nefertari1968
24.07.2009, 11:13
Auch wenn das Regierungsbündnis von Union und SPD im Bund sich langsam auflöst, in einer Hinsicht sollte man die Große Koalition nicht abschreiben: Die Macht ihres Schweigekartells ist ungebrochen. Mit stummer Übereinkunft sorgen die beiden Volksparteien dafür, dass über vieles gesprochen wird, nur nicht über das Wesentliche: die kommende Sanierung des Bundeshaushalts und der Sozialsysteme.
Dabei haben Union wie SPD genau das als "hidden agenda", als versteckten Plan. Wer immer regiert, er muss die Schröder'schen Sozialreformen fortschreiben, denn anders lässt sich die Handlungsfähigkeit des Staates nicht sichern. Das steht im Zentrum der nächsten Legislatur, und nichts wäre selbstverständlicher, als das Wahlvolk darüber abstimmen zu lassen. Welchen Sinn haben Wahlkämpfe und Wahlen als den, das Votum des Souveräns über die wirklich wichtigen Fragen einer Wahlperiode zu ermöglichen?
Quelle und vollständiger Artikel: Handelsblatt (http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/was-uns-die-grosse-koalition-verheimlicht;2435243)
Paulchen
24.07.2009, 12:26
Man kann ja auf die "Verantwortlichen" einreden, wie auf ein krankes Pferd, sie sind ja beratungsresistent und machen was SIE (die Lobby :D )
wollen. seufz2
Thats live.
Aber bei der Masse an Neu-Armen möcht ich nicht in deren Haut stecken.
Es wird "Bewegung" in die Geschichte kommen schweissabwisch1.
16011965
24.07.2009, 15:47
Bürgerkrieg / Revolution wie in Frankreich und schlimmsten Falls wird das so enden wie in China auf dem .... Platz = Militär gegen Bevölkerung
wird zeit das die Scharfschützen "geweckt" werden und oben mal aufräumen
roswitha
24.07.2009, 23:57
wenn ich nur 132 euro bekommen würde .....wie bitte soll ich da arbeiten? selbst der 1 euro job würde daneben gehen denn ich müßte ernsthaft überlegen ...... fahre ich schwarz? kaufe ich mir keine hygiene artikel (also stinke alle voll) oder esse ich nicht?? bei letzerem hat sie die arbeit wohl voll erledigt denn keiner hält arbeit mit leerem magen durch fällt offt aus wegen krankheit .....beim 2 punkt schmeißt man mich sowieso raus weil neben jemandem zu arbeiten der stinkt ist keinem zuzumuten .....bei punkt 1 lande ich bei mehrfach wiederholung in der zelle .......das allerdings hat den vorteil .....ich bekomme zu essen darf duschen und bekomme arbeit .......:think::ironie:
Paulchen
25.07.2009, 06:57
Nun, 16011965, punktuelles Aufräumen wird wohl leider nicht langen,
dafür sind zuviele auf allen Ebenen verstrickt und verbandelt.
Aktion erzeugt Reaktion, und schon eskaliert alles und wird kontinuierlich schlimmer nervoes1.
Ich liebäugele eher mit dem politischen Instrument des zivilen Ungehorsams (http://de.wikipedia.org/wiki/Ziviler_Ungehorsam), von dem Ghandi aber einschränkend und warnend sagte:
Für die Ausübung zivilen Ungehorsams im indischen Unabhängigkeitskampf stellt Gandhi klar, dass er ohne vorherige Planung und ein ergänzendes „constructive programme“ nur Abenteurertum darstelle, und damit alleine schlimmer als nutzlos sei.[29] :Klarsehen:
@ Roswitha: Seit wann stehen Sklaven Hygieneartiel zu :think:???
Der Hygieneartikel der Sklaven heisst "Regen":vompechverfolgt::singingintherain:, und fällt kostenlos vom Himmel :weißnicht: :ironie:
laukasius
25.07.2009, 09:06
Na Paulchen,
was schlägst du dann vor?
Demonstrationen sind gelaufen, Widersprüche und auch Gerichtsgänge.
Geändert hat sich an der Lage selbst aber nichts.
Sollte es demnächst zu einer CDU/FDP-Koalition kommen, werden Änderungen erwartet, und auch die Gerichtsbescheide werden dementsprechend ausfallen.
Man wird genau da nachteilig abändern, die eine Vielzahl der Klagen ausmachen.
Damit wären praktisch alle rechtlichen Möglichkeiten für den Arbeitslosen ausgeschöpft.
Somit ist nur noch der ernstere Weg mit den Konsequenzen offen.
Aber auch dann muss man auf die Solidarität der noch Arbeitenden hoffen.
Es wird garantiert unruhiger werden.
Den französischen Weg wird man hoffentlich nicht gehen.
Sachbeschädigungen, dazu noch bei den zumindest ähnlich Denkenden wird hier keine Solidarität schaffen.
Da erhoffe ich eine gezieltere Richtung.
Paulchen
25.07.2009, 10:04
die Solidarität der noch Arbeitenden
...verkommt langfristig leider zur "Radfahrermentalität" dank der Mainstreampropaganda und der Daumenschrauben der "Vorgesetzten".
Von da erwarte ich mir nicht allzuviel, vielleicht bei der Kündigungswelle
ein aufflammendes Bewusstsein für die Situation.
Wenn das vorhandene Halbwissen um die Hartzrealität der Erkenntnis weicht, könnte der seinerzeit von Köhler gewünschte "Ruck durch Deutschland" gehen :weißnicht:
...aber dann ist der Wahlgang gelaufen :wiebitte: .
Nefertari1968
07.10.2009, 11:58
Das Ziel der Bundesregierung: ihre Steuerausgaben für Langzeitarbeitlose massiv zu senken, ist … vollkommen verfehlt worden. Teils wurden die Einsparungen durch Umverteilung (statt Alhi nun Unterkunftskostenbeteiligung), teils durch massive Zunahme der Leistungsberechtigten und teilweise durch den Missbrauch als Lohnergänzung wieder aufgehoben. Hinzu kamen die erheblichen zusätzlichen Kosten für die neue Verwaltung, fehlerhafte Software (A2LL) und durch erhebliche Rechtsunsicherheit und ungeschulte Mitarbeiter verursachte massive Kosten für Klagen.
Workfare soll’s nun richten. Mit diesem System, in dem man aber “Fördern” ganz streichen will, sollen nun diese Kosteneinsparungen erzielt werden. Grundvoraussetzung ist hierbei die Abschaffung des Sozialstaatsgebotes aus dem Grundgesetz. Die Grundsicherung für Erwerbsfähige Arbeitslose soll dann nur noch gezahlt werden, wenn Bedürftige dafür unentgeltlich dort arbeiten, wo das Amt sie hinschickt. Als Basis sollen die bisherigen 1€ Jobs dienen, wobei die Mehraufwandsentschädigung, die ihnen diesen Namen gab, Ersatzlos gestrichen und diese Jobs ohne Beschränkungen überall vergeben werden sollen - auch bzw. gerade in der Privatwirtschaft.
Quelle und vollständiger Artikel: Gegen-Hartz.de (http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e19ac30676501.php)
Siehe ergänzend: Das Grundgesetz im „Wind der Veränderung“ (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=15725)
Nefertari1968
09.11.2009, 13:14
Das Tränen der Sozialverbände sind falsch. Sie sind als Aufforderung an die Politik zu verstehen, weiter für Nachschub zu sorgen, weiter Ein-Euro-Jobber zu liefern – es gibt bereits Diskussionen und Forderungen nach Null-Euro-Jobbern, diese sollen nicht nur gemeinnützig eingesetzt werden, es gibt bereits Überlegungen, ihren Einsatzbereich in den privaten und wirtschaftlichen Sektor auszuweiten. Der soziale Bereich ist in unserem Land mittlerweile ein riesiger Markt – und ich bewundere jeden Menschen, der in diesem Bereich Tag für Tag, oftmals für einen Hungerlohn, arbeitet. Die Sozialverbände jedoch, die sich immer wieder über die Medien an die Politik richten und sich echauffieren, sind einfache Lobbyisten in eigener Sache. Nicht mehr und nicht weniger. Oftmals hört dort das Soziale schon bei den eigenen Mitarbeitern auf. Und ich bin mir sicher, die Zukunft wird zeigen, dass Ein-Euro-Jobber die Lücke füllen werden, die der Wegfall des sinnvollen Einsatzes von Zivildienstleistenden, reißen wird.
qa http://www.fixmbr.de/die-falschen-traenen-der-sozialverbaende/
MikelF1963
09.11.2009, 17:42
Hallo Nefertari,
genau daher ist es doch auch kein Problem auch den Bundeswehrfaktor nicht bloß zu kürzen sondern beim nächsten mal ganz wegfallen zu lassen es wird genug junge arbeitslose geben die dann entweder ausgleichend für 1 € zur Bundeswehr gehen oder sich dann sowieso verpflichten so entsteht ein Neues schlagkräftiges Heer ähnlich wie zu den Zeiten von 1936 den rechten Mann haben Sie ja schon an die Spitze gesetzt.
Da der neue ja schon davon spricht das es sich um Krieg handelt sollte er auch dadurch bedingt ganz schnell einmal das Grundgesetz zu Rate ziehen und schnellstmöglich seine Leute dort rausholen. Eventuelle Klage wegen Verletzung des Grundgesetzes sowie nicht erlaubter Kriegsführung.
Bin bloß mal gespannt was Frau Merkel dafür von Amerika bekommt als wiedergutmachung.
laukasius
09.11.2009, 18:49
Ein-Euro-Jobber wären in diesem Dienstgewerbe wesentlich billiger als Zivildienstleistende und könnten länger eingesetzt werden.
Nefertari1968
16.11.2009, 14:20
Der wirtschaftliche Druck auf den sogenannten Dritten Sektor ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Wie das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aufzeigt, droht in sozialen Vereinen, Wohlfahrtsorganisationen, Sport- und Hobbyvereinen oder Initiativen und Projekten, die sich mit Umweltfragen beschäftigen, eine weitere Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse und die Entwicklung zum Niedriglohnsektor. Grund dafür sei die zunehmende Dominanz von Teilzeit- und Ein-Euro-Jobs bzw. befristeten Arbeitsverträgen.
qa http://www.sozial.de/nwsIndex.php?action=NwsView&nId=22376
ergänzend: http://bibliothek.wzb.eu/wzbrief-arbeit/WZbriefArbeit032009_dathe_hohendanner_priller.pdf
Dann werden wir demnächst Gratisarbeiten in den Betrieben leisten dürfen.
Der Gedankengang ist aber ja nicht mehr neu, lediglich an der Umsetzung scheitert es noch!
laukasius
24.11.2009, 11:30
Hulk,
inzwischen voll in der Umsetzung.
Wir werden demnächst zahllose Praktikanten erleben, die darauf getestet werden, ob sie einem Volltimejob nachgehen können.
Teilzeitjobs, deren Arbeiter Hilfe benötigen, werden für bestimmte Zeit in Volltime gewandelt und entfallen somit total der Statistik.
Eine normale Bezahlung erfolgt dementsprechend nicht.
Unternehmen Flex.
Hulk,
inzwischen voll in der Umsetzung.
Ach weißt Du, manchmal möchte man wohl garnicht so genau wissen, was noch alles auf uns zukommt.
Aber gutes kann es nicht sein, soviel steht wohl fest!
Wir werden demnächst zahllose Praktikanten erleben, die darauf getestet werden, ob sie einem Volltimejob nachgehen können.
Da interessiert mich doch, wie dieser "Test" durchgeführt werden soll. :think:
laukasius
24.11.2009, 11:43
Hulk,
ganz einfach.
Du machst einen 10 Std-Job in der Woche und wirst ganz einfach auf Vollzeit gesetzt, ohne dass du eine entsprechende Bezahlung erhältst.
Das wird als Praktikum deklariert.
Du machst einen 10 Std-Job in der Woche und wirst ganz einfach auf Vollzeit gesetzt, ohne dass du eine entsprechende Bezahlung erhältst.
Das wird als Praktikum deklariert. ham wer doch schon, mann nennt das Derzeit nur noch "Ein Euro Job" und da gab es schon Einladungen zum Antritt im P.-millieu, ohne Scherz.
Ziggi
Nefertari1968
24.11.2009, 11:49
Beiträge 95 - 99 wurden hier: Nur Teilübernahme Nebenkostenabrechnung durch Sozialamt - Wie soll das gehen ? (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=17988)
abgetrennt und hierher überführt.
... ich bitte darum zu diesem Thema hier weiter zu diskutieren, da es inhaltlich im anderen Thema lediglich um die Nebenkostenabrechnung gehen sollte.
Danke.
laukasius
24.11.2009, 12:13
Ziggi,
es wird ausgehebelt.
Das dürfte der Hintergrund sein.
Ist dein Betrieb nicht einverstanden, dass du in Volltime arbeitest, kann dich die ARGE praktisch in ein Praktikum mit Volltime schicken.
Du verlierst also praktisch den Rest deiner Rechte und deine ARGE kann dich zuweisen, wo sie will.
Gab es das nicht mal unter anderem Namen?
Helft mir - Zwangsarbeit - kann es das gewesen sein!? :think:
Laukasius,
Du verlierst also praktisch den Rest deiner Rechte und deine ARGE kann dich zuweisen, wo sie will. da werden die sich bei mir aber die Zähne ausbeissen!:rofl:
Ich habe von Klein an gelernt mich zu Wehren.
Die Optionskommune hier hat auch schon so mansch einen Rechten Haken von mir erlebt. Ich habe hier schon des öfteren den Einen oder Anderen Vorgesetzten und sogar das Rathauspersonal ( OB, Sozialdezernent, Bürgersprechstunde) zum Ohrenwackeln gebracht. Die mussten immerwieder merken das Recht nicht nach ihren regeln ausgelegt werden kann.Meine Bekannten und ich haben schon so mansch einen Prozess gegen die ARGE/GruSi ( ist bei uns eins) Gewonnen:D,soisses.
Zur Zeit ist aber ein Anderer dabei unsere Stadtobersten zu zermürben:thx::
http://www.wiesbadener-kurier.de/nachrichten/politik/7856002.htm nur für neugierige.
Gruß Ziggi
laukasius
24.11.2009, 13:10
Hulk,
du meinst, wir erleben das vierte Reich?
