Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pro und Kontra Waldorfschule?
Nefertari1968
27.06.2009, 13:42
Nachdem ich mich nun seit Tagen durch das Internet gewühlt habe, bin ich immer noch nicht wirklich weiter schweissabwisch1
Gibt es hier im Forum User/Innen mit Erfahrung zu Waldorfschulen.. eigenem Erlebten oder mit dem Wissen von Dritten (z.B. Kindern, Verwandten, Bekannten)?
Die Steiner-Ideologie interessiert mich dabei weniger, es sei denn, sie wäre im Unterricht nachhaltig zum Tragen gekommen (Reinkarnationstheorien, Rassenideologien)...
Wichtiger ist mir die Praxis... wie sehr werden die einzelnen Kinder gefördert? Bringt der Fremdsprachenunterricht ab der ersten Klasse etwas? Kein Sportunterricht und Fußballverbot? Förderung der kreativen Fähigkeiten? Vernachlässigung naturwissenschaftlicher Fächer? Probleme mit den großen Klassenstärken? Probleme mit dem "Blockunterricht"? Wie war es nach der Schule (Anpassungsschwierigkeiten, mangelndes Leistungsbewusstsein o.ä.?)?
Schreibt doch bitte einfach frei von der Seele, was euch dazu einfällt.
:thx:
Bezüglich Stipendien oder anderer Zuschüsse zum Schulgeld sieht es leider schlecht aus. Die genaue Zusammensetzung / Kalkulation der verschiedenen Schulen ist bei uns leider auch nicht wirklich klar. Kann dir da also nicht wirklich weiter helfen.
Wann kommt denn dein Kleiner zur Schule?
Nefertari1968
27.06.2009, 17:39
... er gehört im August 2010 zu den sog. "Kann-Kindern" und wäre dann noch 5 Jahre alt.
Die Anmeldung für eine Waldorfschule - sollten wir uns dazu entschließen - müsste jetzt im Herbst erfolgen, da dann eine Reihe von Tests und Schulfähigkeitsprüfungen sowie Probeunterricht etc. stattfinden wird (zwecks Überprüfung, ob Aufnahme möglich) und zwar dann ca. ein halbes bis 3/4 Jahr vor der Einschulung... dann gibt es erst eine Zu- oder Absage... im Falle einer Zusage müsste ich umziehen, da die Schule in einem anderen Stadtteil liegt.
Bezüglich Stipendien oder anderer Zuschüsse zum Schulgeld sieht es leider schlecht aus. Die genaue Zusammensetzung / Kalkulation der verschiedenen Schulen ist bei uns leider auch nicht wirklich klar. Kann dir da also nicht wirklich weiter helfen.
... zumal das jede Waldorfschule in eigener Regie entscheidet, ich weiß... aber bevor ich mir Gedanken über die Kosten mache, wäre es mir eben wichtig zu wissen, ob diese Schulform überhaupt für ihn geeignet wäre...
... nach meinen Recherchen bislang spricht für diese Schulform:
- keine Benotung in der üblichen Form, ausführliche Bewertung der Leistung (besserer Ansatz auch für Eltern/Förderung)
- ganzheitlicher Ansatz (handwerkliche Fächer)
- ein Lehrer während der ersten 6-8 Klassen (*)
- zwei Fremdsprachen ab der ersten Klasse
- 12 Schuljahre = Zeit für Orientierung...
- keine Trennungen innerhalb der Klasse (späteres Netzwerk)
- kein Sitzenbleiben
- die doch recht hohe Quote an Abiturenten und Realschülern
- individuelle Förderung
... und dagegen:
- Blockunterricht in den Hauptfächern (Vergessen des Lernstoffes bis zum nächsten Block)
- kein Schreiben mit dem Füller bis zur 4. Klasse (=?)
- Fußball verboten/einseitiger oder gar kein Sportunterricht (=?)
- Linkshänder werden "umerzogen"
- kein fester Lehrplan
- keine Schulbücher (Nachvollziehen Lerninhalte für Eltern?)
- religiöse Festlegung in so frühen Jahren... (kein alternativer "Ethikunterricht")
- zu große Klassen (bis zu 45 Schüler)
- Waldorfabschluss nicht anerkannt (in einigen Bundesländern wird der Realschulabschluss oder das Abi extern "geprüft")
Naja... und wenn der Lehrer nicht so gut mit einzelnen Schülern zurechtkäme, sind diese Schüler besagtem Lehrer trotzdem recht lange und nachhaltig (Benotung/Bewertung) ausgeliefert...
Dazu kommt natürlich auch die vage Befürchtung, keinen wirklichen Zugang zu erhalten, die meisten Eltern besagter Schüler werden selbst Akademiker sein, kaum finanzielle Einschränkungen kennen... demzufolge werden die Schüler gut gekleidet sein und über die beste Ausstattung verfügen, was Lernmaterialien etc. angeht.
... was die Steiner-Ideologie angeht, bereitet mir das hier Bauchweh:
Comics und Legosteine, Fußball, Sexualkunde und Linkshändigkeit sind verpönt, Kinder müssen mit merkwürdigen Betonungen Reime und Gedichte aufsagen, was Mantraübungen entspricht. Es gibt keine richtigen Schulbücher, die Kinder müssen den Stoff von der Tafel abschreiben. 1998 gab die Pädagogische Forschungsstelle des Waldorfbundes eine Broschüre mit dem Titel »Literaturangaben für die Arbeit des Klassenlehrers an einer Freien Waldorfschule« heraus. Das Heft enthält eine Übersicht über die Literatur, »die bei der Vorbereitung der Hauptunterrichtsepochen der Klassen 1-8 herangezogen werden kann«. Empfohlen wird kein einziges seriöses Sachbuch etwa über die NS-Zeit für den Geschichtsunterricht, sondern überwiegend anthroposophische Schmöker aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, einige davon gespickt mit Geschichten über ominöse »Wurzelrassen« und die Wanderungen der »Arier«. In den empfohlenen Büchern lesen wir, dass der Italiener heiter und impulsiv ist und aus Höflichkeit lügt, der Brite dagegen kühl und materialistisch sei. Der Araber wird als hart, leidenschaftlich, kalt und berechnend dargestellt. Der Asiate gilt als dekadent, er ist ein cholerischer Mongole oder ein phlegmatischer Malaie. Der Japaner lebte in leichten Holzhäusern mit Strohdächern, er lächle immer und unergründlich, dahinter verberge sich mitleidlose Härte. Afrikaner seien kindlich, gläubig und fromm, sie würden von ihrem Blut und ihren Trieben gelenkt. Und weil sie wie Kinder seien, müssten sie von Weißen geführt werden. Der Russe wird als jähzornig, brutal, rücksichtslos, gewalttätig, herrisch, ungeduldig, launisch, schicksalsergeben, leidensfähig, unzuverlässig und unpünktlich dargestellt.