Um Praktika wird zu viel Wind gemacht. Das lässt sich doch leicht aushebeln.
Ein Praktikum dient der Beobachtung, nicht der Mitarbeit. So einfach ist das ;)
Nefertari1968
28.11.2009, 17:28
Ein-Euro-Jobber? Ach was, es geht noch billiger. In einigen Supermärkten stehen inzwischen an den Kassen Einpackhilfen, die am besten sehr freundlich zu den Kunden sein sollten. Denn: Außer Trinkgeld gibt’s nichts.
Nach Deutschland schwappt jetzt eine neue Variante der Niedriglohn-Beschäftigung aus den USA herüber. Wie das Wirtschaftsmagazin «Impulse» berichtet, packen Schüler und Studenten bereits an einer ganzen Reihe von Supermarkt-Kassen die Einkaufstüten und bekommen dafür nichts außer Trinkgeld von den Kunden.
Vermittler der Einpackhilfen sei das Ingolstädter Unternehmen Friendly Service, das dafür pro Person und Stunde drei bis fünf Euro von Läden kassiere. Die Helfer sind laut «Impulse» selbstständig und haben einen Vertrag mit Firmenchef Martin Lettenmeier. Zu den Kunden von Lettenmeier zählten bislang 32 Läden der Edeka-Gruppe – vor allem in Bayern, zwei in Berlin und einer in Dresden. In Hamburg laufe gerade ein Test bei der Drogeriekette Budnikowsky.
qa http://www.netzeitung.de/wirtschaft/unternehmen/1522039.html
Paulchen
28.11.2009, 17:51
Aber besonders aufregend ist es, wenn Kunden aus dem Ausland in den Markt kommen und unseren Service großzügig belohnen. Ich denke da gern an eine Familie aus Dubai, für die ich letzten Sommer eingepackt habe!"
...vom Tellerwäscher zum Millionär - hier also vom Einpacker:denk:.
Liest sich wie eine Erfolgsgeschichte a la INSM umgotteswillen1
Gefunden auf der HP des Unternehmens, link wie vor.
Nefertari1968
28.11.2009, 19:39
Lettenmeier ist Theologe, lebte zeitweise in den USA, machte PR, war Hausmann mit drei Kindern und stellte mit denen im Supermarkt fest: Einkaufshilfen wären gut. Damals startete Hartz IV, er präsentierte sein Konzept der Diakonie. Mit der heuerte er Schulabbrecher an, lernte schnell: Trinkgeld bekommen nur kommunikative Gymnasiasten. Er schaltete um, nahm nur solche und Studenten, führte ein Ranking ein: Wer mehr Trinkgeld bekommt, kann sich bessere Schichten aussuchen. Wer einmal wegbleibt, wird nicht mehr vermittelt. Heute kann Lettenmeier vom Umsatz leben, "sehr gut sogar".
http://www.impulse.de/unternehmen/:Einpackhilfen--Die-Geburt-der-Null-Euro-Jobber/1010705.html
Natürlich schreibt der "Gute" innerhalb seines Web-Auftrittes nicht, dass es außer Trinkgeld nichts für seine "Mitarbeiter" gibt: http://www.friendly-service.info/danke/index.php
Lesenswert auch folgender Artikel:
Warum ich ab sofort nicht mehr bei Edeka und Marktkauf einkaufe (http://www.perspektive2010.org/blog/2009/11/28/warum-ich-ab-sofort-nicht-mehr-bei-edeka-und-marktkauf-einkaufe/)
Und:
Und auch die Hamburger Drogeriekette Budnikowsky startete jüngst einen Test mit den Schülern und Studenten in ihren Filialen im Altonaer Einkaufszentrum Mercado und am Mühlenkamp in Winterhude, wie nun bekannt wurde. Doch wegen eines kritischen Berichts des Wirtschaftsmagazins "Impulse" stoppte das Unternehmen den Versuch gestern. "Wir haben den Test abgebrochen, weil wir keine Menschen ausnutzen wollen", sagt Budnikowsky-Inhaber Cord Wöhlke dem Abendblatt. Er begründet die Entscheidung für den Test der Niedriglohnkräfte damit, dass Kunden und die Eintüter selber mit dem Service der Vermittlungsfirma zufrieden gewesen seien. "Ich hätte mir gewünscht, dass die jungen Leute dadurch eine Chance bekommen, etwas dazuzuverdienen", sagt Wöhlke, der nach dem Bericht allerdings um das Image seiner Drogeriekette fürchtete.
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article1286048/Trinkgeld-statt-Lohn-Handel-setzt-Null-Euro-Jobber-ein.html
Die Stadt Duisburg (Nordrhein-Westfalen) ergriff daher außergewöhnliche Maßnahmen und hat Ein-Euro-Jobber bzw. Hartz-IV-Empfänger losgeschickt, um in den umliegenden Baumärkten Streusalz aufzukaufen.
Dieses Streugut soll dann an den Schulen in Duisburg zum Einsatz kommen. "Die letzten Kilogramm Sand haben wir in einem Laden am Duisburger Markt ergattert. Jetzt dürfte es kaum noch irgendwo etwas geben. Wir haben alles", so teilte ein städtisches Tochterunternehmen mit.
Quelle: ShortNews (http://www.shortnews.de/start.cfm?id=807931)
Vollständiger Artikel: ---> HIER (http://www.rp-online.de/niederrheinnord/duisburg/nachrichten/duisburg/Ein-Euro-Jobber-kaufen-Streugut_aid_803956.html)
laukasius
10.01.2010, 13:23
Mein restliches Streugut habe ich versteigert.
Paulchen
10.01.2010, 17:57
Nun ja, :Klarsehen:
"Wer Geld von der Gemeinschaft bekommt, muss auch was dafür tun."
...sagt :think:???
Neue (Schnee)besen kehren gut nervoes1
Zur Auflösung: MSN News (http://news.de.msn.com/politik/politik.aspx?cp-documentid=151684321)
...ob man den Salzkauf damit in Zusammenhang bringen muss ist spekulativ - aber möglich umgotteswillen1
Nefertari1968
13.01.2010, 22:39
Lesenswerter geschichtlicher Rückblick, den ich ganz bewusst zunächst nicht kommentiere, weil mich eure Meinungen dazu interessieren:
http://www.weltderarbeit.de/gastbeitrag22.pdf
Antwort: ja!
ok, das Kind hat einen anderen Namen .................. was sind schon Namen!?
Nefertari1968
13.01.2010, 23:35
Antwort: ja!
Danke... ich dachte schon ich sehe Gespenster... Wie war das gleich - die Geister, die ich rief....?
Paulchen
14.01.2010, 08:41
Oh ja, eindeutiges Deja-vu :denk:.
Die Umsetzung wird auch nicht mehr lang dauern, eine GRUNDLEGENDE Umgestaltung von "Hartz 4" steht aktuell zur Debatte, in Verbindung mit den desaströsen Haushaltsituationen von Bund, Ländern und Kommunen und der weichgespülten "Meinung" der breiten Masse sind dem Tür und Tor geöffnet :wiebitte:
Handlungsspielraum?
:thx: EU :zudiensten:
sakamoto
16.01.2010, 12:24
CDU-Vize Koch fordert Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger. Gleichzeitig soll Hinzuverdienstgrenze steigen. „Das wird auch in der CDU keine leichte Diskussion“. - "Politik muss die notwendige Härte haben, solche fordernden Elemente einzuführen und durchzusetzen".
Link und weiterlesen: http://www.mmnews.de/index.php/201001164689/MM-News/Arbeitspflicht-fur-Hartz-IV-Empfanger.html
Und was ist mit der Gegenleistung der Banken und Unternehmen?
Was für ein arrogantes Arschloch, dieser Koch.
Gruß,
Thomas
Ich bin da etwas gespalten. Die Forderung ist so alt wie die Sozialhilfe. Auch unter dem BSHG gab es diese Forderung immer wieder.
Auf der einen Seite ist es natürlich eine Form von Zwangsarbeit, und die ist verboten. Auf der anderen Seite, und da spreche ich nur für mich, habe ich nichts gegen eine gemeinnützige Tätigkeit die meinen Fähigkeiten entspricht, wenn ich keine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt finde.
Die Gefahr dabei ist natürlich der Missbrauch. Kommunen würden sich, noch mehr als bisher, auf Kosten der Langzeitarbeitslosen gesund stoßen.
Klaus Ernst: Merkel muss Koch für Hartz-Entgleisung in die Schranken weisen
"Was Koch da absondert, ist mittelalterlich. Wer in die Arbeitslosenabsicherung ein Abschreckungselement einbauen will, riskiert mit voller Absicht, dass Menschen auf der Strecke bleiben", kritisiert der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE Klaus Ernst die Forderung des hessischen Ministerpräsidenten und CDU-Vizes nach einer Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger. "CDU-Chefin Merkel muss ihren Vize für diese Entgleisung in die Schranken weisen."
Arbeitslose müssen schon heute nahezu jeden angebotenen Job annehmen, wenn sie nicht ihre Unterstützung riskieren wollen. Die einzige noch mögliche Verschärfung wäre ja, dass man die Menschen zwingt, ganz ohne Lohn zu arbeiten. Wer so was will, ist für jedes öffentliche Amt ungeeignet. Genauso gut könnte man Narkosen verbieten, um die Menschen dazu zu bringen, seltener zum Arzt zu gehen.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-01/15910040-klaus-ernst-merkel-muss-koch-fuer-hartz-entgleisung-in-die-schranken-weisen-007.htm)
Hessens Ministerpräsident Koch: "Wir haben Menschen, die mit dem System spielen"
Ist Hartz IV eine "angenehme Variante" des Lebens? Das behauptet Hessens Ministerpräsident Koch - und verlangt eine Arbeitspflicht für Arbeitslose, zur Not in Billig-Jobs. Die These des CDU-Politikers: Jedes Sozialsystem braucht ein Element der Abschreckung.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,672311,00.html)
HorstLE dazu: "Wir haben ein System, welches mit Menschen spielt."
Und was ist mit der Gegenleistung der Banken und Unternehmen?
Was für ein arrogantes Arschloch, dieser Koch.
Gruß,
Thomas
Och Thomas,
du hast diesen Herr'n zum Glück noch nicht Life erelbt, ich schon.
Dieser Herr hatte damals bei einer Trauerfeier wegen dem 11. Sept. in Wiesbaden doch tatsächlich eine Ältere
(ca. 70J.) Frau einfach beiseite gestumpt und die Frau kam ins Straucheln, anstatt das er ihr geholfen hätte
ist er und seine "Persohnenschützer" noch Frech geworden. Habe ihm selbst in`s Gesicht gesagt das er ein
Rotzfrecher schnösel ist, er zog es vor das weite zu suchen und seine Beschützer das regeln zu lassen.
Ich Denke mal, das er Angst vor den Amerikanern bekam, die auch meiner meinung waren und ihn wohl nicht erkannt haben,
gab fast eine Schlägerei.
Schade das er damals nicht in die Schranken gewiesen werden konnte.
Denke auch das er gerne einen Schnauzer in gewisser weise tragen würde aber damit würde er sich ja Outen.
Gruß Ziggi
Ps.: Denke ihr könnt euch vorstellen was ich von diesem Herren halte.
sakamoto
16.01.2010, 21:12
Hessens Ministerpräsident Koch: "Wir haben Menschen, die mit dem System spielen"
Stimmt! Die aber sind nur in Politik und erst recht in der Wirtschaft zu finden. Erkennungsstichwort: Bankster
@Ziggi, ja, kann ich mir gut vorstellen.
Wenn seine Göttlichkeit Koch den Weg marschiert, sollte keine Oma den Weg versperren. Koch werden ja auch faschistoide Züge und Ambitionen nachgesagt. Wenn Politik heute, nichts anderes darstellt, als eine Einladung zum Wahnsinn, dann weiß ich nicht, ob Koch schon angekommen ist, oder noch weiter abgehoben.
Auf dem Bilderberger Meeting 2009 ist er ja auch zu finden gewesen.
Warum? Die Gerüchte um Merkel und ihr Rücktritt scheinen nicht zu verstummen. Als Nachfolger wird Prinz Süffisant Koch gehandelt.
Zufall, oder Abmachung beim Bilderberger Meeting? Mal abwarten...
Sollte der Typ tatsächlich Kanzler werden, dann wird es hier noch düsterer in DE.
Gruß,
Thomas
@ Thomas,
Sollte der Typ tatsächlich Kanzler werden, dann wird es hier noch düsterer in DE.Ich glaube, dann Wandere ich aus!
Da ich diesen Menschen immer nur Negativ erlebt habe, kann ich mir nicht vorstellen, das ich,
wenn dieser Mensch Kanzler wird,umgotteswillen1 noch länger in diesem Land bleibe.blossnicht
Aber da ich an Gott und das Universum Glaube, bin ich fast sicher das das nicht eintreffen wird.
:D Hab halt "Gottvertrauen".:daumen2::D
Gruß Ziggi
DGB empört über Arbeitspflicht für Hartz-IV-Bezieher
Mit Empörung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf die Forderung des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) reagiert, eine Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger einzuführen. "Es ist schon fast unanständig, mit diesem Vorstoß zu suggerieren, dass die Arbeitslosen arbeitsscheu wären", sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer der "Welt am Sonntag". Die übergroße Mehrheit der Arbeitslosen suche händeringend nach anständiger, guter und zumutbarer Arbeit.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://www.welt.de/die-welt/politik/article5878086/DGB-empoert-ueber-Arbeitspflicht-fuer-Hartz-IV-Bezieher.html)
sakamoto
17.01.2010, 07:46
Mit Empörung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf die Forderung des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) reagiert, eine Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger einzuführen. "Es ist schon fast unanständig, mit diesem Vorstoß zu suggerieren, dass die Arbeitslosen arbeitsscheu wären", sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer der "Welt am Sonntag". Die übergroße Mehrheit der Arbeitslosen suche händeringend nach anständiger, guter und zumutbarer Arbeit.
Was mir bei Konservativen immer wieder auffällt ist:
Sie kennen sich in Gegenwart und Vergangenheit gut aus.
Die Variante Zukunft scheint ihnen irgendwie verstellt zu sein; sie finden keinen Zugang zu dieser Zeitlichkeit. Entwicklung und Bewegung scheinen sie nicht besonders zu mögen, denn es stellt für sie eine Unsicherheit dar, mit der sie nicht umgehen können.