http://jungle-world.com/artikel/2007/36/20283.html
... das geht - stimmte es - natürlich mit mir gar nicht... auch das "Kleinkinder" bis zum 7. Lebensjahr noch nicht "neugierig" seien:
Steiner beschrieb das Kleinkind als »Plumpsack« oder »Mehlsack«, das nicht neugierig sei, was Erkenntnissen moderner Pädagogik und Entwicklungspsychologie widerspricht. Dass Kinder bis zum siebten Lebensjahr bloß nachahmen würden, ist Unsinn. Frühkindliche Trotzphasen und den Wunsch des »Selbermachens« erklärte Steiner als Wirken dämonischer Kräfte, die verfrüht ein Ich-Bewusstsein schüfen.
... entspricht nicht meinen Vorstellungen und auch Beobachtungen....
:weißnicht:
Trotzdem.... geht ein Kind heutzutage in einer Regelschule nicht unter? In unserer Schule hier vor Ort liegt der Ausländeranteil pro Klasse bei über 63 %, muss da nicht zwangsläufig auf die Schwächeren in der Klasse Rücksicht genommen werden, hängt da nicht der Lehrstoff hinterher? Die Klassenbesten kaspern dann herum... die "Mittleren" machen mit, um dazu zu gehören, verpassen Lerninhalte... Förderung? Fällt aus... Mobbing... Ausgrenzung, Klassenkeilereien, Hausaufgaben = was ist das? Lernen = machen die anderen Schüler doch auch nicht... Fremdsprachen = erst ab Klasse 4,5 oder 7? "Gemeinsames in der großen Pause zum Kiosk gehen" (kenne ich noch aus meiner Schulzeit), Unterrichtsausfall... kollektives Schwänzen?
... Pisa-Studie (Bremen katastrophal!)...
Male ich zu schwarz?
Also ich habe im Bekanntenkreis zwei Waldorfkinder und ich finde sie...wie soll ich mich ausdrücken....sehr sehr gesittet ,vorsichtig und ökologisch...Sie sind absolute Aussenseiter und der eine hat mal zu seinen Eltern gesagt: Ihr wisst gar nicht was Ihr mir angetan habt.Schulisch beide gut,aber ziemlich empfindlich in allem...Als Grundschulkind alles noch kein Problem,aber dann gings irgendwann los...Ist sicher alles ansichtssache...Für meine Kinder würde es niemals in Frage kommen...Dazu steh ich wie ein Baum.Was allerdings Fremdsprachen angeht,das fin ich gut.-Amy geht seit sie drei ist zum englisch und es ist der Kracher...Ihr macht es super Spass...
Nefertari1968
27.06.2009, 18:04
Also ich habe im Bekanntenkreis zwei Waldorfkinder und ich finde sie...wie soll ich mich ausdrücken....sehr sehr gesittet ,vorsichtig und ökologisch...
Magst du mir "gesittet, vorsichtig und ökologisch" bitte übersetzen ;)
... so für sich stehend, zunächst ja nicht negativ, oder?
Sie sind absolute Aussenseiter
Woran liegt das genau?
und der eine hat mal zu seinen Eltern gesagt: Ihr wisst gar nicht was Ihr mir angetan habt.
... im Zusammenhang zur gewählten Schulform?
Schulisch beide gut,aber ziemlich empfindlich in allem...Als Grundschulkind alles noch kein Problem,aber dann gings irgendwann los...
Was genau ging los?
Ist sicher alles ansichtssache...Für meine Kinder würde es niemals in Frage kommen...Dazu steh ich wie ein Baum.
Magst du genauer ausführen, warum es für deine Kinder nicht in Frage kommt, bitte?
... er gehört im August 2010 zu den sog. "Kann-Kindern" und wäre dann noch 5 Jahre alt.
Magst du ihn wirklich mit 5 schon einschulen? Würde ich nochmal überdenken.
:weißnicht:
Trotzdem.... geht ein Kind heutzutage in einer Regelschule nicht unter? In unserer Schule hier vor Ort liegt der Ausländeranteil pro Klasse bei über 63 %, muss da nicht zwangsläufig auf die Schwächeren in der Klasse Rücksicht genommen werden, hängt da nicht der Lehrstoff hinterher? Die Klassenbesten kaspern dann herum... die "Mittleren" machen mit, um dazu zu gehören, verpassen Lerninhalte... Förderung? Fällt aus... Mobbing... Ausgrenzung, Klassenkeilereien, Hausaufgaben = was ist das? Lernen = machen die anderen Schüler doch auch nicht... Fremdsprachen = erst ab Klasse 4,5 oder 7? "Gemeinsames in der großen Pause zum Kiosk gehen" (kenne ich noch aus meiner Schulzeit), Unterrichtsausfall... kollektives Schwänzen?
... Pisa-Studie (Bremen katastrophal!)...
Male ich zu schwarz?
Also ich kenn natürlich nicht eure Grundschule vor Ort, aber meine beiden (der Sohnemann allerdings erst ab 3.Klasse) waren auch auf einer Grundschule mit glaub ich noch höherem Ausländeranteil über 30 Nationen. Und jetzt sind beide im Realschulteil einer DOS und mit Notendurchschnitt 2 mit die Besten der Klasse.