Adolf Hitler ließ vor Dekaden Autobahnen bauen; und es gab auch dieses sog. Pflichtjahr. Koch scheint sich, dem faschistoide Anwandlungen unterstellt werden, genau an diesem Beispiel zu orientieren.
Als Nebeneffekt bedient er Ressentiment und Vorurteil des deutschen Spießbürgers. Eine Beruhigungspille für ein bestimmtes Klientel, das nicht so recht weiß, wie es mit Frustrationen umzugehen hat. Koch schafft hierfür ein Ventil..., bzw. er versucht es.
Gruß,
Thomas
laukasius
17.01.2010, 09:46
Trotz seiner seltsamen und anzüglichen Äußerungen ist Koch Ministerpräsident.
Zwar mit Gnaden einer FDP, aber er regiert.
Solche Äußerungen fallen nicht, wenn er nicht zumindest einen Teil der Bevölkerung hinter sich wüsste.
Da mag jetzt etliche Kritik laut werden.
Gewerkschaften den Mund aufreißen, wo sie selbst zuvor in der Hartzwerdung versagt haben, um ihre Mitglieder kämpfen müssen und auch eine SPD versucht nur noch zu retten, was sie zuvor verbockt hat.
Eine Linke betreibt innere Machtkämpfe, die sie schnell in die Verbannung schicken können und den bisherigen Erfolg in Frage stellen kann.
Ein Koch dürfte wohl absolut nicht als möglicher Kanzlerkandidat zur Debatte stehen.
Der Zug ist abgefahren.
Da tritt wohl eher ein Wulff in die erste Reihe, der aber auch schon einen Schritt zurück gemacht hat und abwartet, da er die Stärke der Kanzlerin kennt.
Bestes Beispiel dürfte auch die Berufung eines Oettingers sein.
Solche Äußerungen fallen nicht, wenn er nicht zumindest einen Teil der Bevölkerung hinter sich wüsste.
Völlig richtig. Dafür haben ja auch Politik, Wirtschaftsverbände und Medien über Jahre gesorgt. Manipulierte Zahlen, Falsche Angaben über Sozialleistungen, "Real"-Dokus - all diese Diffamierungen haben Früchte getragen.
laukasius
17.01.2010, 10:27
Gaston,
ich weiß nicht, ob du die Maischberger-Sendung gesehen hast, in der dieser Typ auftauchte, der seine 30-jährige Arbeitslosigkeit feierte.
Anschließend hatte er seinen Auftritt bei RTL mit einer Krone geziert.
Verheerend kann man nur sagen. Auch, wenn ein Teil der Bevölkerung erkennt, welche Show abgezogen wird, hinterlässt sie eine breite Wirkung.
Überhaupt, wenn man die Diskussionssendungen verfolgt, ist da inzwischen eine Mentalität aufgetreten, in der eben Zahlen und andere Darstellungen völlig verfälscht werden, der Diskussionspartner trotz besseren Wissens solches nicht korrigiert.
Wenn man sieht, wie ein Geißler, ehemals auch als scharfer Hund bekannt, nach seiner heutigen Wandlung nur noch verhöhnt wird, dürfte man wissen, woher der Wind weht.
Wenn solche Politiker Fehler offen bekennen und anprangern, gibt das zu denken.
Bauer Harms
17.01.2010, 18:01
Zitat:
CDU-Vize Koch fordert Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger. Gleichzeitig soll Hinzuverdienstgrenze steigen. „Das wird auch in der CDU keine leichte Diskussion“. - "Politik muss die notwendige Härte haben, solche fordernden Elemente einzuführen und durchzusetzen".
Die notwendige Härte hatte Die Politik schon vor 5 Jahren. Eine Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger besteht bereits und heißt 1-Euro-Job. Im übrigen muß heute jeder Hartz-IV-Empfänger jede Arbeit zu jedem Lohn machen. Berufs- oder Tarifschutz gibt es nicht mehr. Die Forderung von Koch ist somit überflüssig und die Diskussion bleibt der CDU erspart.
Die notwendige Härte hatte Die Politik schon vor 5 Jahren. Eine Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger besteht bereits und heißt 1-Euro-Job. Im übrigen muß heute jeder Hartz-IV-Empfänger jede Arbeit zu jedem Lohn machen. Berufs- oder Tarifschutz gibt es nicht mehr. Die Forderung von Koch ist somit überflüssig und die Diskussion bleibt der CDU erspart.
Nur bekommt nicht jeder Hartz-IV-Empfänger eine Arbeitsgelegenheit zugewiesen, wie es beim Workfare-Modell der Fall ist.
Roland Koch ist ein Fan des Workfare-Modells.
Hartz-IV-Empfänger wollen arbeiten - Von der Leyen kontert Koch
In der von Koch angestoßenen Debatte über Hartz-IV-Empfänger bemühte sich Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen um Schadensbegrenzung. "Ich weiß, dass es einige schwarze Schafe gibt, aber deswegen dürfen wir nicht alle Hartz-IV-Empfänger in eine Ecke stellen", sagte die Ministerin und CDU-Politikerin in Berlin. In der großen Mehrheit wollten die Leute aus Hartz IV heraus, könnten aber nicht arbeiten, weil sie keine Kinderbetreuung fänden, weil sie keine Schulbildung hätten oder keinen Beruf. "Das Problem lösen wir nicht, indem wir sie beschimpfen", so von der Leyen.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://www.n-tv.de/politik/Von-der-Leyen-kontert-Koch-article683143.html)
Wohl ein Scherz...
WM-Tickets sinken rapide im Kurs. Die Fans haben Angst vor Südafrika. Ein Horror für die Verantwortlichen: Die Stadien müssen doch voller fröhlicher Zuschauer sein! Vielleicht könnte man ja deutsche Langzeitarbeitslose...
Das Interesse an WM-Tickets ist momentan erschreckend gering.
(...)
. Die Menschen haben Angst, nach Südafrika zu fahren, weil sie befürchten, Opfer eines Verbrechens zu werden.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://debatte.welt.de/kolumnen/6/zippert+zappt/185233/hartzviempfaenger+fuer+suedafrika)
Wo er Recht hat hat er Recht
Weise warnte, derzeit drohe ein Überbietungswettbewerb bei den Arbeitsmarktreformen. Die Fixierung der Beschäftigungspolitik auf dieses Gebiet sei ein Fehler. "Besser wäre es, die Bildungspolitik zu verbessern, und die Wirtschaftspolitik würde die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, damit hierzulande wieder mehr Jobs geschaffen werden", sagte der Behördenchef.
Weiter geht's HIER (http://www.n-tv.de/politik/Von-der-Leyen-kontert-Koch-article683143.html) ganz Unten.
Ich Denke, wenn sich Frau Von der Leyen mal mit Herr'n Weise
zusammensetzt, könnte sogar was gutes dabei rauskommen.
Ich traue Frau von der Leyen sogar zu, das ganze zu durchleuchten und richtig zu Analysieren.
Ob sie allerdings dann die richtigen mittel und wege durchsetzen kann? Wäre schön.
Paulchen
18.01.2010, 07:56
SPD schimpft, CDU geht auf Distanz
Ärger für Roland Koch nervoes1
Karl-Josef Laumann (CDU):
"Unser Problem ist dabei nicht, dass wir zu wenig arbeitswillige Hartz-IV-Bezieher haben, sondern das Gegenteil ist der Fall: Wir haben zu wenig gemeinnützige Arbeitsangebote."
Laumann warnte, viel mehr Menschen als bislang könnten nicht gemeinnützig beschäftigt werden. Ansonsten befürchte er "eine verheerende Wirkung auf dem Arbeitsmarkt".
N-TV :------>: (http://www.n-tv.de/politik/Aerger-fuer-Roland-Koch-article683625.html)
Ihr nehmt den Koch viel zu wichtig. Er ist innerhalb der CDU ein kleines Licht und wird in Hessen bleiben. Er ist und bleibt ein Dummschwätzer ohne Format.
Und das blonde Leiden ist ebenso dumm, nur erheblich geschickter. Nette Sprüche kosten halt nichts und bringen Sympathie. Ändern wird auch sie nichts zum Positiven.
Hartz IV wird weiter verschärft werden, ohne das es etwas bringen wird.
Wer nicht arbeiten will, findet immer Mittel und Wege sich dem Druck zu entziehen ohne Sanktionen auszulösen.
sakamoto
18.01.2010, 08:46
Ihr nehmt den Koch viel zu wichtig. Er ist innerhalb der CDU ein kleines Licht und wird in Hessen bleiben. Er ist und bleibt ein Dummschwätzer ohne Format.
Da magst recht haben.
Angesichts der langsamen Krisenzuspitzung(Finanzkrise) werden solche Dummschwätzer aber gerne von der Leine gelassen.
Twister:
Arbeit, Arbeit über alles, über alles auf der Welt
Wenn Frau von der Leyen also davon spricht, dass die Sanktionen nicht hinreichend angewandt werden, so zeigt sie erneut, dass sie sich hinsichtlich ihres Ressorts lediglich der einseitigen Informationen ihrer Vorgänger bedient und keinerlei Absicht zeigt, die Stimmen der Betroffenen sowie die kritischen Analysen und Stellungnahmen wahrzunehmen.
Noch gravierender ist allerdings, dass die neue Arbeitsministerin ebenso wie alle Politiker in den Chor der "Arbeit, Arbeit über alles..." singenden Personen einstimmt. Als sei die Erwerbstätigkeit an sich, nicht jedoch die durch diese ermöglichte gesellschaftliche Anerkennung, der (relative) Wohlstand und z. B. die gesundheitliche Absicherung, der Mittelpunkt des Denkens der Menschen und ihr Lebensinhalt, wird weiterhin krampfhaft nach Mitteln gesucht, "neue Jobs zu schaffen". Stolz verkündete bereits Gerhard Schröder im Jahre 2005, dass Deutschland nunmehr einen der besten Niedriglohnsektoren ausgebaut habe. Die Arbeit wird (oftmals zynisch damit begründet, dass Menschen sich ohne Arbeit nicht wohl, unnütz oder gesellschaftlich nicht anerkannt fühlen würden) im Sinne der Erwerbstätigkeit definiert, was jegliche nicht entgeltete Leistung deklassiert.
Die Problematik, dass auch durch das Vorgehen der Politik, die gesellschaftliche Nichtanerkennung und das Empfinden des "nicht gebraucht werden" ja erst forciert werden, bleibt außen vor. Die Politik, die hier als Handlanger der Wirtschaft fungiert, schafft somit die Voraussetzungen für ein Problem, welches sie dann durch Niedriglöhne, 1-Euro-Jobs und Eingliederungsmaßnahmen, die oft nur billige Hilfsarbeiter produzieren, zu lösen vorgibt. Dies ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten.
Gruß,
Thomas
Nefertari1968
18.01.2010, 14:23
... nicht das es ganz in Vergessenheit gerät:
Artikel 12 - Grundgesetz:
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.
http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_12.html
Bauer Harms
18.01.2010, 18:24
... nicht das es ganz in Vergessenheit gerät:
Artikel 12 - Grundgesetz:
Zitat:
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.
http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_12.html
Hallo Kristin,
ich weiß nicht genau, was Du uns jetzt damit sagen wolltest, aber mit der "allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht" sind Wehr- und Zivildienst gemeint. Keineswegs aber solche Dinge wie workfare. Das wäre durch das Grundgesetz nicht gedeckt. Denn dort geht es um eine "für alle gleiche" Dienstleistungspflicht. Das bedeutet, daß auch der Millionärssohn zu dieser Dienstleistung herangezogen wird, selbst wenn er zeitlebens nie Hartz IV bezieht.
Nefertari1968
18.01.2010, 18:28
mit der "allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht" sind Wehr- und Zivildienst gemeint. Keineswegs aber solche Dinge wie workfare
Eben... und das u.a. wollte ich damit sagen.
Bauer Harms
18.01.2010, 18:31
OK, das war mir nicht genau klar. Aber genau das ist richtig. :daumen2:
Alles eine Frage der Auslegung....
z.B. so:
außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht
Davon sind alle arbeitsfähigen Bürger betroffen, die keine reguläre Arbeit innerhalb von 6 Monaten aufnehmen.
Das Einschränkungen möglich sind, belegt eben die Wehrpflicht. Sie greift nur bei Männern, nicht aber bei Frauen.
Alles eine Frage der Auslegung....
z.B. so:
außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht
Davon sind alle arbeitsfähigen Bürger betroffen, die keine reguläre Arbeit innerhalb von 6 Monaten aufnehmen.
Das Einschränkungen möglich sind, belegt eben die Wehrpflicht. Sie greift nur bei Männern, nicht aber bei Frauen.
Da frage ich mich bereits, ob alle das so stehen lassen wollen und dann kommt die Antwort.
Was ist denn eine "öffentliche Dienstleistungspflicht"? (ohne Gesetzesänderung).
Erklärung dann aber bitte laut Grundgesetz!!!
Da frage ich mich bereits, ob alle das so stehen lassen wollen und dann kommt die Antwort.
Was ist denn eine "öffentliche Dienstleistungspflicht"? (ohne Gesetzesänderung).
Erklärung dann aber bitte laut Grundgesetz!!!
Das ist die Pflicht Dienst am und für den Staat zu tun. Wehrpflicht, Wehrersatzdienst und z.B. im Krisenfall Zwangsverpflichtung für diverse Arbeiten.
Kann aber, so denke ich zumindest, problemlos ausgeweitet werden. Wir haben ja bereits in den letzten Jährchen erfahren dürfen, wie "elastisch" unsere Gesetze, besonders das GG, sind.
Ich denke da nur mal an die "Zwangsgemeinschaft" nach SGB II, Unterhaltspflicht für Fremde Kinder nach dem SGB II, oder aber, um mal vom SGB weg zu kommen, Kriegseinsatz in Afghanistan (der verstößt gegen das GG). Aber Schwamm drüber, was interessieren schon Gesetze.....
Frei nach Rio Reiser: Macht kaputt, was euch kaputt macht (http://www.youtube.com/watch?v=UwE8dlRnsio)
....... und z.B. im Krisenfall Zwangsverpflichtung für diverse Arbeiten.
Ich gebe Dir soweit bei allem Recht, aber obiges verstehe ich nicht!
Wir wollen beim Thema (Hartz4) bleinen, da frage ich mich, was das mit Krisenfall und Zwangsverpflichtung zu tun hat!!!???
Die Krise ist eine andere, sie wird nur auf den kleinen Mann abge....., gibt es die überhaupt!??!
ach, ihr Franzmänner, manchmal ............................!!!
Mal etwas positives von der UN, seit 1956 von der BRD ratifiziert:
1. Jedes Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation, das dieses Übereinkommen ratifiziert, verpflichtet sich, den Gebrauch der Zwangs- oder Pflichtarbeit in allen ihren Formen möglichst bald zu beseitigen.
2. Bis zur völligen Beseitigung darf Zwangs- oder Pflichtarbeit während einer Übergangszeit ausschliesslich für öffentliche Zwecke und auch dann nur ausnahmsweise angewandt werden; dabei sind die in den nachstehenden Artikeln vorgesehenen Bedingungen und Sicherungen einzuhalten.
3. Nach Ablauf von fünf Jahren, berechnet vom Inkrafttreten dieses Übereinkommens, und anlässlich des im nachstehenden Art. 31 vorgesehenen Berichtes hat der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes zu prüfen, ob es möglich ist, die Zwangs- oder Pflichtarbeit in allen ihren Formen ohne weiteren Verzug zu beseitigen, und zu entscheiden, ob diese Frage auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll
Quelle (http://www.asfrab.de/iao-uebereinkommen-ueber-zwangs-und-pflichtarbeit.html)
Das diente nur zur Erklärung des Begriffs.
Das Gesetz in in seiner jetzigen Forum meiner Meinung nach voll anwendbar, also eine Verpflichtung Langzeitarbeitsloser zur gemeinnützigen Arbeit für den Bezug von Sozialleistungen durchaus legal.
So mancher mag sich darüber aufregen. Aber wer mal in aller Ruhe nachrechnet (Single, mäßig qualifiziert) wird sich wundern.
Vermutlich wird es nicht so weit kommen. Denn das würde Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt im großen Umfang vernichten. Aber das schreckt unsere Politiker ja nicht, wie die Vergangenheit gezeigt hat.
Mal etwas positives von der UN, seit 1956 von der BRD ratifiziert:
Quelle (http://www.asfrab.de/iao-uebereinkommen-ueber-zwangs-und-pflichtarbeit.html)
Gut und schön. Setze ich auch einfach mal als bekannt voraus.
Aber der Gesetzgeber wird dem Kind schon einen anderen Namen geben und es so gestalten, dass es ein freiwilliges Angebot ist. Mit Rahmenbedingungen, die daraus einen Zwang machen.
z.B. mit folgender Regelung:
Sozialleistungen erfolgen grundsätzlich in Sachleistungen, Miete, Strom, Wasser und Gas werden direkt vom Leistungsträger gezahlt, sofern angemessen.
Wer freiwillig eine gemeinnützige Tätigkeit ausübt, bekommt seine Sozialleistungen ausgezahlt.
sakamoto
18.01.2010, 22:02
Wer freiwillig eine gemeinnützige Tätigkeit ausübt, bekommt seine Sozialleistungen ausgezahlt.
Dieses rhetorische Mätzchen ist zu einfach. Die "Freiwilligkeit" hätte in NullKommaNix keinen Bestand vor dem BVG.
Die versuchen, wenn überhaupt, das Grundgesetz über die europäische Union auszuhebeln(Lissabon Vertrag). Bleibt nur noch diese dumme UN. nervoes1
Ich kann mich schwach an eine Charta erinnern, die in den 60iger Jahren von der Bundesrepublik ratifiziert wurde. Auch hier ging es um Zwangsarbeit, die so nicht mehr stattfinden sollte. Wenn ich drauf komme, dann poste ich das hier, mit Link.
Artikel 12 - Grundgesetz:
Zitat:
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.
Der Bezug sollte klar sein: Die Würde des Menschen ist unantastbar (Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz)
Gruß,
Thomas
Wer sich seine Grundrechte von den Politschranzen definieren läßt, der empfindet sicher alles als legal was aufgetischt wird.
Die Frage ist doch: Wann ist die Schmerzgrenze erreicht?
Wer sich seine Grundrechte von den Politschranzen definieren läßt, der empfindet sicher alles als legal was aufgetischt wird.
Die Frage ist doch: Wann ist die Schmerzgrenze erreicht?
nein...die Frage ist...wer ist in der Lage seine Grundrechte einzufordern...
und da liegt der Hase in seiner beliebten Sahnesoße...
Dieses rhetorische Mätzchen ist zu einfach. Die "Freiwilligkeit" hätte in NullKommaNix keinen Bestand vor dem BVG.
Der Bezug sollte klar sein: Die Würde des Menschen ist unantastbar (Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz)
Das sehe ich leider nicht so rosig wie du. Ob eine Leistung in Sach- oder Geldleistung erbracht wird, tangiert nicht Artikel 1 GG. Sonst gäbe es Sachleistungen nicht mehr. Und die gibt es seit Einführung des BSHG. Lebensmittelgutscheine wurden, und werden, ausgegeben.....
Wer sich seine Grundrechte von den Politschranzen definieren läßt, der empfindet sicher alles als legal was aufgetischt wird.
Die Frage ist doch: Wann ist die Schmerzgrenze erreicht?
Erst einmal werden die Grundrechte durch das GG geregelt, was ständig durch Öffnungsklauseln unterlaufen wird. Das BVG, als Wächter der GG, hat da schon einige Schoten geschossen....
Die Schmerzgrenze? Die ist individuell. Und genau das ist das Problem. Daher findet keine Solidarisierung statt. Im Gegenteil die Masse wird durch plumpe Manipulation immer weiter gespalten.
Auf eine "Revolution" kann man da noch lange warten.
Die Schmerzgrenze? Die ist individuell. Und genau das ist das Problem. Daher findet keine Solidarisierung statt. Im Gegenteil die Masse wird durch plumpe Manipulation immer weiter gespalten.
Auf eine "Revolution" kann man da noch lange warten.
Ich würde die mangelnde Solidarisierung alleine dem jeweiligen Geldbeutel zurechnen. Sicher tut die gesellschaftliche Spaltung ein übriges.
Bleibt als Hoffnungsschimmer nur der Kollaps des "Systems" - wenn schon keine Revolution in Sicht?
sakamoto
18.01.2010, 22:35
Bleibt als Hoffnungsschimmer nur der Kollaps des "Systems" - wenn schon keine Revolution in Sicht?
Klar, der deutsche Michel merkt erst, das etwas nicht stimmt, wenn er am Bankautomaten kein Geld mehr bekommt.
Dann wird er natürlich sauer..., aber weiß er auch, was dann zu tun wäre? :D
Gruß,
Thomas
Ich würde die mangelnde Solidarisierung alleine dem jeweiligen Geldbeutel zurechnen. Sicher tut die gesellschaftliche Spaltung ein übriges.
Bleibt als Hoffnungsschimmer nur der Kollaps des "Systems" - wenn schon keine Revolution in Sicht?
So schaut es aus. Allerdings, auch wenn ich mich wiederhole und das nicht gern gelesen wird, ist das alles nebensächlich.
In spätestens 30 Jahren bricht auf diesem Planeten das totale Chaos aus.
- Ich tippe ja eher auf 10-15 Jahre -
Dann nämlich dürfte es verdammt ungemütlich auf diesem Planeten werden und der Kampf ums nackte Überleben wird alles andere verdrängen.
Antwort hierauf und folgenden Diskussionsstrang findet ihr hier: Zu welcher Biersorte halte ich meine schrunzeligen Füße in die Nordsee (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=18847)
nein...die Frage ist...wer ist in der Lage seine Grundrechte einzufordern...
und da liegt der Hase in seiner beliebten Sahnesoße...
Auch wenn jetzt deine Sahnesoße sauer wird ... der, der lesen kann. Davon gibt es auch trotz Pisa-Studie noch genügend Bundesbürger.
Wer allerdings sein Hauptaugenmerk mehr auf Kochrezepte richtet, nun ja... :D
nein...die Frage ist...wer ist in der Lage seine Grundrechte einzufordern...
und da liegt der Hase in seiner beliebten Sahnesoße...
so isses!!!
Besser kann man es kaum sagen! :daumen2:
CDU-Kakophonie zu Roland Kochs Hartz-IV-Idee
Wer Geld bekommt, soll eine Gegenleistung erbringen – mit dem Vize-Chef der Unionsfraktion, Michael Fuchs, meldet sich ein erster Unterstützer der Forderungen von Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hingegen plädierte für eine zurückhaltende Reform der Hartz-IV-Gesetze.
Ohne Worte
Eine Arbeitsverpflichtung für die gut zwei Millionen derzeit als arbeitssuchend gemeldeten Hartz-IV-Bezieher hätte nach Einschätzung von Experten fatale Folgen für den Arbeitsmarkt. Sie verweisen auf die rund 700.000 Ein-Euro-Jobs, die reguläre Arbeitsplätze jetzt schon in erheblichem Ausmaß verdrängen, heißt es beim DGB. Eine genaue Zahl kann man dort aber nicht nennen.
Politiker sind eben nicht in der Lage die Wirklichkeit zu Erkennen,
von Ihrem Wunschdenken aus Regieren sie eben.
Zwar mehr schlecht als Recht aber dafür sind sie halt Überbezahlt.
Weiterlesen: WELT ONLINE (http://www.welt.de/politik/deutschland/article5903053/CDU-Kakophonie-zu-Roland-Kochs-Hartz-IV-Idee.html)
Politiker sind eben nicht in der Lage die Wirklichkeit zu Erkennen,
von Ihrem Wunschdenken aus Regieren sie eben.
Wir sollten uns von unserem Wunschdenken verabschieden - zu glauben - das uns Politiker regieren.
Das sind nur die Marionetten auf der Bühne... die Fäden ziehen andere.
Man erinnere nur an die unsägliche Posse in Frankfurt am Main. Da wurden Steuerfahnder mit Gefälligkeitsgutachten zwangspensioniert:
Die gemobbten Fahnder dachten zunächst, dass Landesvater Koch seine Beamten schützen werde. Doch Koch antwortete nicht einmal auf ihre Briefe. Noch vier weitere Schreiben mit detaillierten Anzeigen von Straftaten erhielt Koch von den Beamten. Er unternahm nichts. Im Gegenteil: Nachdem der Ministerpräsident informiert war, wurden die vier erfolgreichen Beamten, die gegen große Steuerhinterzieher und auch im Schwarzgeld-Skandal der CDU ermittelt hatten, zu Psychiater Thomas H. geschickt, der sie in vorsätzlich falschen Gutachten dauerhaft für paranoid erklärte. Dafür ist der Arzt rechtskräftig verurteilt worden.Quelle (http://www.fr-online.de/top_news/?em_cnt=2213182&)
DGB-Chef: Arbeitspflicht ist "billiger Populismus"
Leiter der Arge im Westen hält den Vorstoß des hessischen Ministerpräsidenten für absolut überflüssig. Instrumentarium ist vorhanden - allein es fehlt an Arbeitsplätzen.
Als „billigen Populismus” und „Effekthascherei” bezeichnet Rainer Bischoff, SPD-Landtagsabgeordneter und Chef des DGB Niederrhein, die Forderung von Hessens Ministerpräsdident Roland Koch (CDU), für Arbeitslose solle eine Arbeitspflicht eingeführt werden. Koch hatte weiter gesagt, jedes Sozialsystem brauche auch ein Element der Abschreckung.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/west/DGB-Chef-Arbeitspflicht-ist-billiger-Populismus-id2403485.html)
Ausgerechnet der DGB und SPD in Personalunion reißen die Klappe auf.
Ebenso unglaubwürdig, wie Kochs Forderung, dämlich. umgotteswillen1
Liveübertragung im ZDF
Deutscher Bundestag, Debatte über Harz 4 und wie gestalten wir Harz4 änderungen.
Nun hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Hartz IV-Debatte eingemischt und dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) und seiner Forderung nach einem härteren Durchgreifen bei Empfängern von Arbeitslosengeld II, eine klare Absage erteilt. Die rechtlichen Bestimmungen der Bundesagentur für Arbeit reichten völlig aus, um Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Eine weitere Arbeitspflicht sei daher nicht nötig.
Auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) wandte sich gegen eine weitere oder schärfere Arbeitspflicht für Langzeitarbeitslose. Wer eine zumutbare Arbeit nicht annimmt, hat heute schon Sanktionen zu befürchten, heißt es von allen Seiten. Niemand scheint die Forderung Kochs wirklich folgen zu wollen. Dieser forderte, dass mehr Langzeitarbeitslose arbeiten müssten, um sich ihre Sozialleistung zu "verdienen". Dagegen gibt es seit einigen Tagen heftige Diskussionen auch in den eigenen politischen Reihen der Union.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://www.lexisnexis.de/aktuelles/soziales/174201/absage-von-ganz-oben)
Wie arbeitsunwillige Hartz-IV-Empfänger schon heute sanktioniert werden können
Hessens Ministerpräsident Roland Koch fordert eine allgemeine Arbeitspflicht für alle Hartz-IV-Empfänger. Wer Leistungen vom Staat kassiere, müsse dafür auch etwas tun. Für Kochs Vorschlag hagelte es Kritik - sogar aus den eigenen Reihen. Doch schon heute werden Hartz-IV-Empfänger zu Arbeitsmaßnahmen verpflichtet.
Quelle und vollständiger Artikel: ---> ZDF.reporter: Hartz-IV unter der Lupe (http://reporter.zdf.de/ZDFde/inhalt/20/0,1872,8015028,00.html?dr=1)
Nefertari1968
22.01.2010, 16:17
Reaktion....
http://www.roland-koch.de/Das-Solidarprinzip-ernst-nehmen/1264117690.html
- ohne Worte - :3monkeys::drehorgel:
Unser Sozialamts-Chef Sagt zwar einerseits die Wahrheit, aber andererseits lässt er "seine" Mitarbeiter Menschenverachtend Arbeiten, ich verstehe den Mann nicht:wiebitte:.