Ich war übrigens an der Grundschule Schulelternsprecher und hab auch ein Jahr nachmittags EDV-Unterricht gegeben. Hab also 'nen recht guten Einblick.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade diese ausländischen Kinder und ihre Eltern sich mehr um gute schulische Leistungen bemühten als viele deutsche arbeitslose Eltern. (Nur meine Erfahrung)
Englisch gibt es bei uns integriert in andere Fächer ab Klasse 1, Hausaufgaben wurden gemeinsam dort gemacht, da Ganztagsschule (wer möchte), Unterrichtsausfall gab es in dem Sinne fast nie (mussten nur in wenigen "Notfällen" allein mit Aufsichtsperson Aufgaben erledigen), aber nie das sie stundenweise nach Hause geschickt worden wären. Spezielle Sprachförderung wurde nachmittags auch angeboten. Schwänzen nur wenige Ausnahmefälle. Aber teilweise hing schon der Lehrstoff gegenüber "Dorfschulen" hinterher.
Wird aber sicher alles von Schule zu Schule verschieden sein, da ja jedes Land seine eigenen Schulgesetze hat. Jede Schule ja teilweise sogar jeder Lehrer andere Schulbücher bevorzugt und anders an die Wissensvermittlung rangeht.
Gibt es bei euch nicht die Möglichkeit mal einer Schulstunde beizuwohnen?
Nefertari1968
27.06.2009, 18:51
Magst du ihn wirklich mit 5 schon einschulen? Würde ich nochmal überdenken.
... ich würde dir auf Anhieb zustimmen, wenn mein Sohn nicht im Okt. 2010 schon 6 Jahre alt würde... und das bedeutet natürlich, dass er im August 2011 zwar noch keine 7 Jahre alt ist, aber knirsch davor stünde...
Dazu kommt, dass er schon jetzt den Drang hat, Buchstaben und Wörter lernen zu wollen... inwieweit der Kindergarten dies und anderes zu fördern vermag, ist schwierig zu beurteilen. Allerdings ist die offene Gruppenstruktur vielleicht nicht die beste Vorbereitung auf die geforderte Disziplin in der Schule... und das noch ein weiteres Jahr :weißnicht:
Wir haben ohnehin bereits ein Jahr Kindergarten verloren, weil mein Sohn zum Kindergartenbeginn 2008 eben noch keine 3 Jahre alt war... Eine Wiederholung der "Altersproblematik" für den Schulbeginn wünsche ich uns eigentlich nicht...
Natürlich werde ich das mit den Erzieherinnen im Kindergarten besprechen und die "Schulprüfung" müsste er in jedem Fall bestehen.
Also ich kenn natürlich nicht eure Grundschule vor Ort, aber meine beiden (der Sohnemann allerdings erst ab 3.Klasse) waren auch auf einer Grundschule mit glaub ich noch höherem Ausländeranteil über 30 Nationen. Und jetzt sind beide im Realschulteil einer DOS und mit Notendurchschnitt 2 mit die Besten der Klasse.
... ich denke, ich sollte klarstellen, dass es mir keinesfalls um ausländerfeindliche Argumentation geht und ging... ich mache mir halt Gedanken... ansonsten ist es so, dass mein Sohn mit u.a. einem türkischen Kind befreundet ist und ich kein Problem damit habe - im Gegenteil!
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade diese ausländischen Kinder und ihre Eltern sich mehr um gute schulische Leistungen bemühten als viele deutsche arbeitslose Eltern. (Nur meine Erfahrung)
... das kann natürlich auch sein.... an sich macht mir dieser Stadtteil eben Sorgen... als Elternsprecherin im Kindergarten hatte ich kürzlich die Gelegenheit einem Treffen von Erziehern und Lehrern aus diesem Stadtteil beizuwohnen... Grundtenor was die Schüler angeht, war ziemlich negativ... u.a. wurde eben gesagt, das die guten Schüler von den Eltern auf andere Schulen ausgelagert würden und die "Schwachen" im Stadtteil verblieben und das insgesamt das Lern-Niveau der einzelnen Klassen runterzöge...
Englisch gibt es bei uns integriert in andere Fächer ab Klasse 1, Hausaufgaben wurden gemeinsam dort gemacht, da Ganztagsschule (wer möchte), Unterrichtsausfall gab es in dem Sinne fast nie (mussten nur in wenigen "Notfällen" allein mit Aufsichtsperson Aufgaben erledigen), aber nie das sie stundenweise nach Hause geschickt worden wären. Spezielle Sprachförderung wurde nachmittags auch angeboten. Schwänzen nur wenige Ausnahmefälle. Aber teilweise hing schon der Lehrstoff gegenüber "Dorfschulen" hinterher.
Englisch - das habe ich inzwischen herausgefunden - wird hier auch ab Klasse I unterrichtet :daumen2:. Die Problematik mit dem Gruppendruck (Schwänzen etc.) wird sich wohl auch erst nach der 4. Klasse manifestieren :weißnicht:
Wird aber sicher alles von Schule zu Schule verschieden sein, da ja jedes Land seine eigenen Schulgesetze hat. Jede Schule ja teilweise sogar jeder Lehrer andere Schulbücher bevorzugt und anders an die Wissensvermittlung rangeht.
Gibt es bei euch nicht die Möglichkeit mal einer Schulstunde beizuwohnen?
... das weiß ich noch nicht, werde ich aber herausfinden...
Das Problem dabei ist... es wird nicht viele interessierte Eltern in diesem Viertel geben... die meisten Eltern (das wurde eben auch kritisiert auf besagter Sitzung) melden ihre Kinder an und fertig.... ich hab sie einfach manchmal satt... die großen Augen und offenen Münder... wenn ich ganz einfache, die Zukunft meines Sohnes betreffende Fragen stelle.
... ich würde dir auf Anhieb zustimmen, wenn mein Sohn nicht im Okt. 2010 schon 6 Jahre alt würde... und das bedeutet natürlich, dass er im August 2011 zwar noch keine 7 Jahre alt ist, aber knirsch davor stünde...