Betz legt die Zahlen auf den Tisch: Rund 15.200 Haushalte bezogen nach einer Stichtagszählung des Sozialamtes Mitte 2009 Hartz IV, umgerechnet 30.600 Personen. Erwerbsfähig – sprich zwischen 15 und 65 Jahren – waren davon allerdings nur 21.000 Menschen. 4.000 standen dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung, weil es Schüler, Alleinerziehende mit kleinen Kindern oder zum Beispiel Kranke waren. 6.000 waren sogenannte „Aufstocker“, die bereits einer Beschäftigung nachgingen, 4.100 nahmen bereits an Eingliederungsmaßnahmen teil. 1.800 waren schließlich über 58 Jahre alt und damit aller Erfahrung nach überhaupt nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen. Quelle HIER (http://http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/8266135.htm) aber wenigstens die Zahlen Stimmen soweit.
Gruß Ziggi
Vielleicht hat Herr Koch ja auch die für die Volkswirtschaft bestehende Gefahr von Hartz IV erkannt.
Was passiert denn, wen ein Mensch längere Zeit ALG II bezieht?
Er lernt sich einzuschränken, mit wenig Geld auszukommen. Und wird feststellen was er im Grunde alles nicht wirklich zum Leben benötigt.
Das ist der Zeitpunkt, wo eine Entscheidung fällt. Entweder man vermisst die unwichtigen Dinge, da man sich an diesen Dingen festmachen lässt (Auto, große Wohnung, Haus, Urlaub etc.) und versucht krampfhaft um jeden Preis wieder den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt zu finden.
Oder aber gewinnt die Erkenntnis, weniger ist mehr. Dabei spielt sicherlich auch der Aspekt eine Rolle, man könne alles neu Erworbene bei einem erneuten Arbeitsplatzverlust wieder verlieren. Resultat in diesem Fall: Arbeit lohnt sich nicht. Und dies etwa nicht unter monetärer Sicht, sondern unter dem Aspekt von Aufwand und Nutzen.
Dann wird sich quasi aus dem System verabschiedet und erkannt, Arbeit ist nicht Selbstzweck - sie dient nur der Bereicherung Dritter.
Nefertari1968
26.01.2010, 15:41
Die Apologeten der Agenda 2010 propagieren, dass Hartz IV wirkt - und das ist tatsächlich der Fall.
Der Begriff “Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung” war von Beginn an irreführend. Dies war notwendig, um den negativ besetzen Begriff Zwangsarbeit zu vermeiden. Obgleich die Arbeits”gelegenheiten” anfangs an strikte Regeln gebunden waren, die suggerierten, dass keinesfalls reguläre Arbeitsplätze gefährdet sein würden, fand man auch hier einen Trick: Zwar gab es diese Regeln, doch die ohnehin schon überlasteten Arbeitsagenturen fanden weder Zeit noch Lust, die Einhaltung dieser Regeln zu prüfen.
Von diesen Entwicklungen profitiert neben der Kirche und der Wirtschaft auch die Politik. Die Kirche hat die Zwangsarbeiter freudig als Mitarbeiter aufgenommen, nicht zuletzt da ihr (wie auch den “gemeinnützigen Unternehmen”) durch die Mehraufwandsentschädigung bis zu 500 Euro monatlich in die Kasse gespült wurden, von denen nur ein Bruchteil den “Hartzie” erreichte. Auch hier wurde von Regelungen gesprochen, doch diese nur sehr selten kontrolliert. Die Wirtschaft hat nicht nur (so sie manches als gemeinnützig deklarieren kann), günstige Arbeitskräfte, die dringend benötigt werden, da auch die bisher so preisgünstigen Alternativen in Form von modernen Wanderarbeitern aus dem Ausland zunehmend ausfallen. Vielmehr wird bereits seit Langem die Forderung laut, die Günstigarbeitskräfte auch im privaten Sektor einzusetzen.
qa http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31940/1.html
Siehe ergänzend: Erinnerung/Rückblick: Hartz-Kommission, Arbeitslosenhilfe, BSHG, Entstehung Hartz IV (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=5480)
JumpinJack
10.03.2010, 16:11
Zwangsarbeit? In Deutschland?
Ja, die gibt es! Gerade hier und heute gibt es die! Langzeitarbeitslose, Migranten und Strafgefangene werden in großer Zahl - unter Sanktionsandrohungen von staatlicher oder privatunternehmerischer Seite - in ausbeuterischer Absicht und gegen ihren freien Willen zu Zwangs- und Pflichtarbeit gezwungen.
Zwangsarbeit? In Deutschland?
Nein, die dürfte es hier bei uns eigentlich nicht mehr geben! Internationale, völkerrechtsverbindliche und von der Bundesrepublik ratifizierte Abkommen verbieten dies ausdrücklich und unbedingt!
:------>: (http://www.forced-labour.de/einfuhrung)
Nefertari1968
10.03.2010, 16:35
Die SPD erhöht den Druck auf Hartz-IV-Empfänger: Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei, Hannelore Kraft, sprach sich dafür aus, Langzeitarbeitslose für gemeinnützige Arbeit etwa in Altenheimen oder Sportvereinen einzusetzen. Berlins Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit, möchte den Aufstiegswillen „notfalls auch durch Kürzungen etwas beflügeln“.
qa http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/spd-hartz-iv-empfaenger-sollen-gemeinnuetzige-arbeiten-verrichten;2541479
laukasius
10.03.2010, 17:17
Allerdings will Kraft sozialversicherungspflichtige Arbeiten in diesen Bereichen schaffen.
Sicher, der richtige Schritt, der den Staat auch aus dem Dilemma heraus führen könnte.
Allerdings werden diese überhaupt kein Interesse daran haben.
Es ist und bleibt ein Wahlkmpfspektakel.
Mitte des Jahres wird sich niemand mehr daran erinnern.
Man kann natürlich auf alles schießen, was sich bewegt.
Aber es gibt auch brauchbare Vorschläge. Gemeinnützige Arbeit auf freiwilliger Basis für die Hilfeempfänger, denen der Weg zurück auf den ersten Arbeitsmarkt verwehrt bleibt, halte ich für gut und sinnvoll (besonders für die Betroffenen, die dadurch ihr Selbstwertgefühl steigern können).
Ach ja, und Zwangsarbeit für Strafgefangene wird ausdrücklich beim Zwangsarbeitsverbot ausgenommen. Ist aber auch unnötig, die Zwangsarbeit zu verordnen. Denn in den JVAs gibt es weniger Arbeitsplätze als Inhaftierte, und die versuchen alles, um einen der begehrten Arbeitsplätze zu erhalten.
Sonst ist nämlich nichts mit Tabak, Kaffee oder andere Kleinigkeiten, die man bezahlen muss. Der Knast ist, trotz gegenteiliger Auffassung Außenstehender, kein Hotel mit Gittern.
Jeder zweite Ein-Euro-Jobber wird von seinem Einsatzbetrieb als geeignet eingeschätzt, auch eine reguläre Beschäftigung ausüben zu können. Dieses Ergebnis veröffentlichte jetzt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Grundlage ist eine neue Studie (http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb0510.pdf). Hierzu wurden rund 4.000 Betriebe befragt, die die sogenannten Arbeitsgelegenheiten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger anbieten. Gut ein Drittel der Teilnehmer solcher Arbeitsgelegenheiten wurden als nicht geeignet von den Betrieben beurteilt. Bei knapp einem Fünftel waren sich die Betriebe noch unsicher, ob sie die Teilnehmer auch für reguläre Jobs einstellen oder anderen Betrieben als geeignet empfehlen könnten.
Quelle und Weiterlesen: ---> HIER (http://www.lexisnexis.de/aktuelles/soziales/177846/jeder-zweite-ein-euro-jobber-ist-fit-fuer-den-arbeitsmarkt)
Siehe auch: ---> Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 25.3.2010 (http://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen/kb0510.aspx)
Nefertari1968
26.03.2010, 18:20
Setzt der Bezirk Hamburg-Mitte ohne Rechtsgrundlage Ein-Euro-Jobber ein, um Grün- und Parkanlagen zu pflegen? Das behauptet zumindest die Linkspartei. Am Mittwoch erstattete sie Strafanzeige wegen Rechtsbeugung durch die verantwortlichen Mitarbeiter verschiedener Behörden in der Hansestadt. Die Klage fußt auf mehreren kleinen Anfragen des Linke-Bezirksabgeordneten Ronald Wilken.
Dieser hatte eine Auskunft vom Bezirksamt zur Anzahl der Ein-Euro-Jobber im Garten- und Landschaftsbau gefordert. Zudem fragte er nach einer Begründung für deren Einsatz. Die Antwort verblüffte nicht nur Wilken. Von 92 Arbeitskräften zur Pflege des Stadtgrüns sind demnach 83 Personen Ein-Euro-Kräfte, die über verschiedene Beschäftigungsträger eingesetzt werden. Ort und Art ihrer Arbeit werden zwischen dem Bezirksamt Hamburg-Mitte und dem jeweiligen Beschäftigungsträger verabredet. Die Tätigkeiten der neun sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und ihrer 83 Hartz-IV-Kollegen unterscheiden sich kaum voneinander.
qa http://www.jungewelt.de/2010/03-26/043.php
Siehe auch: http://www.lebens-phase.de/forum/showpost.php?p=105105&postcount=49 und folgende Beiträge aus: Lohnabstandsgebot - Wie Arbeit entwertet wird - Ende des Sozialstaates (http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?t=19171)
Für ein außergewöhnliches und grenzüberschreitendes Sozialprojekt engagiert sich momentan der Passauer Stadtrat und Prähistoriker Matthias Koopmann (Passauer Liste): Arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene sollen die Burgruine Falkenstein in Hofkirchen/Oö wieder aufbauen.
Die Idee dazu hatte der 44-Jährige bereits im Jahr 2006. Sein Plan: Bei der Ruine soll ein Fortbildungs- und Schulungszentrum für ökologisches Bauen entstehen. Dort könnten junge Hartz-IV-Empfänger aus dem Raum Passau und Langzeitarbeitslose aus Oberösterreich uralte Bautechniken neu erlernen. Als Praktikumsarbeit helfen sie dann, die stark verfallene Burg Falkenstein zu restaurieren - so der Plan. „Dadurch könnten die jungen Leute wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden“, sagt Koopmann. „Denn Denkmäler gibt es viele zu restaurieren. Aber man findet kaum mehr jemanden, der das noch kann.“
Quelle und vollständiger Artikel: ---> HIER (http://www.am-sonntag.de/aktuelles/artikel.php?cid=29-27818258&RessLang=LOKALES&BNR=0)
Weißer_Ronaldo
29.05.2010, 15:09
Billige Besenmänner
Von Thomas Öchsner
Müll sammeln, Wege kehren, Rasen mähen: In einem neuen Programm für "Bürgerarbeit" will die Bundesregierung öffentlich geförderte Jobs für Arbeitslose schaffen - und 230 Millionen Euro investieren.
Für den Noch-Ministerpräsidenten von Hessen, Roland Koch, ist die Sache eine Herzensangelegenheit: "Wir müssen", sagt der CDU-Politiker, "jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgeht, auch niederwertige Arbeit, im Zweifel in einer öffentlichen Beschäftigung." Die Praxis sieht derzeit noch anders aus. Lediglich gut 300.000 Arbeitslose säubern Wege, reinigen Grünanlagen oder jobben als Übungsleiter in Sportvereinen - und übernehmen so zusätzliche Arbeiten, die im öffentlichen Interesse liegen sollen. Die große Mehrheit der Hartz-IV- Empfänger muss - oder, wie es Koch sagen würde, darf - nichts tun. Das wird die Bundesregierung vom Jahr 2011 an ändern, zumindest ein bisschen.
(...)
weiter bei sueddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hartz-iv-und-buergergeld-billige-besenmaenner-1.951574)
Valburgi
31.05.2010, 14:20
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will rund 33.000 schwer vermittelbaren Arbeitslosen durch eine so genannte Bürgerarbeit wieder zu einem Job verhelfen. "Hier geht es um diejenigen, die ganz miserable Chancen haben, einen regulären Job zu finden", sagte die CDU-Politikerin der "Bild"-Zeitung. Jeder Hartz-IV-Bezieher solle eine Chance bekommen. Das zeige, "dass wir es ernst meinen mit dem Arbeitsangebot".
Quelle: http://nachrichten.t-online.de/hartz-iv-von-der-leyen-will-buergerarbeit/id_41835028/index
Bauer Harms
31.05.2010, 18:28
Gääähn...
Alter Wein in neuen Schläuchen. So, wie das hier geplant ist, gibt es faktisch keinen Unterschied zu den heutigen 1-Euro-Jobs. Arbeiten zum Dumpinglohn mit dem Effekt der Verdrängung regulärer Jobs.
Aber in der Politik muss eben in regelmässigen Abständen das Rad neu erfunden werden.
...denn die "Bürgerarbeit" wird sozialversicherungspflichtig "entlohnt"... Quasi so was wie "1€-Job 2.0"
G.
jokolele
31.05.2010, 20:37
...denn die "Bürgerarbeit" wird sozialversicherungspflichtig "entlohnt"... Quasi so was wie "1€-Job 2.0"
G.
auch wenn dem so ist,wird unterm strich für die betroffenen nicht mehr als bei zeitarbeiterjobs übrigbleiben.das ganze dient doch nur dem image.guck mal wir haben weniger arbeitslose.wer soll denn von so einem job seine familie ernähren?
da stehe ich mich ja weitaus besser,wenn ich drei putzjobs habe.bin nähmlich gerade dabei zu gucken wie ich aus hartz4 wegkomme.also ich glaube nicht das die bürgerarbeit der bringer ist.der helfer aus hartz4 rausseufz2
...denn die "Bürgerarbeit" wird sozialversicherungspflichtig "entlohnt"... Quasi so was wie "1€-Job 2.0"
G.
Das muss ich mal einen Teilwiderspruch einreichen :D
Ausgespart bleibt die Arbeitslosenversicherung, ebenso wie bei der ABM. Nur mit einem kleinen Unterschied, es ist weniger Geld.... Würde ich zur Bürgerarbeit antreten, was ich mir gut vorstellen kann, wäre ich trotzdem noch bedürftig. Denn € 900,00 Brutto sind zu wenig, um den Regelbedarf zu decken.
jokolele
31.05.2010, 20:59
@gaston,genau man wird nicht umhin kommen aufstockend hartz4 zu beziehen.für mich ist das nur augenwischereiumgotteswillen1
Hallo Gaston,
hallo Jokolele
Eurer Sicht und Argumentation stimme ich bedingt zu. Ich denke auch nicht, daß die "Bürgerarbeit" für jeden Menschen tatsächlich der Bringer ist.
Fakt ist aber, daß ein nichterwerbstätiger langzeitarbeitsloser Single zB, mit 900 Euro (ich gehe von Netto aus) plus Wohngeld über die Runden kommen dürfte (so denn die Miete halbwegs passt..) und ich denke, in diese Richtung dürfte das gehen ;)
Unqualifizierte Arbeitnehmer liegen auch nicht viel besser mit ihrem Einkommen..
Und wenn es denn dem einen oder anderern hilft "rauszukommen" dann ist es auch nicht schlecht.. Aber - es kommt eben auf den Einzelfall an, den man sich anschauen muss und meine Befürchtung ist mehr so der Einsatz des "Rasenmähers"
Eine Diskussion über "gerechten" Lohn ist einen eigenen Thread wert und ich weiss, das wir in der Sache da sicher übereinstimmen. Leider sind wir aber weit von solchen Dingen entfernt und ich muss nun einmal bestimmte Dinge als "gegeben" akzeptieren. Eine Änderung der Umstände kann eine Behörde nun auch nicht herbeiführen...*lacht*
LG
G.
Nochmal ich...
ich muss mich da zurückschrauben...Habe mir gerade noch einmal die Ausschreibung des BMAS für die ARGEN angeschaut...vereinfacht ausgedrückt.."blablabla...mindestens 900 € brutto bei 30 Wochenstunden..blabla"..
Wenn es dann der Bruttolohn ist, dann wird es nix mit "raus".. Das ist dann nur was für diejenigen, die wenigstens das Gefühl haben möchten, etwas Sinnvolles zu tun und "gebraucht" zu werden. Das kann manchmal auch ein wenig helfen...aber weniger im arbeitsmarktpolitischem Sinne denn im humanistischen.. ;-)
Mea Culpa
G.
jokolele
01.06.2010, 20:17
Nochmal ich...
ich muss mich da zurückschrauben...Habe mir gerade noch einmal die Ausschreibung des BMAS für die ARGEN angeschaut...vereinfacht ausgedrückt.."blablabla...mindestens 900 € brutto bei 30 Wochenstunden..blabla"..
Wenn es dann der Bruttolohn ist, dann wird es nix mit "raus".. Das ist dann nur was für diejenigen, die wenigstens das Gefühl haben möchten, etwas Sinnvolles zu tun und "gebraucht" zu werden. Das kann manchmal auch ein wenig helfen...aber weniger im arbeitsmarktpolitischem Sinne denn im humanistischen.. ;-)
Mea Culpa
G.
seihste,ich habs gewußt.man kann doch gar nicht anders seinschweissabwisch1
MikelF1963
02.06.2010, 14:29
Hallo gandalf,
vorab mal ganz klar nun Stellung beziehe, erstens die ganzen EV´s kann man in Mülleimer schmeißen, da ja für nicht Arbeitslose keinerlei Pflichten bestehen, überhaupt einen Job anzunehmen.
Siehe hier den Kommentar des Chefs dieses Ladens, der ja sogar noch behauptet die Arbeitslosen gehen zurück, schlicht uind ergreifend Volksverdummung, im höchsten Gerade, wenn nicht gar schon Volkverhetzung, denn an dieser grenzt das Ganze mittlerweile.
Zweitens: dieser Vorschlag dient eindeutig dazu auf diese Art reguläre Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst, zu streichen und dadurch den Tarifvertrag zu umgehen und Billigjobs anzubieten, mehr nicht.
Richtige Lösungen und tatsächliche Arbeit bringen weder die Politiker noch der BA Chef zustande, daher um Gelder zu sparen weg mit dem BA Chef, und weg mit dem Arbeitsministerposten.
Meine Frage an dich: wie willst du eigentlich einem nicht Arbeitslosen, vermitteln, dass du Ihn in Arbeit bringen willst bzw mußt und dies auf einem Job dann der Ihn nicht einmal aus diesem Hartz IV Bezug bringt?
mal ganz laut lachen muß was sich diese Stelle nun als nächstes einfallen läßt, um gut dazustehen.
Das Gesetz vom Fördern und Fordern dürfte es so gar nicht geben. Da es sich hierbei nämlich augenscheinlich um Arbeitslose handeln muß. Was ja aber wiederum der BA Mann Weise bestreitet mit seiner Statistik der Arbeitslosen.
Den Hut vor so einem Menschen kann man wirklich erst ziehen wenn er sich endlich überwindet, und dem Volk die volle Wahrheit ins Gesicht sagen kann, anstatt so zu lügen.
MikelF1963
02.06.2010, 14:36
Es gibt laut der Statistik des Herr Weise, keine Langzeitarbeitslosen denn die schmeißter wohlwissend, das er das Volk belügt da raus, nach zwölf Monaten.
Hallo Mikel,
Ich habe deine Kritik interessiert gelesen. Was das Thema der "Statistik" angeht - ein sicher interessantes Feld, denn mit Statistiken kann man sogar beweisen, daß ich 0,76 Kinder habe (von denen ich nur nichts weiss *lacht*). Vieles ist Definitionssache, vieles wird "ausgeblendet"..und dann kommen Ergebnisse heraus, die dem tatsächlichen Leben nicht unbedingt entsprechen..
Ich möchte zwei Sachen kurz ansprechen, die du erwähnst..
Meine Frage an dich wie willst du eigentlich einem nicht arbeitslosen, vermitteln das du Ihn in Arbeit bringen willst bzw mußt und dies auf einem Job dann der Ihn nicht einmal aus diesem Hartz IV Bezug bringt?
Meinst du damit jemanden, der eine "richtige" Arbeit hat und nur "zuwenig" verdient? Oder jemanden, der statistisch "nicht arbeitslos" ist?
Es gibt laut der Statistik des Herr Weise, keine Langzeitarbeitslosen denn die schmeißter wohlwissend, das er das Volk belügt da raus, nach zwölf Monaten.
Das Thema der "Statistik" der BA kannst du bei Interesse unter
http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/interim/grundlagen/berechnung-aloquote/index.shtml "erforschen" D findest du unter anderem unter "Weitere Informationen" (ganz unter, linke Seite) einen Link zu einer PDF-Datei mit dem Titel "Methodenbericht: Umfassende Arbeitsmarktstatistik: Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung". Da wird beschrieben, allerdings in extremen Kauderwelsch, wie die ALO-Statistik sich zusammensetzt, und wie sich die Rechtskreise SGB III und SGB II dort "wiederfinden" und abgebildet werden. Vielleicht magst du es mal querlesen ;)
LG
G.
Nefertari1968
07.06.2010, 17:24
Das Thema der "Statistik" der BA kannst du bei Interesse unter
http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/interim/grundlagen/berechnung-aloquote/index.shtml "erforschen" D findest du unter anderem unter "Weitere Informationen" (ganz unter, linke Seite) einen Link zu einer PDF-Datei mit dem Titel "Methodenbericht: Umfassende Arbeitsmarktstatistik: Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung". Da wird beschrieben, allerdings in extremen Kauderwelsch, wie die ALO-Statistik sich zusammensetzt, und wie sich die Rechtskreise SGB III und SGB II dort "wiederfinden" und abgebildet werden. Vielleicht magst du es mal querlesen ;)
... oder hier im Forum:
http://www.lebens-phase.de/forum/entry.php?13-Alltag-aber-nicht-allt%E4glich#comments (dort ist in meinem 2. Kommentar eine interessante PDF verlinkt
BA-unabhängig ;)
Ansonsten: http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?12194-Arbeitslosigkeit-sinkt-rapide-2008
http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?4228-Arbeitslosigkeit-sinkt-rapide-2007
http://www.lebens-phase.de/forum/showthread.php?14038-quot-Arbeitslosigkeit-sinkt-rapide-quot-2009-und-2010
Paulchen
07.06.2010, 18:01
Ich habe mal einen kleinen Blick ins "Kauderwelsch" (http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/000200/html/methodenberichte/methodenbericht_umfassende_arbeitsmarktstatistik.p df) geworfen nervoes1
Wenn man die Quintessenz jetzt noch in Kurzform transparent in den Nachrichten bringen könnte :denk:
Vielleicht als Netto/Bruttozahlenwerte :think:
...also 3,6 Mio Netto AL und 7,9 Mio Bruttoarbeitslose :weißnicht:.
Das würde der Bürger hinterfragen, und könnte sich dann ein realistischeres Bild machen.
Daß er sich mit der halben Wahrheit belogen fühlt ist doch klar :wiebitte:
MikelF1963
08.06.2010, 14:34
Hallo gandalf,
siehst du genau dies meinte ich mit das Volk wird verarscht bis zum geht nicht mehr, ich nehme auf Grund der Berechnung dann sogar einmal an das nicht einmal die Beträge die die Arbeitslosen und Hartz IV Empfänger betreffen, den tatsächlichen Kosten entsprechen, das Herr Weise samt den Regierenden dem Volk tatsächliche Zahlen vorenthält, um ja nicht gelyncht zu werden und um im Lande keinen Bürgerkrieg entstehen zu lassen, aber auf Grund des nun entworfen Sparpaketes, das mal wieder die Reichen und Gutsituitierten verschont und dem kleinen Mann die ganze Bürde aufbürdet aber Bankmanager weiterhin ungestraft lässt, wird sich ganz bestimmt in nächster Zeit rächen.
Ich meinte ganz klar da ja die Kanzlerin sagt und wir dies am eigenen Leibe erfahren durften, als Hartz IV Empfänger wird man aus der Arbeitslosenstatistik verbannt und ist somit nicht arbeitslos ist. auch wenn sichs die Herren auf Grund von Formeln die nur geschätzt sind schön rechnen.
Woher erlaubt sich ein Herr Weise auf Grund einer Formel zu behaupten, die Arbeitslosenzahlen, (bzw. es gibt weniger Arbeitslose). Eine Zahl mal zu nennen die in etwa mittlerweile in Deutschland ganz bestimmt das dreifache wenn nicht sogar das vierfache der von Herr Weise angegebenen Zahl entspricht.
Fakt ist was hier getrieben wird, ist Volkshetzerei und gehört aufs Massivste bestraft.
Für was bekommt dieser Herr eigentlich jeden Monat fast 10.000 € Gehalt, wenn er nicht mal fähig ist tatsächliche Rechnungen aufzustellen. Also kann man doch nur sagen hier das Sparen anfangen.
MikelF1963
08.06.2010, 15:27
@ gandalf,
richtiger wäre, man ginge von tatsächlcihen Zahlen aus, denn beweisen kann man mit einer Statistik überhaupt nichts, diese dienen nur zum Betrügen zum belügen, und zum beschönigen.
Ich lehrte als ich meine Umschulung machte " Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast", und dies sieht man ja nun wieder, den Beweis erbringen die Herrschaften tagtäglich aufs Neue.
MikelF1963
08.06.2010, 15:29
@ Paulchen,
dies werden wir wohl nicht erleben, das sich diese Herrschaften durch die Wahrheit Ihre eigenen Stühle absägen werden.
JumpinJack
09.07.2010, 14:57
Statt Hartz IV: 34.000 Plätze für Bürgerarbeit
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will für Langzeitarbeitslose ohne Jobperspektive rund 34.000 Plätze zur gemeinnützigen Bürgerarbeit schaffen. Hartz-IV-Bezieher sollen für bis zu drei Jahre einen festen, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz erhalten und für eine 30-Stunden-Woche 900 Euro im Monat bekommen. Insgesamt sollten durch das Programm rund 160.000 Bezieher von Arbeitslosengeld II für den ersten Arbeitsmarkt aktiviert werden, sagte die CDU-Politikerin in Berlin.
Fast 200 Jobcenter würden sich an dem Vorhaben beteiligen. Sie wollen laut von der Leyen rund 80 Prozent der teilnehmenden Hartz-IV-Bezieher in einer ersten sechsmonatigen intensiven Betreuungsphase in den ersten Arbeitsmarkt bringen. Für die übrigen soll ab Januar 2011 mit der Bürgerarbeit die Beschäftigungsphase beginnen.
:------>: (http://www.tagesschau.de/inland/buergerarbeit104.html)
jokolele
09.07.2010, 21:57
Sie wollen laut von der Leyen rund 80 Prozent der teilnehmenden Hartz-IV-Bezieher in einer ersten sechsmonatigen intensiven Betreuungsphase in den ersten Arbeitsmarkt bringen
haha wer das glaubt wird seeligschweissabwisch1
haha wer das glaubt wird seeligschweissabwisch1
Interessant auch die Info dazu in der Tagesschau.
Es sollen bis zu 160.000 in Arbeit (Bürgerarbeit, das Kind hat einen anderen Namen bekommen!) gebracht werden.
Ich schaffe es nicht, diese auf ca. 34.000 "Stellen" zu verteilen!
Nefertari1968
10.07.2010, 00:04
Interessant auch die Info dazu in der Tagesschau.
Es sollen bis zu 160.000 in Arbeit (Bürgerarbeit, das Kind hat einen anderen Namen bekommen!) gebracht werden.
Ich schaffe es nicht, diese auf ca. 34.000 "Stellen" zu verteilen!
Die Differenz wird regulär vermittelt - oder eben in Maßnahmen "zwischengeparkt", so lange es notwendig ist...
jokolele
10.07.2010, 20:03
machen wir uns doch nichts vor,das ganze wird nur wieder ein umschichten und hin und geschiebe werden, um die statistik der arbeitslosen zu schönen:)
Interessant auch die Info dazu in der Tagesschau.
Es sollen bis zu 160.000 in Arbeit (Bürgerarbeit, das Kind hat einen anderen Namen bekommen!) gebracht werden.
Ich schaffe es nicht, diese auf ca. 34.000 "Stellen" zu verteilen!
Das Verfahren sieht "etwas" anders aus. 160.000 werden in eine vorbereitende Maßnahme für 6 Monate gesteckt. Man geht davon aus, das 80% (126.000) danach in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Der Rest (34.000) darf dann Vollzeit für € 900,00 im Monat Frondienst leisten, oder wird sanktioniert.
jokolele
10.07.2010, 20:13
Man geht davon aus, das 80% (126.000) danach in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden.
glaubst du das wirklich?ich nicht.woher sollen denn die ganzen arbeitsplätze auf einmal herkommen?