Hatte ich bei meiner Kleinen auch überlegt, da sie mit 4 auch schon anfing Buchstaben zu schreiben. Führte aber kein Weg rein, da sie als Februarkind halt kein Wahlkind ist. War rückwirkend betrachtet aber besser.
... ich denke, ich sollte klarstellen, dass es mir keinesfalls um ausländerfeindliche Argumentation geht und ging... ich mache mir halt Gedanken... ansonsten ist es so, dass mein Sohn mit u.a. einem türkischen Kind befreundet ist und ich kein Problem damit habe - im Gegenteil!
Weiß ich doch.
Es ist nun mal so, das in armen Vierteln meist auch viele Ausländer leben und dies auch häufig in der Schule zu Problemen führen kann.
... an sich macht mir dieser Stadtteil eben Sorgen...
Das Problem dabei ist... es wird nicht viele interessierte Eltern in diesem Viertel geben... die meisten Eltern (das wurde eben auch kritisiert auf besagter Sitzung) melden ihre Kinder an und fertig....
rechtgeb
... das die guten Schüler von den Eltern auf andere Schulen ausgelagert würden
Ist dies bei euch möglich? Bei uns müssen Grundschüler "zwangsweise" auf die nächstliegende zugeordnete Schule
und die "Schwachen" im Stadtteil verblieben und das insgesamt das Lern-Niveau der einzelnen Klassen runterzöge...
Dies ist so. Wenn es eine Möglichkeit gibt, dann versuch auch deinen Kleinen auf eine Grundschule in einer "besseren" Gegend zu schicken. Auch wenn dort wieder andere Probleme mit Mobbing und Ausgrenzung meist häufiger vorkommen. Aber das Lernniveau ist meist besser.
ich hab sie einfach manchmal satt... die großen Augen und offenen Münder... wenn ich ganz einfache, die Zukunft meines Sohnes betreffende Fragen stelle.
:D :rofl:
Nefertari1968
27.06.2009, 20:13
Ist dies bei euch möglich? Bei uns müssen Grundschüler "zwangsweise" auf die nächstliegende zugeordnete Schule
ganz sicher bin ich mir nicht... Gesetz zur Änderung schulrechtlicher Bestimmungen (pdf, 133.9 KB) (http://www.bildung.bremen.de/fastmedia/13/2Gesetz.pdf)
(Seite 19)
Gesittet und vorsichtig meine ich das sie nicht wie normale Kinder Teenies gespielt haben..Aussenseiter waren sie weil der ganze Kreis in dem sie sich so bewegt haben auf eine*normale* Grundschule ging.Waldorfkinder sind eine ich weiss nicht wie ich es sagen soll Rasse für sich würde man beim Hund sagen.Meine ganz persönliche und die meines Kinderarztes ist das sich in der heutigen Welt Kinder mit Selbstbewusstsein durch setzen können.Und bei den Walddorfkinder ist das irgendwann versiecht weil sie vom Umfeld keine Anerkennung bekommen haben.Sie wurden ausgelacht wegen der Schule etc.Und sie sind heute nichts besserers im Job als andere die ich kenne.
Wann sich die Aussenseiterei eingeschlichen hat kann ich Dir auch beantworten.Als die Kinder anfingen sich untereinander zu treffen.Sie hatten auch keinen Freundeskreis weil die Kinder aus der ganzen Stadt in die Schule gewürfelt wurden.Weiss nicht wie das bei Euch ist,aber in Braunschweig gibts nicht viele Walddorfschulen.Ich meine zwei,damals aber nur eine.Und natürlich haben nicht alle in einem Stadtteil gewohnt.Nach dem langen Unterricht sind sie selten noch zu Schulkameraden gefahren.Und die Kinder die sich zu Gruppen gebildet haben aus dem Wohngebiet die haben nicht mit den *Walddorfschülern* gespielt.
Warum ICH selber meine niemals auf diese Schule geben würde kann ich auch ganz klar begründen.Mir hat schon der Kindergarten gereicht.Als Amy soweit war hab ich mir auch diesen angeschaut weil er in meinem damaligen Stadtteil war.Mich hat positiv gestimmt das sehr viel darussen gespielt wird.Aber alles andere fand ich gruselig.Nur Holzspielzeug.Nur Baumbesstand zum klettern.Kein turnen.(was ich super super wichtig finde)
Meine Kinder sind absolute draussen Spieler,aber trotzdem lieben sie ihr Lego heiss und innig.Mein Sohn ist am bauen bis der Arzt kommt und sowas von kreativ dabei.Wir sind nun mal nicht mehr in der Steinzeit wo es nur Holzklumpen gibt.
Ich hab mal irgendwo gelesen das Waldorfkinder keine Schwierigkeiten haben einen Ausbildungsplatz zu bekommen,aber danach ein Problem haben.
Es gab bei 100 Ex schülern zb nicht einen KFZ Mechaniker.Ich weiss nicht wie ich das ausdrücken soll verdammt...umgotteswillen1
...aber ich für mich möchte das meine so fest sind,das sie sich in der normalen Schule auch durch Probleme beissen.Denn die gibts später auch.
Übrigens ist Amy auch ein Kann Kind.
Sie ist im Oktober 2004 geboren und somit könnte sie nächstes Jahr in die Schule.
Dazu kommt, dass er schon jetzt den Drang hat, Buchstaben und Wörter lernen zu wollen... inwieweit der Kindergarten dies und anderes zu fördern vermag, ist schwierig zu beurteilen. Allerdings ist die offene Gruppenstruktur vielleicht nicht die beste Vorbereitung auf die geforderte Disziplin in der Schule... und das noch ein weiteres Jahr
Das macht Amy auch.Sie rechnet vorwärts und rückwärts bis 20 was ich persönlich krass weit finde.Sie schreibt sämtliche Namen selbst den schweren ihres Bruders.Sie ist auch furchtbar weit,aber für mich stellt sich die Frage überhaupt mal gar nicht.
Nie im Leben wird sie mit 5 eingeschult.
Bin ich der absolute Gegner von.
Warum dem Kind ein Jahr nehmen.
Ich hab im Freundeskreis eine Mutter die stolz wie Hupe ist das ihr Kind mit 5 eingeschult wird....
Könnt ich durch schütteln die Tante...:sorry:
Unter 18 bekommt ja heute schon kaum jemand eine Lehrstelle.In zehn zwölf Jahren sieht das bestimmt nicht anders aus.
Fazit: Sie lungern dann ein jahr auf einer Schule rum die sie nur aus nem *Muss* heraus besuchen oder hängen zuhause ab.
Ich kenne eine die nach einem Jahr abgammeln nicht mal mehr ne Lehre angefangen hat.Nööö dann lieber noch ein Jahr im Kindergarten sich austoben.
Aber Gott sei Dank gehen da Meinungen verschiedene Wege.Ich hab mir Gespräche mit Vorschullehrern,mit Grundschullehrern und Erzieherinnen rein gezogen und dadurch hat sich mein Standpunkt dazu mehr als gefestigt.Einschulung für meine mit fünf ist ein absolutes no go.
Das Problem dabei ist... es wird nicht viele interessierte Eltern in diesem Viertel geben... die meisten Eltern (das wurde eben auch kritisiert auf besagter Sitzung) melden ihre Kinder an und fertig.... ich hab sie einfach manchmal satt... die großen Augen und offenen Münder... wenn ich ganz einfache, die Zukunft meines Sohnes betreffende Fragen stelle.
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Das kann ich voll nachvollziehen,da ich jenes Problem auch mal hatte.Aber ich bin mir sicher da hilft Dir nicht nur eine Schule im anderen Stadtteil.Das beste wäre ein ganzer Umzug in ein anderes Gebiet.
16011965
28.06.2009, 13:18
um es mal ganz unverblühmt zu sagen ((kennt man ja von mir))
Waldorfschule ist Schule wie im 18'Jahrhundert.
Was nutzt der schönste Mal- und Naturkundeunterricht etc.pp wenn danach keiner mit der modernen Technik wie PC etc. umgehen kann was in "normalen" Schulen und dank des privaten Umgangs mit anderen Kindern heutzutage fast Pflicht ist ...
letztens kam gerade darüber eine Reportage im TV "Vergleich Waldorf vs. Realschule" und es kam als Endergebniss raus = Waldorfschule in der heutigen modernen Zeit nicht empfehlenswert ...
In meinen Augen und das was in der Reportage gezeigt wurde sehe ich selbst die Waldorfschule als langjährigen Kindergarten an da der "Abschluss" selten anerkannt wird und somit heißt es = kein Schulabschluss
Was nutzt der schönste Mal- und Naturkundeunterricht etc.pp wenn danach keiner mit der modernen Technik wie PC etc. umgehen kann was in "normalen" Schulen und dank des privaten Umgangs mit anderen Kindern heutzutage fast Pflicht ist ...
Stimme ich Dir 200 Prozent zu!!!!!
Meine hat im Kiga jetzt schon Schnupperstunden in PC und trotzdem ist sie ein Rabaukenkind was am liebsten draussen tobt.Aber sie ist zu beidem fähig...Einen PC zu starten und trotzdem ein wildes Kind zu sein was draussen in Baumhäuser klettert.Denn DAS kann ICH steuern!Und so soll es sein meiner Meinung nach!Es gibt so nen ganz genialen Text....Zum brüllen aber total real...Ich such ihn mal...
Da isser schon:0)))
Hauptschule:
Ein Bauer verkauft einen Sack
Kartoffeln für 50,- Euro.
Die Erzeugerkosten betragen
40,- Euro.
Berechne den Gewinn !
Realschule:
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln
für 50,- Euro. Die Erzeugerkosten betragen
4/5 des Erlöses.
Wie hoch ist der Gewinn ?
Gymnasium:
Ein Agrarökonom verkauft eine Menge
subterraner Feldfrüchte für eine Menge
Geld (G). G hat die Mächtigkeit 50. Für
die Elemente aus G gilt: G ist 1.
Die Menge hat die Herstellungskosten (H).
H ist um 10 Elemente weniger mächtig als die
Menge G.
Zeichnen Sie das Bild der Menge H als
die Tilgungsmenge der Menge G und geben sie
die Lösung (L) für die Frage an:
Wie mächtig ist die Gewinnsumme?
Waldorfschule:
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln
für 50,- Euro. Die Erzeugerkosten betragen
40,- Euro und der Gewinn 10,- Euro.
Aufgabe: Unterstreiche das Wort
"Kartoffeln" und singe ein Lied
dazu!
Lustig aber wahr!!!
Hallo Kristin,
vorneweg gleich: ich kenne keinen Waldorfschüler.
Meine Antwort ist also nur ein Resultat dessen, was ich drüber gesehen, gelesen, gehört habe.
Als erstes stösst mir immer die fehlende Benotung negativ auf.
Zu meiner Schulzeit, gab es von der 1. Klasse ab Noten. Heutzutage ist das anders...und auf garkeinen Fall besser.
Als Tim die 2. Klasse besuchte, haben wir (Elternrat) in der Grundschule durchgesetzt, das es endlich richtige Noten, anstatt "Beurteilungen" gab.
Das war nicht nur den Eltern wichtig. Auch die Kinder wollten endlich wissen, was ihre Arbeiten "wert" sind.
Kein Sitzenbleiben?
Meinst du das ist gut? Ich finde das gelinde gesagt sche...
Der Schüler hat so die Gelegenheit, aufzuholen, was versäumt wurde. Es besser zu machen. Wir sind eine Leistungsgesellschaft. Und da zählt eben nur Leistung...und kein Schönreden.
Ich kenne einige Schüler aus Tim´s ehemaliger Grundschule, die trotz "Ehrenrunde" mittlerweile wieder auf den richtigen Weg liegen.