Ich glaube das auch nicht, aber das Leiden :D
Die Vermittlungschancen dieser Maßnahmen lagen in der Vergangenheit auch nicht bei 80%, sondern bei 2% :Seifenblasex:
Nefertari1968
10.07.2010, 20:44
machen wir uns doch nichts vor,das ganze wird nur wieder ein umschichten und hin und geschiebe werden, um die statistik der arbeitslosen zu schönen:)
... ich mache mir da ohnehin nichts vor und bleibe stur bei 1 Millionen Arbeitsplätzen (inkl. Doppler, längst besetzter Stellen, Saisonarbeit und Mini-Jobs) versus 8 Millionen Arbeitslosen.
Das passt eben einfach nicht... und selbst 100.000 Bürgerarbeitsstellen (die ja nun auch befristet sind) werden das nicht ändern. Dazu kommt, nach dem Ende der Bürgerarbeit sind die Betroffenen sofort und unmittelbar wieder im ALG II-Bezug, denn sie erwerben ja keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Die Vermittlungschancen dieser Maßnahmen lagen in der Vergangenheit auch nicht bei 80%, sondern bei 2%
... so sieht es aus. Und weiterhin werden die "Kandidaten" für Bürgerarbeit und vermeintlich ersten Arbeitsmarkt auch wieder ein halbes Jahr vorweg "gefittet", tauchen also während der "Qualifizierung" wiederum nicht in der Arbeitslosenstatistik auf.
Dazu kommt noch, dass bei einer "Vergütung" von € 900,00 die Betroffenen auch weiterhin im Bezug bleiben. Zudem soll dieses Konzept nur in besonders von Arbeitslosigkeit betroffenen Regionen zum Tragen kommen. Also, abgesehen von Bremen, im Osten Deutschlands.
Natürlich soll diese Beschäftigung gemeinnützig sein und keine Arbeitsplätze gefährden. Die Kommunen bleiben aber frei in der Wahl der Tätigkeiten. Als Beispiel wird dann mal wieder Laubfegen und die Betreuung von Alten angeführt. Wundert mich immer wieder, denn diese Aufgaben wurden, und werden, von Festangestellten erledigt (noch). Laubfegen ist Aufgabe der Stadtreinigung, die Betreuung Alter die Aufgabe der Altenpfleger.
Es wird einfach billigend in Kauf genommen, weiter Arbeitsplätze zu vernichten und den Druck auf Arbeitnehmer zu erhöhen.
jokolele
12.07.2010, 06:30
das ganze ist doch schizophrenumgotteswillen1
Nefertari1968
12.07.2010, 21:33
Im Gesamtkontext noch zwei Zitate aus dem ursprünglichen Artikel:
Erfahrungsgemäß könnten vier von fünf Arbeitslosen auf diese Weise vermittelt werden oder verzichteten freiwillig auf Regelleistungen, sagte von der Leyen.
sowie:
Sollten Arbeitslose Angebote für „Bürgerarbeit“ ablehnen, würden dafür laut Arbeitsministerium im Grundsatz die gleichen Regeln gelten wie für andere Arbeitsangebote. Dies würde auch mögliche Sanktionen einschließen.
qa http://www.welt.de/politik/deutschland/article8388427/Von-der-Leyen-will-Buergerarbeit-fuer-Jobsuchende.html
Fazit - wer nicht freiwillig auf Regelleistungen verzichtet, wird gezwungen auf sie zu verzichten oder aber einen Niedriglohnjob anzunehmen, der nicht einmal das Recht auf ALG I generiert...
Der DGB meint dazu:
Mal die Stütze kürzen, mal zur Spargel-Ernte verdammen, mal müssen die Langzeitarbeitslosen Schnee schippen, Straßen fegen oder in Altersheimen vorlesen. An populistischen Vorschlägen mangelt es nicht im Land der Dichter und Denker. Sie werden als untauglich für den ersten Arbeitsmarkt erklärt, um sie dann in den zweiten und dritten Arbeitsmarkt zu drängen. So werden prekäre Beschäftigungsverhältnisse politisch gerechtfertigt. Anstatt den Betroffenen über Weiterqualifizierung eine wahre Aussicht auf einen dauerhaften und gut bezahlten Job anzubieten, wird von ihnen im Gegenzug für den Leistungsbezug die Verrichtung von „Zwangsarbeit“ abverlangt.
Damit nicht genug: Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden für Hartz IV-Empfänger gestrichen, Qualifizierung spielt für die Langzeitarbeitslosen eine Randrolle. Stattdessen gibt es Ein-Euro-Jobs, die nach einem Bericht des Bundesrechnungshofes kein geeignetes Instrument für die Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt darstellen. Noch schlimmer: Sie verdrängen sogar reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Damit hat dieses Instrument nicht nur sein Ziel verfehlt, sondern bewirkt eine volkswirtschaftlich unsinnige und sozial verwerfliche Entwicklung: Die Ausweitung des subventionierten Niedriglohnsektors.
Die Folgen eines solchen arbeitsmarktpolitischen Irrwegs mit den Arbeitnehmern zu „Discounterpreisen“ sind verheerend: Zum einen stellt sich die deutsche Volkswirtschaft dauerhaft auf die Erbringung von Dienstleistungen durch Billigarbeiter ein. Die Volkswirtschaft strukturiert sich allmählich um. Es werden zunehmend Geschäftskonzepte - wie z. B. bei den Postdienstleistern PIN und TNT - entwickelt, deren Kern auf prekärer Beschäftigung beruht. Mittlerweile arbeitet ein Drittel der Beschäftigten im Niedriglohnsektor. (...)
qa http://www.dgb.de/themen/++co++5cefe314-8b3e-11df-6571-00188b4dc422/@@index.html?tab=Alle&k:list=Wirtschaft
Also wie bislang auch - großangelegte Makulatur zur vorrübergehenden Schönung der Statistiken allenfalls geeignet, um bei nicht "funktionierenden" Arbeitslosen Kürzungen zu generieren, die mindestens zum Teil die Bürgerarbeit in den jeweiligen Kommunen finanzieren helfen wird. Beschäftigungstherapie ohne Rechte und ja - Zwangsarbeit, da eben nicht freiwillig!
Ehrlich, ich verstehe das Gejammer von wegen "Zwangsarbeit" etc überhaupt nicht.
Ist es nicht so, dass Viele, die sich um einen Ein-Euro-Job bemühen (!), einen solchen gar nicht bekommen? Und auch im Bürgerlichen Engagementsversuch gegen die Wand laufen?
Nach meiner Erfahrung ist das Kontingent an 1-EUR-Jobs z.B. in München (1,3 Mio Einwohner, zahlreiche Arbeitslose) sehr begrenzt. Besetzungen finden meist nach Gutsherrenart statt. Dann aber bis hinauf mit Tätigkeitsinhalten, die durchaus solchen in Beamtenfunktionen gleichzusetzen sind.
Auch für Bürgerliches Engagemnent wird "nicht Jeder" genommen. Kirchliche Präferenzen, Parteien- und/oder Gerwerkschaftszugehörigkeit und zumindest schriftliche Distanzerklärung gegenüber den "Scientologen" sind Grundvoraussetzungen. Dann können sich daraus allerdings Dauerjobs mit "Aufwandsentschädigung" (haha) entwickeln, die unschädlich sind für Sozialleistungen. Da gibt es Jugend-Betreuer, Sportstätten-Betreuer, Altenheim-Besucher etc und, was mich besonders stört, Dauer-Wahlhelfer seit 10 und mehr Jahren, die für ihr feistes Herumsitzen ein sehr gutes Taschengeld zusätzlich erhalten.
Mir ist kein Fall von "Zwang" bekannt. Ich kenne im Gegenteil eine erhebliche Anzahl von Bewerbungs-Ablehnungen. In der öffentlichen Verwaltung haben übrigens auch Personalräte nichts gegen den Einsatz dieser "Ausgebeuteten" - zumindest so lange ihre eigenen Futterkrippen wohl versorgt bleiben.
Nefertari1968
13.07.2010, 09:44
Huhu Gerhart,
Ehrlich, ich verstehe das Gejammer von wegen "Zwangsarbeit" etc überhaupt nicht.
... das wundert mich wenig, wenn ich die Stadt in deinem Profil sehe. München, wie auch das Bundesland Bayern, wie überhaupt Süddeutschland ist/sind nicht in dem Maße von Arbeitslosigkeit und überhaupt von Armut betroffen, wie z.B. Berlin, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und andere Bundesländer/Kommunen in ihnen...
Naturgemäß wird also auch z.B. München es weniger nötig habern, perfide Bürgerarbeitsprojekte zu generieren, als z.B. Bremen... ähnlich wird es bislang für Ein-Euro-Jobs sein... die Stadt ist einfach nicht so klamm, selbst wenn es vielleicht auch ein oder zwei "kritische" Stadtteile gibt, ist die Gesamt-Not nicht so groß.
Hier in Bremen kann ich dir auf Anhieb zig Stadtteile nennen, die "kritisch" eingestuft sind... Kattenturm, Kattenesch, Osterholz-Tenever, Walle, Gröpelingen... Klar gibt es hier auch Menschen, die arbeiten, aber die Einnahmeseite sieht für die Kommune trotzdem insgesamt mau aus... und die Not rechts und links ist auch kaum zu übersehen, zahlreiche Projekte z.B. einen Wildwestspielplatz für Kinder mit vielen Ein-Euro-Jobbern, fest angestellt (allerdings nur in Teilzeit) eine Pferdewirtin/Tierpflegerin und wahrscheinlich der Boss...
Schaue ich hier in die Zeitung, sehe ich selten Arbeitsangebote im qualifizierten Bereich (und wenn, dann sind diese very special - z.B. Chinesisch in Wort und Schrift für einen kfm. Angestellten bei einem Import/Export-Unternehmen...) meistens handelt es sich um Zeitarbeit, diese befristet und noch mit Fahraufwand nach Niedersachsen verbunden... ansonsten 400-Euro-Jobs so weit das Auge reicht...
Die Straßenreinigung wird bereits von Arbeitslosen ausgeführt... Chance 50+ - übrigens auch eine Form von Bürgerarbeit 1.100 Euro brutto, keine Absicherung bei danach eintretender Arbeitslosigkeit... das Nettogehalt für Familien und Alleinerziehende muss aufgestockt werden.
Ist es nicht so, dass Viele, die sich um einen Ein-Euro-Job bemühen (!), einen solchen gar nicht bekommen? Und auch im Bürgerlichen Engagementsversuch gegen die Wand laufen?
Das ist so, diesen Eindruck habe ich auch - aber es geht bei EEJ auch nicht darum, sich etwas zum ALG II dazu zuverdienen, es ist als Disziplinierungsinstrument gedacht - und jemanden, der "will", muss man nicht disziplinieren... Als ALG II eingeführt wurde, gab es u.a. diesen Fall der arbeitslosen Frau, die einen EEJ im Tierheim hatte... hochzufrieden war, das Tierheim ebenfalls - der Träger auch... aber die Maßnahme wurde trotzdem nicht verlängert. Verkehrte Welt.
Nach meiner Erfahrung ist das Kontingent an 1-EUR-Jobs z.B. in München (1,3 Mio Einwohner, zahlreiche Arbeitslose) sehr begrenzt. Besetzungen finden meist nach Gutsherrenart statt. Dann aber bis hinauf mit Tätigkeitsinhalten, die durchaus solchen in Beamtenfunktionen gleichzusetzen sind.
Wenn du das empfindest, wird das wahrscheinlich auch so sein...
Auch für Bürgerliches Engagemnent wird "nicht Jeder" genommen. Kirchliche Präferenzen, Parteien- und/oder Gerwerkschaftszugehörigkeit und zumindest schriftliche Distanzerklärung gegenüber den "Scientologen" sind Grundvoraussetzungen. Dann können sich daraus allerdings Dauerjobs mit "Aufwandsentschädigung" (haha) entwickeln, die unschädlich sind für Sozialleistungen. Da gibt es Jugend-Betreuer, Sportstätten-Betreuer, Altenheim-Besucher etc und, was mich besonders stört, Dauer-Wahlhelfer seit 10 und mehr Jahren, die für ihr feistes Herumsitzen ein sehr gutes Taschengeld zusätzlich erhalten.
... die meisten ehrenamtlichen Jobs bekommt man wahrscheinlich nur über Beziehungen...
Wir (Gaston und ich) z.B. haben jetzt auf verschiedenen Wegen Sozialberatung angeboten, u.a. weil wir nicht alle Betroffenen über das Forum erreichen können, weil sie einfach keinen Computer oder Internetanschluss haben... Haben mit einem Träger verhandelt, weil wir vielleicht an festen Tagen in der Woche einen öffentlichen Raum benötigen... Herausgekommen sind bislang zwei Beratungstage mit reichlich Beratungsbedarf - aber ohne jede Entlohnung oder auch nur Aufwandsentschädigung.
Mir ist kein Fall von "Zwang" bekannt. Ich kenne im Gegenteil eine erhebliche Anzahl von Bewerbungs-Ablehnungen. In der öffentlichen Verwaltung haben übrigens auch Personalräte nichts gegen den Einsatz dieser "Ausgebeuteten" - zumindest so lange ihre eigenen Futterkrippen wohl versorgt bleiben.
Sei nicht böse, Gerhart - aber ein Blick in die zahlreichen Foren (auch hier bei uns), sollte dich eines Besseren belehren. Alleinererziehende mit schwerstbehinderten Kindern (Frauen, die natürlich nicht vermittelbar sind), sollen einen EEJ annehmen... nur, um ein Beispiel zu nennen.
Paulchen
15.07.2010, 11:32
Ja, dreht denn das Arbeitsministerium am Rad? :------>: (http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsarbeitsdienst)
...vielleicht sogar am Rad der Zeit?
Erstaunlich die Parallelen:
* Zwang unter Androhung von Reduzierung der staatlichen Mindestversorgung
* Entlohnung ähnlich “hoch” wie für Arbeitslose
* Ziele sind die Bewältigung der Arbeitslosigkeit und die
* Manipulation der Arbeitslosenstatistik
Ist es schon wieder soweit? (http://www.wahrheiten.org/blog/2010/07/15/ist-es-schon-wieder-soweit-macht-arbeit-wieder-frei/) fragt wahrheiten.org.blog
Weißer_Ronaldo
15.07.2010, 17:24
Fakt ist doch eines: Wir haben schon lange Politiker, die auf die Verfassung, das Grundgesetz, sch...! Diese "Bürgerarbeit" ist nur ein nächstes deutliches Beispiel.