Nicht jeder Sitzenbleiber ist ausnahmslos doof...;)
Zum zweiten...ein Leben ohne Sport...weia*
Mein Kind hatte einen ungeheuren Bewegungsdrang, grade am Anfang der Schulzeit. Das wurde ausgeglichen, mit der Teilnahme in einem Fussballverein.
In dem natürlich auch Mitschüler bei waren.
Der Sportunterricht war ihm immer wichtig...so als Ausgleich. Obwohl er Notenmässig da eher im Mittelfeld liegt. Aber wie gesagt, die Bewegung war und ist ihm immer noch, sehr wichtig.
Zum dritten...die Klassengrösse.
45?
Geht ja garnicht!
Tim´s Grundschulklasse fasste damals so um die 25, 26...weiss nicht mehr genau. Das fand ich schon sehr viel. Der Teilfaktor lag , glaube ich bei 28. leider hats dazu nie gereicht.
Er hatte das Glück, eine wirklich sehr gute, angagierte GS-Lehrerin zu haben. Sie hat ihn sehr geprägt, ich verdanke dieser Frau wirklich viel.
Sie beklagte immer die Klassenstärke. Es bleibt da wenig Zeit für die schwächeren Schüler. Und dann müssen die Eltern ran...sofern sie Zeit dazu haben.
Und zu guter Letzt...kein Lehrplan?
Wie geht das denn?
Wie soll gezielt Stoff vermittelt werden, wenn es keinen Lehrplan gib?
Ich sage heute noch zu Tim: "Lernen ist wie Bauen, immer einen Stein auf den anderen setzen".
Und ohne Plan, fällt irgendwann alles in sich zusammen.
Mir leuchtet durchaus ein, das ein Abschluss an solch einer Schule, nicht überall anerkannt wird.
Unterricht ohne Pc?
Wie weltfremd ist das denn? Ohne Pc geht heute ja mal garnix mehr, egal was du in Deinem Leben machen wirst!
Informatik ist bei Tim ein Unterrichtsfach.
(davon ab, er will es eh studieren...*lach*)
Noch so als Abschluss:
Tim wurde im Juni 6 und im August eingeschult. Er war auch ein "Kannkind". Ich dachte damals, es wäre gut, ihm noch ein jahr "Kindsein" zu erhalten. Gottseidank hatte ich Berater, die mich eines Besseren belehrten.
Er ist immer der jüngste in seiner Klasse. Aber geschadet hat es ihm nie. ;)
Das sind meine Gedanken zum Thema Waldorfschule.
Hartz4.0
29.06.2009, 16:02
[...] Normaler Unterricht, der (altersentsprechend) die tatsächlichen Vorgänge in der Natur erklärt, kommt praktisch nicht vor; vielmehr soll "fühlendes Verstehen" geweckt werden. Steiner: "Was nützt es im höchsten Sinne, wenn jungen Menschen alle möglichen Mineralien, Pflanzen, Tiere, physikalischen Versuche gezeigt werden, wenn das nicht damit verbunden wird, die sinnlichen Gleichnisse zum Ahnenlassen der geistigen Geheimnisse zu verwenden".[23]
Es könne einem Menschen nichts Schlimmeres zugefügt werden, als wenn man ihn zu früh an das Denken heranführe: "Man muß die geistige Führung des Kindes so leiten, daß sie in den Organismus in der richtigen Weise hineinwirkt, daß man zum Beispiel nicht so durch das Überladen mit Gedächtnisstoff bei dem Kinde wirkt, daß in späterem Alter Stoffwechselkrankheiten hervorkommen".[24]
Erst der im Zuge der Pubertät sich gebärende "Astralleib" befähige zu eigenständigem Urteil. Das Motto heißt nun "Die Welt ist wahr". Ab der 6. Klasse werden Waldorfschüler folglich auch in Physik und Chemie unterrichtet, was allerdings nicht Abstandnahme vom verquasten Weltbild Steiners bedeutet. In einem Seminarpapier zum Physikunterricht der Oberstufe heißt es, der Schüler lerne "die Unterschiede der Lichtquellen und ihre physikalischen Funktionen kennen. Gleichzeitig lernt er (...), daß die Qualität des Lichts einer Kerze, einer Glühfadenbirne und einer Neonröhre sehr unterschiedlich ist, nämlich darin, daß in der Kerze gute Wesenheiten zu Hause sind, und in der Neonröhre der menschlichen Seele sehr schadende dämonische Geister sich wohlfühlen und daß man darauf achten soll, in wessen Lichtreichweite man sich befindet".[25]
Im Fach "Himmelskunde" werden unhaltbare lunatistische Vorstellungen verbreitet, selbstredend wird auch breitausgewalzt auf den astrologischen Tierkreis bezuggenommen.[26] Tatsächlich, wie der Bremer Erziehungswissenschaftler Freerk Huisken anmerkt, finde in der Waldorfschule, ob nun "Mathematik, Physik oder handwerkliche Betätigung dran ist, irgendwie immer Religionsunterricht statt.
Den letzteren gibt es natürlich auch noch als selbständiges Fach".[27] (Konsequenterweise gelten die Evolutionslehre Darwins, der Marxismus oder Freuds Idee einer menschlich-psychischen Evolution als Werke luziferischer Kräfte.[28]) [...]hier zu lesen (http://www.fkpsych.de/psycho/anthroposophie.html)
WhiteSam
29.06.2009, 18:01
:weißnicht: ich bin immer wieder erstaunt mit welcher Intensität gegen Waldorfschulen argumentiert wird, und leider immer auch wieder mit falschen Zitaten und Unterstellungen was Steiner nun alles angeblich formuliert haben soll. Abgesehen davon dass Steiner schon lange nicht mehr ist . . . und auch die Waldorf-Pädagogik eine Entwicklung durchgemacht hat. Bedenkt man wie wenige Schüler in diesen Schulen sind ist dieser Kampf mit allen Mitteln gegen die Waldorfschulen noch weniger verständlich.