Art 12
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.
Quelle (http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_12.html)
Wenn nun diese "Bürgerarbeit" eingeführt wird, ist dies nicht nur im Rückblick auf den Nationalsozialismus an Fatalität kaum zu überbieten. Es ist auch ein eklatanter Bruch des Grundgesetzes.
Und es komme bitte niemand, dass Politiker ja auch bloß Menschen seien, die auch "mal" Fehler machen! Die am häufigsten im Bundestag vertretene Berufsgruppe ist die der Juristen. Demzufolge kann man von einer vorsätzlichen Brechung des Grundgesetzes sprechen.
Der Aufreger lohnt nicht. Denn "Bürgerarbeit" gibt es schon Jahrzehnte. Hier wurde nur ein neuer Begriff generiert. Bereits Sozialhilfeempfängern (BSHG) wurden solche "Jobs" unter geistreichen Titeln wie "Arbeit sofort!" angeboten.
Die Jobs waren schon damals auf maximal 3 Jahre befristet und wurden sogar recht gut vergütet. Bezahlt wurde das aus Mitteln der BA und dem ESF.
Paulchen
15.07.2010, 20:49
Schon, aber die "Aufgabengebiete werden "grenzwertiger".
Ich erinnere das Rattenfangen in Berlin oder das Ambrosia vernichten :------>: (Welt.de) (http://www.welt.de/welt_print/article2076339/Ein_Euro_Jobber_gegen_Ambrosia.html)
Ist doch nur noch ein kleiner Schritt, unseren demokratieverteidigenden Brunnenbohrern den Staub von den Stiefeln zu putzen.
Ist doch auch der Uniformierte in erster Linie ein "Bürger" :------>: (http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsb%C3%BCrger_in_Uniform)
Weißer_Ronaldo
16.07.2010, 16:41
Der Aufreger lohnt nicht. Denn "Bürgerarbeit" gibt es schon Jahrzehnte. Hier wurde nur ein neuer Begriff generiert. Bereits Sozialhilfeempfängern (BSHG) wurden solche "Jobs" unter geistreichen Titeln wie "Arbeit sofort!" angeboten.
Die Jobs waren schon damals auf maximal 3 Jahre befristet und wurden sogar recht gut vergütet. Bezahlt wurde das aus Mitteln der BA und dem ESF.
Ich denke schon, dass es auch weiterhin ein Riesenskandal ist, wie es auch schon früher einer war. Wenn ein grundgsetzwidriger Erlass einer Bundesregierung durch eine grundgesetzwidrige Maßnahme ergänzt wird, ist und bleibt dies eine Sauerei.
Ein-Euro-Jobs verstoßen gegen das GG, die sogenannte Bürgerarbeit ebenfalls.
Weißer_Ronaldo
16.07.2010, 16:54
Mit Fördern, Fordern und Zwang in den Niedriglohnjob
(...)
Die Lage für den Beschäftigten stellt sich ein wenig anders dar. Zwar ist die Nachfrage nach der Bürgerarbeit groß (nicht zuletzt, weil 900 Euro monatlich bei manchem die bisherigen monatlichen Leistungen übersteigen), doch bei näherer Betrachtung erweist sich die Bürgerarbeit als Mogelpackung. Ein ALG-II-Empfänger, der bisher durch einen 1-Euro-Job hinzuverdienen durfte, soll, so heißt es offiziell, auf jeden Fall mehr erhalten, wenn er Bürgerarbeit leistet. Doch dies ist lediglich dann der Fall, wenn er keinerlei Mehrbedarfsaufwendungen einfordert (die spätestens seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes gute Chancen auf Erstattung haben).
Eine Modellrechnung:
359 Euro Regelsatz ALG II Alleinstehende
350 Euro Kosten der Unterkunft
120 Euro durch 1-Euro-Job
Summe: 829 Euro
Ein Bürgerarbeiter erhielte somit 71 Euro mehr als ein 1-Euro-Jobber. Nur: von den 900 Euro muss noch der Arbeitnehmeranteil für die Krankenversicherung bezahlt werden, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales Telepolis bestätigte. Nehmen wir der Einfachheit halber einen Beitragssatz in Höhe von 14% an, so müsste der Arbeitnehmer von seinen 900 Euro noch 63 Euro Krankenversicherungsleistungen zahlen, womit sein Nettoverdienst 8 Euro oberhalb des ALG-II-plus-1-Euro-Job läge. Bei denjenigen, die im 1-Euro-Job nicht nur einen Euro, sondern 1,50 oder gar zwei Euro pro Stunde erhalten, wird die Aussage, dass der Bürgerarbeiter mehr erhält, endgültig zur Lüge.
Doch der 1-Euro-Jobber hat noch in anderer Hinsicht einen Vorteil: er kann in Notlagen noch einen Antrag auf Übernahme von Mehrkosten stellen, da er ja offiziell noch im ALG-II-Bezug steht und keinen Arbeitsvertrag einging.
Der Bürgerarbeiter ist jedoch einen verpflichtenden Arbeitsvertrag mit dem Arbeitgeber eingegangen. Er ist somit Arbeitnehmer wie jeder andere - nur wurde er zwangweise in den 7,50-Euro-Job gedrängt, denn natürlich gelten für die Nichtannahme der Bürgerarbeit die gleichen Regeln wie bei anderen Arbeitsverhältnissen:
Eine Pflichtverletzung ohne wichtigen Grund führt zu einer Kürzung bzw. - im Wiederholungsfalle - zum Wegfall des Arbeitslosengeldes II (Regelleistung, Mehrbedarfe, Leistungen für Unterkunft und Heizung). Der Kürzungsbetrag [extern] richtet sich nach einem Prozentsatz der maßgebenden Regelleistung:
Bei Erwachsenen: 1. Pflichtverletzung = 30%, 2. Pflichtverletzung = 60%, weitere Pflichtverletzung = Wegfall der gesamten Leistung
Bei Unter-25-Jährigen: 1. Pflichtverletzung = Wegfall der Regelleistung, weitere Pflichtverletzung = Wegfall der gesamten Leistung
Je Verstoß gegen Meldeaufforderung: 10%.
Die Kürzung bzw. der Wegfall der Leistung dauern drei Monate. Bei Jugendlichen kann die Grundsicherungsstelle die Sanktion auf sechs Wochen verkürzen.
Zwar stehen somit gegebenenfalls ein paar Euro monatlich mehr zur Verfügung - allerdings ist die Hilfebedürftigkeit nicht mehr gegeben, weshalb neben den eventuell entstehenden Fahrtkosten der Zusatzverdienst auch für Ausgaben, die beim 1-Euro-Jobber noch das "Amt" übernimmt, reichen muss.
(...)
vollständiger Beitrag (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32960/1.html)
Nefertari1968
16.07.2010, 17:52
Eine Modellrechnung:
359 Euro Regelsatz ALG II Alleinstehende
350 Euro Kosten der Unterkunft
120 Euro durch 1-Euro-Job
Summe: 829 Euro
... rechnen wir die 120 Euro vom EEJ einmal runter, bleiben also 359 Euro + 350 Euro = 709 Euro Mindestbedarf.
Freibetrag aus 900 Euro Bruttogehalt
100 Euro Grundfreibetrag
140 Euro weiterer Freibetrag (20 % der Differenz zwischen 100 Euro und 800 Euro)
10 Euro weiterer Freibetrag (10 % der Differenz zwischen 800 Euro und Bruttolohn - abgeriegelt bei 1200 Euro bei Kinderlosen und 1500 bei Eltern)
= 250 Euro Freibetrag
709 Euro ALG II-Mindestbedarf
+ 250 Euro Freibetrag
___________________
959 Euro Gesamtbedarf
... hiervon das Nettogehalt abgezogen
... denn:
Vorstellungsgespräch beim Arbeitgeber, Abschluss eines Arbeitsvertrags (in der Beschäftigungsphase werden Arbeitsplätze bis zu drei Jahre mit einem Festbetrag gefördert, der Arbeitsentgelt und Sozialversicherungsaufwand des Arbeitgebers abdeckt. Wochenarbeitszeit von 30 Stunden = 1.080 Euro; Wochenarbeitszeit von 20 Stunden = 720 Euro)
http://www.bmas.de/portal/46740/2010__07__09__buergerarbeit.html
1.080 Euro bekommt der Arbeitgeber - davon gehen rechnerisch 900 Euro an den Arbeitnehmer = 180 Euro Sozialversicherungsabgaben des Arbeitgebers (ohne Arbeitslosenversicherung) als Differenz...
Ca.-Berechnung des AN (beispielhaft: keine Kinder, Bundesland Bremen)
900,00 € 10.800,00 €
Abgaben
- Rentenversicherung
(19.9%) 89,55 €
- Arbeitslosenversicherung
(2.8%) 0,00 €
- Pflegeversicherung
(2.2%) 11,02 €
- Krankenversicherung
(14.9%) 71,10 €
Summe Sozialabgaben 171,67 € 2
Steuern
- Lohnsteuer 1,33 €
- Soli-Zuschlag 0,00 €
- Kirchensteuer 0,11 €
Summe Steuern 1,44 €
Netto 726,89 €
http://www.nettolohn.de/
... den Rest muss die ArGe aufstocken (es sei denn, reines Wohngeld + Nettogehalt deckt den Bedarf inkl.Freibeträge)... und die Rundfunkgebühren-Befreiung gilt auch weiterhin.
Ganz ehrlich - ich weiß nicht, warum der vielzitierte Steuerzahler hier nicht auf die Barrikaden geht... denn durch die Bürgerarbeit zahlt er im Endeffekt noch mehr für den einzelnen "Hartzer" - und hier ist kein Arbeitgeber im Boot, der mindestens einen Teil der Lohnkosten trägt, denn dieser finanziert sich aus Steuergeldern und diesem europ. Sozialfonds, der auch nicht aus dem Nichts kommt...
Selbst ein ALG II-Bezieher, der gar nichts macht, ist immerhin noch ca. 370 Euro pro Monat "billiger" (je nach Miethöhe und individuellen Besonderheiten).
... Siehe auch ergänzend: http://www.bmas.de/portal/46778/property=pdf/2010__07__09__buergerarbeit__faq.pdf
Nefertari1968
23.07.2010, 15:24
Viele spannende Fragen:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/025/1702574.pdf
Nefertari1968
24.08.2010, 17:53
... die Praxis:
Tritt man aber dann ein in jene Informationsveranstaltung, die durch Einladung nebst Rechtsfolgebelehrung anberaumt wurde, erscheint man also dann am Ort des Geschehens, in der Cafeteria des Jobcenters nämlich, so ist von der Hochglanzfassade wenig übrig. Referenten nehmen einen in Empfang, Leute, die das Leid dieser Welt, und ihres Berufstandes im Besonderen, in grantige Gesichtsfurchen zu tragen scheinen. Mit arroganter Miene werden Anwesenheitslisten gefüllt und Teilnehmer auf Plätze verwiesen. Der menschelnde Sozialstaat tritt zurück, um knallharten Fakten Raum zu verleihen, die der Öffentlichkeit entweder gar nicht oder nur verfälscht mitgeteilt wurden. Das schöne Äußere bröckelt, wenn man hinter Schulbänken lümmelt, um von zwei Herrschaften, die bislang niemals in die Bredouille der Arbeitslosigkeit, des Wertloswerdens geraten sind, erklärt zu bekommen, was Bürgerarbeit für den Erwerbslosen konkret heiße, wie die eigene kurzfristige Zukunft aussehen werde.
Im Vorfeld zur Bürgerarbeit, während der sogenannten Aktivierungsphase, belehrte man das Publikum, müsse sich rege beworben werden. Kein neuer Erkenntnisgewinn - das regeln Eingliederungsvereinbarungen, regelt damit das SGB II, in dem von solchen Vereinbarungen salbadert wird, schon heute. Und um Kunden des Jobcenters, die schon seit Jahren nur auf der Couch sitzen um dem TV-Programm zu frönen - nein, das ist keine Flapsigkeit, so hieß es wortwörtlich! -, wieder Initiative einzuflößen, böte man außerdem unentgeltliche Praktika an. Vier Wochen lang treibe man dort den Müßiggang aus den müden Knochen.
Alleinstehende Erwerbslose haben sich überdies, ganz gleich wie alt sie sind, fortan bundesweit zu bewerben. Auf Ingolstadt alleine könne die Suche für diese Klientel nicht mehr beschränkt bleiben, hieß man die stutzige Zuhörerschaft. Auf Schautafeln mahnte man Flexibilität an, drängte man zur Bereitschaft, auch landesweit nach Stellen zu forschen. Denn die allerletzte Option sei die Bürgerarbeit, die nur jene zugeteilt bekämen, die nicht im regulären Arbeitsmarkt eingegliedert werden könnten.
Und erst einmal in Bürgerarbeit, erläuterte man letztlich, würde eine stetige Begutachtung des Kunden stattfinden. Wirkt er mit, engagiert er sich, zeigt er guten Willen? Die Androhung folgte stante pede: sollte die Mitwirkungsbereitschaft dann fehlen, sollte der persönliche Arbeitsvermittler Rügen seitens des Arbeitgebers mitgeteilt bekommen, so drohen Sanktionen.
Überhaupt stünde man dann in noch engerem Verhältnis zu seinem Vermittler - der in der Öffentlichkeit angepriesene Motivationstrainer existiert nicht als solcher, er ist niemand anderes als der Arbeitsvermittler, den man bisher sowieso schon aufsuchen musste. Überhaupt werden Eingliederungsvereinbarungen auch weiterhin abgeschlossen - auch der Bürgerarbeiter muß regelmäßig seine Bewerbungsbemühungen nachweisen. Die wöchentliche Arbeitszeit, erfährt man ganz nebenbei, betrage zwischen 30 und 40 Stunden - von den der Öffentlichkeit genannten 20 bis 30 Wochenarbeitsstunden wollten die Referenten nichts wissen. So wie vom zu erwartenden Arbeitslohn auch - auch da wusste man nichts Konkretes zu erzählen. Mit gekonnter Schnodderigkeit beschlossen die Referenten die Runde, nicht ohne vorher noch Einladungen für den Folgetag auszuteilen - nebst Rechtsfolgebelehrung selbstredend. Schließlich habe die Aktivierungsphase umgehend anzulaufen!
qa http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/08/hinter-dem-hochglanzprojekt.html
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