Ich kenne einige Menschen, die nach der Waldorfschule allesamt :denk: ist das Zufall :think: mitten im Leben stehen - Ärzte, Rechtsanwälte und Lehrer.
Ich empfehle einen etwas unverkrampfteren Blick auf diese Art der Pädagogik. Vor allem indem man sich direkt informiert. Hingehen, schauen und entscheiden.
Übrigens müssen die Eltern - im Gegensatz zu mancher konfessionell gebundenen Schule - keineswegs der Anthroposophie anhängen . . .
ZEIT: Sollten Eltern die Anthroposophie kennen, wenn sie ihr Kind an eine Waldorfschule geben?
Götte: Nein. Ich glaube, Eltern haben das Recht, ganz pragmatisch zu entscheiden, was für ihr Kind das Beste ist. Ein Problem kriegen wir nur, wenn sie die Schule als Automaten sehen: Oben steckt man Geld rein, unten kommt das fertige Kind mit Abitur raus. Das ist das Einzige, was die Waldorfschulen verlangen, dass es eine intensive Kommunikation gibt – konstruktiv, aber auch kritisch.
Das ganze Interview: :------>: (http://www.zeit.de/2007/08/C-Waldorf-Interview)
LG
Britta
Nefertari1968
29.06.2009, 19:07
Holla... viel Stoff zum Lesen und Nachdenken... das werde ich gründlich tun.
... ich danke euch allen für eure Gedanken und Hinweise :daumen2:
Hartz4.0
29.06.2009, 19:11
Ich kenne einige Menschen, die nach der Waldorfschule allesamt :denk: ist das Zufall :think: mitten im Leben stehen - Ärzte, Rechtsanwälte und Lehrer.
Was möchtest Du nun damit zum Ausdruck bringen. Das esoterische Spinner in allen Bevölkerungsschichten anzutreffen sind?
Was möchtest Du nun damit zum Ausdruck bringen. Das esoterische Spinner in allen Bevölkerungsschichten anzutreffen sind?
*LOL*
Diesen Kommentar konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.
Danke, Hartz4.0, ich teile nicht immer Deine Meinung, aber hier hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen.
Hallo Kristin,
ich wollte ja noch recherchieren zu diesem Thema, hab aber gerade diesen Thread gesehen und antworte jetzt einfach mal. Ich habe mich lange und intensiv mit dem Thema Schule auseinander gesetzt. Wenn es denn unbedingt Schule sein muß - und das muß es ja leider hierzulande - dann aber auf keinen Fall Waldorf! Kommt für mich nicht in Frage.
[QUOTE=Nefertari1968;82903] ... dann gibt es erst eine Zu- oder Absage... im Falle einer Zusage müsste ich umziehen, da die Schule in einem anderen Stadtteil liegt.
Wenn Du sowieso wegen der Schule umziehen müsstest, gibt es bessere Alternativen als Waldorf. Ich schick Dir gerne ein paar Links, daß Du mal schauen kannst. Was kostet die Waldorfschule eigentlich? Wobei das auch nicht sooo wichtig ist, weil alle privaten auch Stipendien anbieten.
... aber bevor ich mir Gedanken über die Kosten mache, wäre es mir eben wichtig zu wissen, ob diese Schulform überhaupt für ihn geeignet wäre...
Ich glaube nicht, Du tust Deinem Sohn keinen Gefallen damit.
... nach meinen Recherchen bislang spricht für diese Schulform:
- keine Benotung in der üblichen Form, ausführliche Bewertung der Leistung (besserer Ansatz auch für Eltern/Förderung)
es geht auch ganz ohne...
- ganzheitlicher Ansatz (handwerkliche Fächer)
Haben andere private auch
- ein Lehrer während der ersten 6-8 Klassen (*)
Warum ist das positiv?
- zwei Fremdsprachen ab der ersten Klasse
Finde ich auch gut. Es kommt halt auf die Umsetzung an. Wie wird gelehrt, durch Muttersprachler, wie oft etc. Die herkömmliche schulische Methode, Sprachen zu lernen, ist wenig erfolgversprechend. Es geht viel einfacher und besser.
- 12 Schuljahre = Zeit für Orientierung...
Finde ich weder gut noch schlecht.
- keine Trennungen innerhalb der Klasse (späteres Netzwerk)
Meinst Du damit altersgemischte Klassen? Das machen alle privaten so.
- kein Sitzenbleiben
Finde ich gut, gibts aber auch in anderen privaten Schulen.
- die doch recht hohe Quote an Abiturenten und Realschülern
Ist auch kein Privileg der Waldorf-Schulen. Beispiel: die Prinzhöfte Schule in Bassum. Die Schüler dort schneiden überdurschnittlich gut ab in Leistungstest.
- individuelle Förderung
Das ist natürlich positiv. Aber auch hier kommt es auf die Umsetzung an. Damit werben alle privaten, die Realität sieht aber oft anders aus.
... und dagegen:
- Blockunterricht in den Hauptfächern (Vergessen des Lernstoffes bis zum nächsten Block)
Es gibt bessere Unterrichtsformen, beispielsweise freies Lernen...
- kein Schreiben mit dem Füller bis zur 4. Klasse (=?)
Warum ist das wichtig? Das erscheint mir in der heutigen Zeit antiquiert. Ich bin in meiner Schulzeit damit regelrecht traktiert worden, wir mußten mit dem Füller Schönschrift üben. Genutzt hat es nichts, ich habe eine saumäßige Klaue und ich hasse es, mit der Hand zu schreiben. Wozu auch? Wozu gibt es Computer? Wer schreibt denn heutzutage noch mit der Hand, jedenfalls längeren Text.
- Fußball verboten/einseitiger oder gar kein Sportunterricht (=?)
Sehr merkwürdig...
- Linkshänder werden "umerzogen"
Das geht gar nicht!!! Nicht nur weil mein Sohn zufällig Linkshänder ist. Das ist einfach sowas von indiskutabel und rückständig.
- kein fester Lehrplan
Muß auch nicht. Man muß nur so tun als ob, damit die Schulbehörde einen in Ruhe lässt... :D
- keine Schulbücher (Nachvollziehen Lerninhalte für Eltern?)
Muß ebenfalls nicht. Schulbücher sind oft veraltet. Im Internet-Zeitalter gibt es viel bessere Methoden des Lernens.
- religiöse Festlegung in so frühen Jahren... (kein alternativer "Ethikunterricht")
Das finde ich ebenfalls sehr bedenklich. Das wäre für mich schon allein ein Ausschlußkriterium.
- zu große Klassen (bis zu 45 Schüler)
Ebenfalls ein absolutes no go.
- Waldorfabschluss nicht anerkannt (in einigen Bundesländern wird der Realschulabschluss oder das Abi extern "geprüft")
Ebenfalls nicht akzeptabel. Wundert mich aber nicht.
Naja... und wenn der Lehrer nicht so gut mit einzelnen Schülern zurechtkäme, sind diese Schüler besagtem Lehrer trotzdem recht lange und nachhaltig (Benotung/Bewertung) ausgeliefert...
Genau. Gerade bei Waldorf finde ich das sehr bedenklich.
Dazu kommt natürlich auch die vage Befürchtung, keinen wirklichen Zugang zu erhalten, die meisten Eltern besagter Schüler werden selbst Akademiker sein, kaum finanzielle Einschränkungen kennen... demzufolge werden die Schüler gut gekleidet sein und über die beste Ausstattung verfügen, was Lernmaterialien etc. angeht.
Damit liegst Du richtig. Privatschulen sind leider immer noch eher was für Bessergestellte. Das kann man den Schulen aber nicht vorwerfen, die Schuld daran trägt die Politik. Durch die Schulbeiträge findet eine Selektierung statt, aber wenn die Schulen drei Jahre lang keine Förderung erhalten, bleibt ihnen nichts anderes übrig.
Du wirst in solchen Schulen leicht zum Außenseiter, wenn Du Hartz IV Empfänger und auch noch alleinerziehend bist, wobei der Status Alleinerziehend schwerer wiegt. Hab ich selbst erlebt.
... was die Steiner-Ideologie angeht, bereitet mir das hier Bauchweh:
http://jungle-world.com/artikel/2007/36/20283.html
Völlig zu recht.
... das geht - stimmte es - natürlich mit mir gar nicht... auch das "Kleinkinder" bis zum 7. Lebensjahr noch nicht "neugierig" seien:
Was für ein Blödsinn.
Trotzdem.... geht ein Kind heutzutage in einer Regelschule nicht unter?
Ja. Eindeutig ja!
In unserer Schule hier vor Ort liegt der Ausländeranteil pro Klasse bei über 63 %, muss da nicht zwangsläufig auf die Schwächeren in der Klasse Rücksicht genommen werden, hängt da nicht der Lehrstoff hinterher? Die Klassenbesten kaspern dann herum... die "Mittleren" machen mit, um dazu zu gehören, verpassen Lerninhalte... Förderung? Fällt aus... Mobbing... Ausgrenzung, Klassenkeilereien, Hausaufgaben = was ist das? Lernen = machen die anderen Schüler doch auch nicht... Fremdsprachen = erst ab Klasse 4,5 oder 7? "Gemeinsames in der großen Pause zum Kiosk gehen" (kenne ich noch aus meiner Schulzeit), Unterrichtsausfall... kollektives Schwänzen?
Alles das. Und noch viel schlimmer. Für mich steht fest, daß ich meinen Sohn dem nicht aussetzen will. Dafür ziehe ich auch nochmal um.
... Pisa-Studie (Bremen katastrophal!)...
Kein Wunder. Das Schulsystem ist eine Katastrophe. Meiner Meinung nach gehört die Schulpflicht, oder besser der Schulzwang, abgeschafft, aber das weißt Du ja. Nur dann ist wirklich Vielfalt in der Bildungslandschaft möglich, nur dann wird sich was ändern, wirklich was ändern. Warum sollte sich auch jetzt was ändern? Es gibt doch gar keinen Druck für die Schulen. Die Schulen müssen sich nicht um die Schüler bemühen, die müssen ja sowieso kommen, haben keine Wahl. Und wehe nicht, dann werden sie mit Gewalt in die Schule befördert oder den Eltern wird die Sorge entzogen.
Es wird sich erst was ändern, wenn es Konkurrenz unter den einzelnen Bildungsangeboten gibt.
Und wenn die Kinder selbst entscheiden können, auf welche Schule sie gehen oder ob überhaupt.
Male ich zu schwarz?
Nein, absolut nicht. Leider nicht.
Wenn es Dich interessiert, schicke ich Dir gern Infos über die verschiedenen Schulformen.
Von Waldorf kann ich Dir aber nur ganz entschieden abraten.
Liebe Grüße
Sabine
Es gibt sicherlich Aspekte, die für die Waldorf Pädagogik sprechen. Leider ist eben diese auch zu meist sehr fern von der Lebensrealität. Ich favorisiere aus meinen persönlichen Erfahrungen die Gesamtschulen, allerdings sollte man sich auch hier darüber informieren wie dort die Klassengemeinschaften zusammen gesetzt sind. Optimal ist eine Drittelung in der schulischen Qualifikation, das heisst 1/3 der Schüler tendieren zum Abitur, 1/3 der Schüler tendieren in Richtung Realschule und 1 weiteres Drittel zum Hauptschulabschluss. Auch der soziale Background der Schüler sollte gemischt sein, eine Entmischung führt meist zu einen eher sinkenden Bildungsniveau. Gut gemischte Klassen zu einen höheren. In meinem Jahrgang, der sehr guter gemischt war haben viele einen höheren Schulabschluss erreicht als es ihnen nach der Grundschule prognostiziert wurde. Teilweise erreichten Schüler die für die Hauptschule empfohlen wurden, später erfolgreich ihr Abi machten. Leider tendieren einige Gesamtschulen dazu zu Abschiebeschulen zu verkommen, deshalb sollte man sie erst mal Prüfen.
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